Priepert

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Visualisierung der Dorfkirche aus dem Jahre 1351, einer Fachwerkkirche mit der charakteristischen "wilder Mann" Rune
Visualisierung der Dorfkirche aus dem Jahre 1351, einer Fachwerkkirche mit der charakteristischen "wilder Mann" Rune

Priepert ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburg-Strelitz im Süden Mecklenburg-Vorpommerns. Die Gemeinde wird vom Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte, mit Sitz in Mirow, verwaltet.

Die Gemeinde Priepert wurde am 7. Mai 1990 aus der damaligen Gemeinde Strasen-Priepert herausgelöst (Strasen ist inzwischen ein Ortsteil der Stadt Wesenberg).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Priepert liegt ca. 17 km südlich von Neustrelitz. Die Gemeinde wird vom Ellbogensee im Süden und dem Großen Priepertsee im Norden eingerahmt. Durch beide Seen und den Ort fließt die Havel. Im Norden des Gemeindegebietes liegt der Große Wangnitzsee mit mehreren Inseln. Die Hälfte des Gemeindegebietes ist von Wald bedeckt. Zur Gemeinde Priepert gehören 585 Hektar Wasserfläche.

In der Nähe des Ortsteils Radensee liegt der Ziernsee.

[Bearbeiten] Geschichte

1351 wurde Priepert erstmals in einer Urkunde erwähnt. Eigentümer waren die Vettern Otto und Ulrich von Dewitz, Grafen von Fürstenberg, Herren zu Wesenberg und Strelitz. 1501 erhoben die mecklenburgischen Herzöge Anspruch auf Teile von Priepert. 1589 wurde das erste Gutshaus als großes, eingeschossiges Wohnhaus aus Steinen erwähnt. Nach der Landesteilung Mecklenburgs in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow gehörte Priepert 1621 zum Güstrowschen Landesteil und wurde von Güstrow aus regiert.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde im Jahr 1649 nur noch ein Bauer gezählt. 1702 erwarb Herzog Adolf Friedrich II. den Ort durch Kauf. 1712 vernichtete ein Brand das Residenzschloss in Strelitz, das Herzogenpaar hielt sich deshalb mehrfach in Priepert auf. 1716 wurde das Gutshaus als zweigeschossiger Fachwerkbau neu errichtet und 1719 das Kirchenschiff ebenfalls als Fachwerk neu aufgebaut. 1752 ordnete man das Gut der Herzoglichen Kammer (= Oberbehörde) zu. Von 1850 bis 1905 bestand an der Nordseite des großen Priepertsees eine Ziegelei. 1885 gab es in Priepert keine Bauern mehr, nur noch Büdner und Landarbeiter im Tagelohn.

Die Gutsbesitzerfamilie Karl Hübner übernahm 1921 das Gut. Im Jahr 1924 ließ sie eine Begräbnisstätte anlegen und weihen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verließ die letzte Gutsbesitzerin, Hildegard Sack, geb. Hübner, das enteignete Gut. Im Zuge der Bodenreform wurden Land und Güter aufgteilt. 1954 übernahm die Gemeinde Priepert das Gutshaus, das 1985 vollständig renoviert wurde, wobei das Bild des Hauses durch Verzicht auf die Seitenflügel völlig verändert wurde. Es entstanden sechs Wohnungen.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde Priepert wieder selbständige Gemeinde. 2001 feierte die Gemeinde das 650-jährige Jubiläum der Ersterwähnung. Im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" vom Bundeslandwirtschaftsministerium wurde die Gemeinde 2007 mit einer Silbermedaille als zweitschönstes Dorf in Mecklenburg-Vorpommern geehrt.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten und Kultur

Die Dorfkirche Priepert ist ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1719. Anlage und Konstruktion zeigen mitteldeutsche Einflüsse. Der Grundriss ist ein angenähertes Quadrat mit angefügtem halben Zwölfecks-Chor. Der Glockenturm befindet sich mittlerweile nicht mehr auf der Kirche, da er in den 1960er Jahren wegen Einsturzgefahr entfernt wurde. Die Visualisierung rechts zeigt also die Kirche wie sie ursprünglich mal ausgesehen hat.

In jedem Sommer findet an einem Wochenende das Priepertfest statt.

[Bearbeiten] Tourismus

Es gibt ein vielfältiges Angebot an Wassersportmöglichkeiten mit Wasserwander-Rastplatz, zwei Wohnmobilparks,eine Pension, einen Campingplatz (C46) und Yachthafen, zwei Kanu- und Bootsverleihstationen und einen Kanushop. Am Ostufer des Großen Priepertsees befindet sich der Badestrand mit Festwiese (Freiheit) und im Norden des Großen Priepertsees befindet sich eine der wenigen Wasserskistrecken der Mecklenburgischen Seenplatte.

Jährlich findet im Juli auf der Festwiese das Havelfest mit mehr als 2000 Besuchern statt.

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

Von der 7 km entfernten Bundesstraße 96 verläuft eine Landstraße über Priepert nach Rheinsberg bzw. Wesenberg. Der nächste Bahnhof befindet sich in der brandenburgischen Stadt Fürstenberg/Havel.

Priepert liegt an der Verbindung von Oberer Havel-Wasserstraße (OHW) und Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW).

[Bearbeiten] Literatur

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