Priorteich/Sachsenstein

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51.58722222222210.5925Koordinaten: 51° 35′ 14″ N, 10° 35′ 33″ O

Reliefkarte: Niedersachsen
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Priorteich/Sachsenstein
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Niedersachsen

Der Priorteich/Sachsenstein ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Kleinstadt Bad Sachsa und der Gemeinde Walkenried in der Samtgemeinde Walkenried im Landkreis Osterode am Harz.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG BR 003 ist 315 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa“. Im Nordwesten und Westen sowie im Süden und Südosten grenzt es an Teilflächen des Naturschutzgebietes „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried“.

Das Naturschutzgebiet liegt in etwa zwischen Bad Sachsa und Walkenried im zum Südharzer Zechsteingürtel gehörenden Walkenrieder Zechsteinhügelland im Süden des Naturparks Harz. Es umfasst die südwestlich und westlich von Walkenried liegenden Fischteiche, zusammenhängende Buchenwälder sowie Wiesenbereiche. Im Naturschutzgebiet sind naturnahe Bachläufe, Niedermoor- und Sumpfgebiete und Bruchwälder zu finden. In Hangbereichen stockt Kalktrockenhangwald, auf Klippen wächst Borstgrasrasen. In den Buchenwäldern sind hohe Anteile an Eichen zu finden, was auf eine frühere Nutzung als Hutewald hindeutet.

Die Teiche wurden im Mittelalter von Mönchen des Zisterzienserklosters Walkenried als Fischteiche rund um Walkenried angelegt. Von bis zu 365 Teichen wird berichtet, sicher nachweisen lassen sich davon noch 50.[1]

Die Fischteiche sind relativ flach. Sie sind teilweise aus vorhandenen Erdfallseen entstanden, welche von den Mönchen durch Dämme vergrößert wurden, zum großen Teil aber auch Neuanlagen. Vielfach werden sie durch Karstquellen gespeist, teilweise beziehen sie ihr Wasser auch aus nahen Bächen, in seltenen Fällen nur durch Niederschläge.[1]

Der Priorteich

Die Teiche liegen an verschiedenen Orten im Naturschutzgebiet. Mehrere Teiche befinden sich südwestlich von Walkenried am Fuße der Gipsmassive Reseberg und Höllstein. Die Teiche sind überwiegend von Waldbeständen umgeben. In den Uferbereichen wachsen vielfach Röhrichtbestände. Der zwischen Bad Sachsa und Walkenried liegende Priorteich ist der größte der Teiche im Naturschutzgebiet. An seinem Nordufer liegt ein Waldfreibad.[2]

An Nordrand des Höllsteins befindet sich das Naturdenkmal „Sachseneiche“, eine uralte Eiche, deren Alter auf über 850 Jahre beziffert wird.[3]

Nordwestlich des Höllsteins liegt der Sachsenstein, ein Berg aus Werraanhydrit, dessen markanter Felssporn nach Norden, Westen und Südwesten zum Uffetal abfällt. Auf diesem Felssporn liegt die Sachsenburg, welche auf Veranlassung von Kaiser Heinrich IV. erbaut und 1073 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Ruine der Burg, welche bereits 1074 wieder zerstört wurde, wurde 1869 beim Durchstich des Berges für den Bau der Südharzstrecke, welche durch das Naturschutzgebiet verläuft, erheblich beschädigt.[4] Sie ist heute als Kulturdenkmal ausgewiesen.[5]

Eine Besonderheit auf Höllstein und Sachsenstein[6][7] sind die als „Zwergenlöcher“ bezeichneten, oberflächennahen Quellhöhlen, welche unter dem Einfluss von Wasser bei der Umwandlung von Anhydrit in Gips entstehen.[8][9] Die größte bekannte Quellhöhle war die „Waldschmiede“ im Blumenberg. Sie ist weitgehend verwittert und 1990 eingestürzt.[10] Um die Quellungshöhlen ranken sich verschiedene Sagen.[11][12][13]

Der Sachsenstein fällt zum Uffetal steil ab. Diese als Naturdenkmal „Sachsensteinklippen“ ausgewiesene etwa einen Kilometer lange und bis zu 30 Meter hohe Steilwand[14] ist durch die an ihrem Fuß vorbeifließende Uffe entstanden.[15]

Neben der Südharzstrecke zwischen Bad Sachsa und Walkenried durchqueren weitere Verkehrswege das Naturschutzgebiet, darunter zwei Landesstraßen. Durch das Naturschutzgebiet verlaufen mehrere Wanderwege,[16] darunter auch eine Teilstrecke des Karstwanderweges Südharz.[17]

Das Gebiet steht seit dem 16. März 1950 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Osterode am Harz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Fischteiche rund um Walkenried, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  2. Der Priorteich, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  3. Das Naturdenkmal Sachseneiche, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  4. Sachsenburg, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  5. Die Burgruine Sachsenstein, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  6. Der Höllstein und die Höllsteinklippen, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  7. Der Sachsenstein, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  8. Die Zwergenlöcher bei Bad Sachsa, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  9. Quellungshöhlen, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  10. Waldschmiede, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  11. Die Zwerge vom Sachsenstein, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  12. Die Jungfer vom Sachsenstein, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  13. Sagen von Zwerglöchern, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  14. Der Sachsenstein, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  15. Sachsensteinwand, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  16. Das Naturschutzgebiet „Priorteich - Sachsenstein“, harzlife.de. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  17. Karte südöstlich Bad Sachsa, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 8. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten]