Prichsenstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Prichsenstadt
Prichsenstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Prichsenstadt hervorgehoben
49.817510.352777777778248Koordinaten: 49° 49′ N, 10° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 48,87 km²
Einwohner: 3104 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97357
Vorwahlen: 09383, 09382
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 158
Stadtgliederung: 11 Gemarkungen mit
18 Gemeindeteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karlsplatz 5
97357 Prichsenstadt
Webpräsenz: www.prichsenstadt.de
Bürgermeister: René Schlehr
Lage der Stadt Prichsenstadt im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild

Prichsenstadt ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Prichsenstadt liegt im fränkischen Weinland zwischen Main und Steigerwald. Durch die Gemeindeteile Brünnau, Neuses am Sand, Stadelschwarzach und Laub fließt die Schwarzach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Prichsenstadt hat elf Gemarkungen mit 18 Stadtteilen[2]:

Gmkg-
Schl
Gemarkung Fläche
ha
Einwohner
1.11.2007[3]
Ortsteil(e)
1130 Prichsenstadt 642,73 949 Prichsenstadt, Lohmühle, Schnaudersmühle, Wiesenmühle
1132 Altenschönbach 562,41 390 Altenschönbach, Lochmühle
1117 Bimbach 279,65 163 Bimbach, Erhardsmühle
1115 Brünnau 299,50 200 Brünnau, Stolzenmühle
1145 Rüdern 634,14 12 Rüdern, Ilmbach
1114 Järkendorf 338,42 112 Järkendorf
1131 Kirchschönbach 443,90 377 Kirchschönbach
1128 Laub 575,54 268 Laub
1118 Neudorf 209,49 118 Neudorf
1116 Neuses am Sand 300,97 127 Neuses am Sand
1129 Stadelschwarzach 599,64 525 Stadelschwarzach
  Stadt Prichsenstadt 4886,39 3251 9 Ortsteile

Alle Gemarkungen waren früher selbständige Gemeinden. Rüdern wurde 1870 nach Kirchschönbach eingemeindet. Kirchschönbach (einschließlich Rüdern) sowie die acht übrigen Gemeinden wurden 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Prichsenstadt eingemeindet.

Die Stadt Prichsenstadt weist zehn Stadtteile aus, die den Gemarkungen bzw. früheren Gemeinden mit Ausnahme von Rüdern entsprechen, das weitgehend abgesiedelt und 1870 nach Kirchschönbach eingemeindet wurde. Die Gemarkung Rüdern gehört somit zum Stadtteil Kirchschönbach[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberschwarzach, Geiselwind, Wiesentheid, Volkach und Lülsfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Westtor

In einer Urkunde der Grafen zu Castell wird der Ort 1258 zum ersten Mal erwähnt, als die Grafen dem Ritter Heinrich von 'Briesendorf' es als Kämmererlehen übertrugen.[5] 1367 erhielt Prichsenstadt die Stadtrechte von Kaiser Karl IV. verliehen. Anschließend ging es in den Besitz seines Sohnes König Wenzel von Böhmen über. Nach einigen Auseinandersetzungen gelangte der Ort in den Besitz der Burggrafen von Nürnberg und damit später an die Markgrafen von Brandenburg. Mehrmal mussten die Stadtbewohner schwere Zerstörungen erleiden: 1492 durch den Würzburger Bischof Johann III. von Grumbach und 1632 durch kaiserliche Truppen vom Lager Wallensteins sowie in den folgenden Jahren durch umherziehende plündernde Haufen. 1803 kam Prichsenstadt vom 1792 preußisch gewordenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, an das Kurfürstentum Bayern.

Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig, die eine Jüdische Gemeinde bildeten und sich in der Freihofgasse 2 ihre Synagoge und ihr Schulhaus errichteten. Beide Gebäude wurden beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet und werden seither für andere Zwecke genutzt. An der Friedhofsmauer erinnert eine Gedenktafel an dieses Geschehen und an die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Einwohner in der Shoa.[6]

Die heutige Großgemeinde Prichsenstadt mit ihren 10 Stadtteilen entstand durch die Gemeindegebietsreform 1972. Bis in dieses Jahr gehörte Prichsenstadt zum Landkreis Gerolzhofen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenschönbach, Bimbach, Brünnau, Järkendorf, Kirchschönbach, Laub, Neudorf, Neuses am Sand und Stadelschwarzach eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2008[8]
Wahlbeteiligung: 75,13 %
 %
40
30
20
10
0
34,83 %
20,60 %
18,05 %
17,89 %
8,63 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Stadelschwarzacher Ortsliste
d Freie Bürgergemeinschaft Prichsenstadt
e Lauber Wählerliste

Wappen[Bearbeiten]

  • Blasonierung
Gespalten von Blau und Rot; vorne ein silberner Turm mit breitem silbernen Dach, hinten ein doppeltschwänziger, silbern gekrönter und silbern bewehrter silberner Löwe, der die Vorderpranken an den Turm legt
  • Wappengeschichte
Die Darstellung des Turms und des Löwen erscheint bereits in den frühesten bekannten Siegeln, die im 14. Jahrhundert geführt wurden. Der Löwe ist wahrscheinlich der böhmische Löwe. Die Stadt erhielt die Stadtrechte im Jahr 1367 vom König von Böhmen. Bis 1818 blieb das Wappen unverändert, der Löwe wurde 1818 entfernt. Am 21. Mai 1837 wurde jedoch das alte Wappen, nach einem Erlass König Ludwig I. von Bayern, wieder angenommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ein gut erhaltenes mittelalterliches Stadtbild (Kopfsteinpflaster, Fachwerk-/Steinhäuser und Stadttore) erwartet den Besucher. Es gibt ein privates Fossilien- und Mineralien-Museum (Eintritt kostenlos) sowie den Nachtwächter, der allabendlich seine Runden durch die zahlreichen gastronomischen Betriebe dreht und den Besuchern ein Ständchen widmet.

In Bimbach gibt es ein spätbarockes Schloss aus dem Jahr 1703 und die Reste einer keltischen Viereckschanze.

Friedhof[Bearbeiten]

Kanzelinschrift

Im Mittelalter sah man in der unmittelbaren Nähe zum Allerheiligsten mit den Reliquien eine Anwartschaft der Verstorbenen auf die Erlösung bei der Auferstehung. Eine ähnliche Bedeutung wurde auch dem geweihten Kirchhof zugeschrieben. Außerhalb der Kirchhof- und Stadtmauern fanden Ausgestoßene ihren Platz in ungeweihter Erde. Durch die Reformation änderte sich das grundlegend. Die Gläubigen verließen sich auf das rettende Leiden und Sterben Christi für jeden einzelnen. Friedhöfe wurden vor allem in evangelischen Herrschaftsbereichen nun außerhalb angelegt.

So entstand 1605 vor dem Westtor der Kirchhof mit freistehender Predigtkanzel und Arkadengang. Dieses Jahr und später nötige Ausbesserungen sind im Stein der Kanzel festgehalten. Eine ähnliche Anlage ist ebenso in Mainbernheim, Wiesenbronn, Repperndorf, Marktsteft und Abtswind zu finden.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Prichsenstadt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Osten der Stadt (unmittelbar in Nähe der B 286) ist ein Gewerbegebiet geplant. Es werden lediglich Einzelhandel sowie Handwerk und einige Dienstleister vertreten sein.

Die Firma MERO hat ihre Produktionsstätte in Prichsenstadt.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Gemeindebereich von Prichsenstadt wird von zwei Bundesstraßen durchquert:

  • Die B 22 erschließt die Ortsteile Laub, Stadelschwarzach, Neuses am Sand und Neudorf.
  • Die B 286 hat eine Abfahrt in Neuses am Sand, an der Kreuzung mit der B 22. Über die B 286 erreicht man in Fahrtrichtung Süden bei einer Fahrtzeit von ca. 10 Minuten die Bundesautobahn 3 (AS-Wiesentheid).

Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, die die Ortsteile Järkendorf, Stadelschwarzach und Prichsenstadt tangiert, wird nicht mehr genutzt. Auch Sonderfahrten (z. B. durch den Förderverein Steigerwald-Express) werden nicht mehr durchgeführt. Der Güterverkehr ist bereits seit längerer Zeit eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/171800&attr=OBJ&val=1667
  3. Zahlen und Fakten. Hierbei ist Kirchschönbach nur einschließlich Riedern mit 389 Einwohnern vermerkt. Der Anteil der Gemarkung wird nach der Volkszählung von 1987 auf 12 geschätzt.
  4. Daten der Prichsenstädter Geschichte
  5.  Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.): Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Vier Türme GmbH, Benedict Press, Münsterschwarzach 2004,S. 136.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 184
  7.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 472
  8. http://www.prichsenstadt.de/pst/wahl/i_net_praesentation/S_MAIN_E_STADTRATSWAHL_2008.html

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jesko Graf zu Dohna (Hrsg.): Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Vier Türme GmbH, Benedict Press, Münsterschwarzach 2004, S. 136-139.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prichsenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien