Privatbrauerei Ernst Barre

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Privatbrauerei Ernst Barre
Logo der Barre Bräu GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1842 durch Ernst Johann Barre[1]
Sitz Lübbecke
Leitung Christoph Barre
Mitarbeiter 105 (2010)
Umsatz ca. 18 Mio. EUR (2009)[2]
Branche Brauerei
Website www.barre.de
Barre Brauerei

Die Privatbrauerei Ernst Barre GmbH ist eine Brauerei im ostwestfälischen Lübbecke im Kreis Minden-Lübbecke und hat ihre Wurzeln in der 1842 von Ernst Johann Barre gegründeten Brauerei.[3] Gemessen am Bierausstoß gehört das Unternehmen neben dem direkten Konkurrenten, der Herforder Brauerei, zu den größten Brauereien in Ostwestfalen und ist somit regional prägend. Die Brauerei liegt am nach Süden führenden Pass über das Wiehengebirge in Lübbecke am Fuße des Reineberges und ist seit Generationen im Familienbesitz. Die regionale Verflechtung führt zu zahlreichen von der Brauerei gegründeten oder unterstützten Volksfesten wie dem seit 1954 stattfindenden Bierbrunnenfest in Lübbecke. Die Brauerei ist Gründungsmitglied der Initiative Die Freien Brauer, eines Zusammenschlusses von mittelständischen Privatbrauereien, vornehmlich aus Deutschland und Österreich.

Barre Bräu ist nicht nur im Lübbecker Land bekannt, auch in den nördlich und westlich angrenzenden Teilen von Niedersachsen findet man die Produkte in der Gastronomie und im Handel. Im südlich gelegenen Kreis Herford hat Barre ebenfalls eine gewisse Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

1842 gründete Ernst Johann Barre seine erste eigene Brauerei am Bergsattel in Lübbecke. Daraus entwickelte sich die Privatbrauerei Ernst Barre.

1970 gründete Barre Bräu mit anderen Brauereien und Getränkeherstellern den Vitamalz-Verbund.

Im Jahr 2010 betrug die Produktionsmenge 150.000 Hektoliter Bier.

Im Januar 2014 verhängte das Bundeskartellamt gegen die Privatbrauerei Ernst Barre und vier weitere Brauereien wegen Preisabsprachen für Fass- und Flaschenbiere in einem Bierkartell von 2006 bis 2008 eine Strafzahlung von 106,5 Millionen. Euro.[4][5] Barre bestreitet dies in einer Presseerklärung und bestätigt, in den Verhandlungen mit dem Bundeskartellamt aus wirtschaftlichen Gründen dem Bußgeld zugestimmt zu haben.[6]

Geschäftsführung[Bearbeiten]

Christoph Barre leitet das Unternehmen seit 1998 in der sechsten Familiengeneration.[7] Dessen Vater Ernst-Ludwig Barre übernahm 1965 die Geschäftsführung des Familienunternehmens. Diesem gelang es, mit der Wiedereinführung der Bügelverschlussflasche in den 1980er Jahren, den Absatz der Brauerei deutlich zu erhöhen und die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.[8]

Produkte[Bearbeiten]

Typische Bierflaschen

Barre bietet zahlreiche Biersorten und Biermischgetränke an:

  • Barre Pilsener
  • Barre Frey Bier
  • Barre Festbier
  • Barre Dunkel
  • Barre Weizen
  • Barre Maibock
  • Barre Alt
  • Barre Alt Schuss
  • Barre Alster
  • Barre Natur Alster[9]
  • Barre Lemon
  • Barre Weizen Grape

Der Barre Maibock wird nur im Frühjahr angeboten, alle anderen Sorten sind ganzjährig zu beziehen.

In dem Segment der alkoholfreien Getränke bietet Barre die Fassbrause an, nach fast 30 Jahren Produktionslücke.[10] Spezifiziert in den Richtungen

  • Barre Fassbrause Holunder
  • Barre Fassbrause Zitrone

Weitere Produkte:

  • Vitamalz (als Mitglied des Vitamalz-Verbundes)

Barre’s Brauwelt[Bearbeiten]

In dem seit 1985 nicht mehr genutzten Gebäude des alten Gär- und Lagerkellers der Brauerei entstand auf 1.000 m² ein Museum mit angeschlossener Schankwirtschaft und einem Souvenirgeschäft.

Seit der Eröffnung im Oktober 2001 ist es das einzige seiner Art in Ostwestfalen-Lippe. Unter den Exponaten befindet sich u. a. ein komplett eingerichteter Produktionsbetrieb mit restaurierten Brauereimaschinen und -werkzeugen. Sachkundige Führer bringen den Besuchern die Kunst des Bierbrauens und die Historie des Unternehmens im 19. und 20. Jahrhundert näher.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harald Wixforth: Ostwestfalen. Streifzug durch die Wirtschaftsgeschichte. In: Dr. Christoph von der Heiden, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (Hrsg.). Kunstverlag Josef Bühn, München 1999, ISBN 3-932831-06-3.
  2. vgl. Interview: Christoph Barre spricht über die Chancen seiner traditionsreichen Privatbrauerei. In: Neue Westfälische, 10. Juli 2010. Abgerufen am 23. März 2013.
  3. Hopfen, Malz und Wasser. Bierbraukunst in Ostwestfalen-Lippe. Westfalen-Verlag, Bielefeld 1994. Kai von Schoenebeck: Das erste Pilsbier der Region, ISBN 3-88918-079-5.
  4. Kartellamt verhängt hohe Bußgelder gegen Brauereien
  5. Gemauschel beim Bierpreis. Dreistellige Millionenstrafe für deutsche Brauereien
  6. Presseerkläung der Pribatbrauerei Ernst Barre vom 13. Januar 2014 abgerufen am 14. Januar 2014
  7. Den Erfolg in der Nische suchen: Privatbrauerei Ernst Barre fährt strikten Sparkurs. In: Neue Westfälische, 27. Mai 2009. Abgerufen am 7. Juli 2009.
  8. 40 Jahre an der Spitze der Brauerei. In: Mindener Tageblatt, 16. Januar 2013. Abgerufen am 16. Januar 2013.
  9. Natürlich. Gut. – Barre bringt Natur Alster auf den Markt. Webseite der Brauerei Barre, Pressemitteilung, März 2013. Abgerufen am 23. März 2013.
  10. Geschichte. Die gesunde alkoholfreie Erfrischung aus einer anderen Zeit. Webseite der Brauerei Barre, Microsite-Werbekampagne für Barre Fassbrause, 2012. Abgerufen am 14. August 2012.
  11. Über Barre´s Brauwelt. Webseite von Barre’s Brauwelt. Abgerufen am 5. Oktober 2012.

52.2950698.618903Koordinaten: 52° 17′ 42,2″ N, 8° 37′ 8,1″ O