Prezi

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Prezi
Prezi logo transparent 2012.svg
prezi.com
Motto Ideas matter.
Beschreibung Präsentationsprogramm
Sprachen Englisch, Japanisch, Koreanisch, Spanisch, Deutsch
Eigentümer Prezi Inc., San Francisco, CA, USA
Erschienen April 2009[1]
Status Aktiv

Prezi ist ein plattformunabhängiges cloud-abhängiges Präsentationsprogramm. Mit der Software kann auf Basis der Flash-Technologie eine Präsentation auf einem virtuellen, großen Blatt Papier erstellt werden, auf dem man sich durch Maussteuerung bewegen sowie hinein- und herauszoomen kann.

Erstellen einer Präsentation[Bearbeiten]

Prezi steht als Webanwendung mit Adobe Flash und als selbstständige Anwendung Prezi Desktop mit Adobe AIR für Windows und Mac zur Verfügung.[2] Bei Prezi arbeitet man auf einer Präsentationsfläche, dem interaktiven Whiteboard, auf der man beispielsweise Textfelder, Bilder oder Filme einfügen kann. Die Objekte können dann vergrößert, verkleinert, gedreht und verschoben werden. Einzelne Objekte können mit Pfaden verbunden werden. Die Software besitzt einen Mehrbenutzermodus, der auf zehn Personen begrenzt ist.[3]

Eine Präsentation kann in ein eigenständiges Portable Prezi exportiert werden und auf Mac und Windows offline abgespielt werden.[4] Für Linux besteht die Möglichkeit, dies mit einem minimalen Webserver zu emulieren[5] oder die für Windows exportierte Version durch Wine auszuführen. Zudem steht eine Abspielsoftware für Apple iPad zur Verfügung.[6] Verschiedene Formate wie Videos oder Bilder in einer Prezi-Präsentation sind nicht mehr einzeln exportierbar.[7] Dies erschwert die Übernahme von Teilen von Präsentationen, auch ist eine maschinelle Durchsuchbarkeit nicht gegeben.[8]

Animationsablauf[Bearbeiten]

Ist ein Objekt mit einem anderen durch einen Pfad verbunden, sieht es in der Präsentation ähnlich einem Anflug in Google Earth aus, erst ein Zoom out, dann dreht sich die Fläche so, dass das neue Objekt richtig ausgerichtet ist, und wird schließlich auf die optimale Größe gezoomt. Kritiker gehen auf diesen Animationseffekt ein, da dieser von einigen zwar als angenehm, aber von anderen als unangenehm beurteilt wird.[9][3] Der Learning Technology Support Service des University College London weist darauf hin, dass Prezi leicht zum Übertreiben einlädt.[10]

Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Prezi basiert auf einem Freemium-Geschäftsmodell. Es ist frei im Internet zugänglich, jeder kann dort Präsentationen erstellen und erhält 100 MB Datenspeicher. Diese sind allerdings öffentlich einsehbar und mit einem Prezi-Logo gekennzeichnet. Prezi verkauft zwei Versionen: Die preiswertere erlaubt das Erstellen nicht-öffentlicher Präsentationen, entfernt das Prezi-Logo und erweitert den verfügbaren Speicherplatz. Die teurere erlaubt das Herunterladen des Editors und das Erstellen von Präsentationen offline.[11] Als Student und Angehöriger einer Fakultät seiner Hochschule hat man außerdem die Möglichkeit, die "Enjoy"-Version von Prezi kostenlos im Rahmen einer Lehrtätigkeit zu nutzen. Dazu wird lediglich die Fakultätskennung bezüglich der zu registrierenden E-Mail-Adresse benötigt.

Alternativen[Bearbeiten]

Eine Alternative, die auf einem ähnlichen Grundprinzip beruht, aber mit einer freien Lizenz versehen ist, existiert mit Sozi, einer Inkscape-Erweiterung, die eine SVG-Datei mit Java-Script animiert.[12] Einige Projekte versuchen ebenfalls, das Prezi-Konzept mittels freien Webstandards wie CSS3-Transformationen nachzuahmen, wobei bislang die Arbeit direkt im Quelltext vorzunehmen ist.[13][14] Um den Komfort von Prezi zu erreichen, gibt es auch Bestrebungen, GUI-Editoren in HTML5 zu erstellen.[15][16]

Geschichte[Bearbeiten]

Prezi wurde 2007 von dem ungarischen Künstler Adam Somlai-Fischer und dem Informatiker Peter Halacsy entwickelt. Sie begannen Prezi als Präsentationsprogramm für Architekturfirmen. Im Jahr 2008 engagierten sie als Firmenchef den schwedisch-ungarischen Jungunternehmer Peter Arvai, und im März 2009 stellten sie das Programm der Öffentlichkeit vor.[17] Das Hauptquartier der Firma liegt in San Francisco, ein weiteres größeres Büro befindet sich in Budapest, wo die Software auch ursprünglich entwickelt wurde.[18]

Zu den Investoren gehört seit 2009 TED,[18] ebenso die Venture Capital Firma Sunstone Capital. Zu den Beratern zählt unter anderem Twitter-Mitgründer Jack Dorsey.[19] Die Software wird mittlerweile ebenso regelmäßig bei TED-Konferenzen eingesetzt wie für Keynotes bei LeWeb oder der Europeana-Konferenz 2010. In einer Lifehacker-Umfrage aus dem September 2010 kam Prezi unter die fünf meistgenutzten Präsentationsprogramme, unterlag im Endergebnis aber deutlich sowohl Powerpoint als auch dem Apple-Präsentationsprogramm Keynote.[20]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. About Prezi
  2. Prezi Desktop
  3. a b Rhett Allain: Non-Linear Presentations with Prezi, Wired, 20. September 2010
  4. Adam Somlai-Fischer: Download a Portable Prezi
  5. Prezi Offline Player für Linux
  6. Prezi Viewer for iPad
  7. Ian Forrester: Prezi, my thoughts, 27. Juli 2009
  8. Dominique Hazaël-Massieux: Prezi vs JessyInk, 9. Oktober 2009
  9. Karl Hodge: Prezi review, 1. November 2010, Macworld.co.uk
  10. LTSS Blog: Prezi … PowerPoint gets a little ruffled, audiences wake up
  11. Thursday Bram: Prezi: Presentations With a Twist, New York Times, 28. September 2009
  12. https://github.com/senshu/Sozi
  13. https://github.com/bartaz/impress.js/
  14. http://dizzy.metafnord.org
  15. http://adityab.github.com/Awwation/
  16. https://github.com/tantaman/Strut
  17. New York Times: [1], 15. Nov 2010
  18. a b Peter Arvai/Patricia R. Olsen: The Hungarian Connection in: New York Times, 13. November 2010
  19. Robin Wauters: Prezi Gains VC Funding And Jack Dorsey As An Advisor TechCrunch, 20. Juli 2009
  20. Lifehacker: Best presentation tool: PowerPoint, 28. September 2010