Primärdaten

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Unter Primärdaten (auch Rohdaten oder Urdaten) versteht man in der empirischen Forschung jene Daten, die bei einer Datenerhebung unmittelbar gewonnen werden. Den einzelnen Wert nennt man entsprechend Urwert. Die aus ihnen abgeleiteten Daten nennt man Sekundärdaten. Die Primärdaten werden in einer unsortierten oder sortierten Urliste aufgeführt, wobei die einzelnen Urwerte hier noch dem jeweiligen Merkmalsträger zugeordnet sind.

Bei physikalischen Daten spricht man anstatt von Primärdaten eher von Messwerten. Bei manchen Erfassungsmethoden ist die klare Trennung zwischen Primär- und Sekundärdaten nicht immer möglich. So liegt der Klassifizierung vielfach bereits eine Interpretation zugrunde.

Beispiele[Bearbeiten]

Bei der Ausmessung eines rechteckigen Zimmers wird beispielsweise die Länge mit 5 Metern, die Breite mit 4 Meter sowie die Höhe mit 2,80 Metern gemessen (siehe Längenmaß). Diese drei Werte sind die Primärdaten. Aus ihnen wird durch Berechnung die Fläche mit 20 Quadratmetern sowie der Rauminhalt mit 56 Kubikmetern abgeleitet.

Schwierigkeiten[Bearbeiten]

Bezüglich der gemessenen Primärdaten können Messfehler verschiedener Art auftreten. Kritik an Primärdaten kann sich nur auf die Erhebungsmethodik oder auf die Sorgfalt der Erhebung beziehen.

Von Bedeutung wird die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärdaten bei komplexeren Betrachtungen. So sind z. B. bei Messungen im sozialwissenschaftlichen Bereich die Primärdaten von den Sekundärdaten zu unterscheiden, weil die Erhebungsmethode (darunter z. B. die Art der Frage bei einer Meinungsumfrage) erheblich für Aussagekraft der abgeleiteten Daten werden kann. Durch Anonymisierung der Primärdaten können (absichtlich) Datenelemente verlorengehen, die die Auswertungsmöglichkeiten beschränken. Die Anonymisierung ermöglicht auch die Wahrung des Persönlichkeitsschutzes von InterviewpartnerInnen.

Siehe auch: Messung, Datenschutz, Primärforschung, Sekundärdaten