Principia Mathematica

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Dieser Artikel beschreibt die Principia Mathematica von Russell und Whitehead. Für das Buch von Isaac Newton über physikalische Gesetze siehe Philosophiae Naturalis Principia Mathematica.
Titelseite einer Principia Mathematica-Ausgabe

Principia Mathematica („mathematische Prinzipien“ bzw. „Mathematische Grundlagen“) ist ein Werk in drei Bänden über die Grundlagen der Mathematik von Bertrand Russell und Alfred North Whitehead, erstmals erschienen zwischen 1910 und 1913. Die Principia Mathematica stellen den Versuch dar, alle mathematischen Wahrheiten aus einem wohldefinierten Satz von Axiomen und Schlussregeln (Inferenzregeln der symbolischen Logik) herzuleiten, wie es durch das Hilbertprogramm vorgeschlagen wurde. Auf mehreren Hundert Seiten wird zunächst ein Repertoire aus Begriffen und Symbolen dargelegt, welches das Fundament zur späteren Herleitung der Arithmetik bildet. Die Herleitung der Mathematik aus der Logik widerlegte einige bis dahin verbreitete Anschauungen über das Wesen mathematischer Erkenntnisse. Man kann darin einen Beweis sehen, dass diese weder empirisch noch synthetisch apriorisch waren (Letzteres hatte Kant angenommen), sondern sprachlicher Natur und damit formallogisch begründbar, also analytisch apriorisch.

Behandelte Themengebiete[Bearbeiten]

Die Principia behandeln nur die Mengentheorie, die Kardinalzahlen, die Ordinalzahlen und die Reellen Zahlen; tiefergehende Sätze aus der reellen Analysis sind nicht enthalten, aber gegen Ende des dritten Bandes wird klar, dass die gesamte bekannte Mathematik im Prinzip aus dem vorgestellten Formalismus entwickelt werden kann.

Vorläufer[Bearbeiten]

Eine wichtige Inspiration und Grundlage der Principia Mathematica bildet Gottlob Freges Arithmetik von 1893, deren Basis ein Mengenkalkül ist, in dem Russell die Russellsche Antinomie entdeckte, die sich aus der Menge aller Mengen, die sich nicht selbst enthalten ergibt. Diesen Widerspruch und andere Widersprüche der naiven Mengenlehre versuchte er durch seine Typentheorie von 1908 zu lösen, die zur Grundlage der Principia Mathematica wurde.[1]

Ein weiteres wichtiges Fundament der Prinicipia Mathematica ist die Formelsammlung (Formulaire) von Giuseppe Peano in der Fassung von 1903; aus ihr entnahm Russell die symbolische Notation und viele Formeln (bereits auch in seiner Typentheorie).

Folgen[Bearbeiten]

Es blieb aber zunächst unklar, ob dieses System von Axiomen und Ableitungsregeln widerspruchsfrei ist und ob sich alle wahren Sätze auf diese Weise herleiten ließen. Dass dies nicht möglich ist, zeigte einige Jahre später Kurt Gödel mit seinem Unvollständigkeitssatz, den er in seiner Arbeit Über formal unentscheidbare Sätze der Principia Mathematica und verwandter Systeme I. darlegte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Principia Mathematica to *56. Cambridge University Press; 2. Aufl. 1997. ISBN 978-0-521-62606-4
  • Principia Mathematica. 3 Bände. Cambridge University Press 2. Aufl. 1962. ISBN 978-0-521-06791-1
  • Alfred North Whitehead, Bertrand Russell, Kurt Gödel: Principia Mathematica. Vorwort und Einleitungen. Suhrkamp 2008. ISBN 978-3-518-28193-2
  • Esther Ramharter, Georg Rieckh: Principia Mathematica auf den Punkt gebracht. öbvhpt 2007. ISBN 978-3-209-05547-7

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Russell: Mathematical logic as based on the theory of types (PDF; 1,9 MB), in: American Journal of Mathematics 30 (1908), Seite 222-262.