Privatier

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Als Privatier [pʀiˈvaˈtjeː] gilt allgemein eine Person, die finanziell so gut gestellt ist, dass sie nicht darauf angewiesen ist, zur Deckung ihrer materiellen Bedürfnisse einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, unabhängig davon, wie sie zu dem Vermögen gekommen ist. Der Privatier bezieht keine Unterstützung vom Staat, bezahlt aber sämtliche Steuern und sonstige Abgaben selbst.

Konnotation[Bearbeiten]

Diese Bezeichnung kann auch einen negativen Beiklang haben, wenn der Aspekt betont werden soll, dass eine Person ihre (beruflichen) Fähigkeiten nicht der Gesellschaft zur Verfügung stellt. Ob dies eine moralische Pflicht eines jeden Menschen ist, ist jedoch strittig.

Dem steht zudem gegenüber, dass in dieser Personengruppe oft ein hohes soziales Engagement vorhanden ist. Dies äußert sich zum Beispiel in Form der Übernahme von Ehrenämtern und einer hohen Spendenbereitschaft respektive Engagement für die Wohlfahrt. Dabei steht vielfach Altruismus im Vordergrund des Handelns des Privatiers, oder der Privatier betätigt sich als Mäzen bestimmter gesellschaftlicher Gruppierungen wie Stiftungen und Vereine.

Eine positivere Deutung zielt darauf ab, dass der Privatier Manager in eigenen Vermögenssachen ist. Im Unterschied zu einem Unternehmer liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit eines Privatiers dabei auf finanziellen Transaktionen sowie auf Handelsvorgängen, die keinem auf Dauer angelegten Gewerbe zuzurechnen sind, also keine lokale oder auf das Handelsgut bezogene Kontinuität aufweisen.

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Bedeutungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Verwendung des Wortes Privatier als Ersatz für eine Berufsbezeichnung kam während des 19. Jahrhunderts im Zuge des Aufstiegs des Bürgertums auf.

Der Begriff Privatier wird auch als Bezeichnung für vorzeitig zur Ruhe gesetzte Unternehmer, Manager, Spitzensportler und Politiker gebraucht.

Rezeption[Bearbeiten]

In der Literatur findet man den Privatier beispielsweise bei Wilhelm Busch:

Und als der Privatier erwacht,
Ein Messer ihm entgegenlacht.
Schnell will er die Pistole kriegen,
Der Dieb mißgönnt ihm das Vergnügen.
Seht nur! wie die Pistole kracht,
Dem Lumpen hat es nichts gemacht.
Der Privatier ganz zornentbrannt,
Haut mit dem Säbel umeinand.

In Thomas Manns Gesellschaftsroman Buddenbrooks. Verfall einer Familie heiratet Tony Buddenbrook in zweiter Ehe Alois Permaneder, der sich nach der Heirat durch die Mitgift Tonys als Privatier zur Ruhe setzt:

„Tonerl, mehr brauchen mer nimmer. I hab′mi allweil geschunden und jetzt will i mei Ruh. ... I bin ka Protzen net und mag net allweil a Göld z′sammen scharrn; von morgen ab mach′i Schluß und werd Privatier.“

Thomas Mann: Buddenbrooks, 6. Teil, 8. Kapitel. Frankfurt 1974

Siehe auch[Bearbeiten]