Pro Juventute

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Dieser Artikel behandelt die schweizerische Organisation, für die Österreichische siehe Pro Juventute Kinderdorfvereinigung.
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Pro Juventute (lat. «Für die Jugend») ist eine seit 1912 existierende, in der Schweiz ansässige Stiftung mit ZEWO-Gütesiegel. Sie ist privat, politisch unabhängig und konfessionsneutral. Seit dem Gründungsjahr finanziert sich die Stiftung mit dem Verkauf von Wohltätigkeitsmarken, Spenden, Legate und Beiträge der öffentlichen Hand. Sie umfasst nebst der Stiftung 22 meist kantonale Pro Juventute Vereine, die rechtlich und organisatorisch unabhängig von der Stiftung sind. Die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Pro Juventute und den Pro Juventute Vereinen ist in einem Lizenzvertrag (Namensrechte) und in dienstleistungsspezifischen Projektverträgen geregelt. Darüber hinaus agieren die Vereine ohne Einflussnahme der Stiftung.

Ziel[Bearbeiten]

Unter Beachtung der Uno-Kinderrechtskonvention setzt sich die Stiftung für die Erfüllung der Bedürfnisse und die Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz ein. Kinder und Jugendliche sollen in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert werden. Weiterhin ist die Stiftung eine Anlaufstelle in Notfällen und bietet soziale Dienstleistungen an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stiftung Pro Juventute besteht seit mehr als 100 Jahren.

1912 wird die Stiftung unter der Schirmherrschaft der (SGG) (Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft) gegründet. Anfängliches Ziel war die Bekämpfung von Tuberkulose bei Kindern und Jugendlichen. Carl Horber, Sekretär der Tuberkulose-Kommission der Stadt Zürich, initiierte gemeinsam mit Ulrich Wille Junior und Regierungsrat Alexander Aepli das Projekt der Schweizerischen Stiftung Pro Juventute. Die Pro Juventute wird als selbständige Stiftung unter das Dach der SGG aufgenommen.[1]

Von 1912 bis 1995 wird es Tradition, dass die Stiftung von einem amtierenden oder ehemaligen Bundesrat geleitet wird. Bundesrat Arthur Hoffmann war der erste Stiftungsratspräsident 1912.

Um die ersten Projekte zur Tuberkulose-Bekämpfung zu finanzieren, erhält die Organisation die Erlaubnis der Schweizer Post, nicht frankaturgültige Briefmarken an den Postschaltern für 10 Rappen zu verkaufen. Das Motiv der (Vorläufer) Marke ist eine Gruppe von Kindern und der Beschriftung «Viel Sonnenschein im neuen Jahr». Der Gewinn fliesst in die Stiftung und in die Projekte .[2]

1913 wurde die Wohltätigkeitsbriefmarke so erfolgreich, dass ein Jahr darauf die erste Pro Juventute-Briefmarke mit einem Frankaturwert von 5 Rappen und einem Aufschlag von weiteren 5 Rappen erscheint, der an die Stiftung geht. Darauf dargestellt ist die Helvetia. Insgesamt werden über 3,3 Millionen Briefmarken verkauft. In den nächsten Jahren folgen die berühmten Briefmarkensätze.

Die Organisation holte 1918 eine Gruppe Auslandschweizerkinder zu Erholungsferien in die Schweiz. Zwei Jahre darauf entsteht aus dieser Initiative und in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen die Aktion «Schweizerhilfe»; diese richtet sich vor allem an Kinder von Auslandschweizern in den kriegsgeschädigten Ländern.[3]

Im Jahre 1920 begann die Wanderausstellung «Säuglings- und Kleinkinderpflege». Diese Wanderausstellung bildet einen wichtigen Teil zur Entwicklung und späteren Verbreitung von Mütterberatungsstellen .[4]

1922 wurde die «Genossenschaft Kindersanatorium Pro Juventute» (heute: «Alpine Kinderklinik») gegründet. Hauptaufgabe war zunächst die Behandlung von tuberkulosekranken Kinder. Als die Zahl der Fälle zurückging, spezialisiert sich das Kindersanatorium auf die Behandlung von Asthmaerkrankungen und anderer Lungenkrankheiten.[5]

Die Organisation begiann 1923 mit der Organisation von Kursen für Leiterinnen von Mütterberatungsstellen.

Die „Zürcherische Genossenschaft zur Errichtung von Jugendherbergen“ wird 1924 von verschiedenen Jugendverbänden gegründet und ab 1927 übernimmt Pro Juventute die Geschäftsstelle.[6] (heutige Schweizer Jugendherbergen).

Von Bundesrat Giuseppe Motta angeregt, gründete 1926 die «Organisation zur Versorgung von Kindern vagabundierender Schweizer Familien», später «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» genannt. Die von Alfred Siegfried von 1927 bis 1958 geleitete Unterabteilung «Schulkind» hat zum Ziel, Kinder von Fahrenden aus ihren Familien zu nehmen und sie vor Verwahrlosung und «Vaganität» zu schützen und in «sesshaften» Familien oder Institutionen unterzubringen.[7]

Die Stiftung setzt sich 1929 für die Schaffung von Kindergärten und Kleinkinderschulen ein und engagiert sich für den schulärztlichen Dienst mit der Abgabe von Zahnbürsten und der Kropfbehandlung durch das Verteilen von Jodtabletten.

Die bekannte Schweizer Kinderärztin, Gründungsmitglied und Stiftungsrätin der Organisation Frida Imboden-Kaiser, setzt sich 1930 intensiv für das Stillen der Mütter ein. Ihr Engagement bewirkt eine nachhaltige Rückgang der Säuglingssterblichkeit, die in den industrialisierten Bezirken St. Gallens besonders hoch war, da Mütter, die in den Fabriken und Stickereien arbeiteten und bald nach der Geburt wieder arbeiten mussten, ihre Kinder zu früh abstillten .[8]

Ebenfalls 1930 wurde die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Ferien und Freizeit (SAF) ins Leben gerufen (Vorläuferin der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV). Die Organisation übernahm die Führung der Geschäftsstelle.

1931 wurde das Schweizerische Jugendschriftenwerk (SJW) durch Pro Juventute, die kantonalen Erziehungsbehörden und die Gemeinnützige Gesellschaft gegründet, , um die sogenannten «Schundliteratur», die damals vor allem in den Zürcher Stadtquartieren Niederdorf und «Kreis Cheib» angeboten wurde, etwas entgegenzuhalten.

Otto Binder, Zentralsekretär der Organisation, initiierte 1935 die Gründung der «Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege» (heutige Schweizer Wanderwege). Die Geschäftsstelle ist zu Beginn beim Zentralsekretariat der Pro Juventute angesiedelt .[9]

Das im Jahre 1939 gegründete „Praktikantinnenhilfe“-Projekt wurde an die Organisation übergeben. Zu Beginn wurden überlastete Bäuerinnen unterstützt. Von 1941 bis ins Jahr 2008 erweitert sich dieses Sozialpraktikum immer mehr auch zugunsten überlasteter Familien .[10]

Säuglingsschwestern von Pro Juventute fühtren 1942 die ersten Säuglingspflegekurse durch. Auf die Schulung von jungen Eltern folgt die schweizweite Mütter- und Väterberatung, die Entwicklung der Pro Juventute Elternbriefe und des Ratgeber-Klassikers «Das erste Lebensjahr» .[11]

Die Organisation übernahm die Publikation des seit 1908 erscheinenden Pestalozzi-Kalenders mit verschiedenen Informationen, Lernhilfen und Wettbewerben für Schüler. Seit 2003 nimmt der Orell-Füssli-Verlag die Herausgabe.[12]

Die «Vereinigung Kinderdorf Pestalozzi» wird 1945 gegründet, um die vom Krieg betroffenen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und das kulturelle Zusammenleben zu fördern. 1947 treffen die ersten Kinder und Jugendlichen im Kinderdorf ein. Bis heute ist die «Stiftung Kinderdorf Pestalozzi» weltweit als kompetente Partnerin bezüglich Kinderrechte und Hilfe für benachteiligte Kinder anerkannt. Pro Juventute übernimmt die Mittelbeschaffung und die Führung des Sekretariats bis ins Jahr 1950 .[13]

1952 wurde Papa Moll von Edith Oppenheim-Jonas im Auftrag derr Organisation entworfen. Der schweizerische Comic-Strip war als Alternative zu den vielen ausländischen Comics gedacht. Edith Oppenheim-Jonas ist 2001 im Alter von 93 Jahren gestorben. Zu Lebzeiten hat sie auf Schweizer Radio DRS erzählt, dass ihre eigene Familie sie zu den Papa Moll-Geschichten inspiriert hat. Zuerst erschienen einzelne Geschichten im Kindermagazin Junior. Seit 1975 erscheinen die Bücher im Globi-Verlag in Zürich. Bis Frühling 2012 gab es 24 Papa-Moll-Klassik-Bände.[14]

Die ersten beiden Robinsonspielplätze (Abenteuerspielplatz) in Rüschlikon und Zürich-Wipkingen wurden 1954 von der Organisation mit der Grundidee, der Erhaltung des Lebensraums für Kinder in der Stadt, ins Leben gerufen. In der laufenden Zeit entwickeln sich aus den Robinsonspielplätzen dann die Zürcher Gemeinschaftszentren. Ab 1963 übernahm die Stadt Zürich die Einrichtungs- und Betriebskosten. Heute ist die Organisation Trägerin von 18 Gemeinschaftszentren in Zürich.[15]

1959 gründete die Organisation die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft «Jugend und Film», aus der die Schweizer Jugendfilmtage hervorgingen.[16]

Der mit Unterstützung der Organisation ins Leben gerufene Kinderzirkus «Robinson» ging 1961 erstmals auf Tournee. Er existiert heute noch.[17]

In den Städten Basel und Zürich werden 1970 die ersten Elternbriefe der Organisation mit Informationen und Ratschlägen zu Erziehung, Ernährung, Körperpflege, Bildung und Kinderrechten verschickt. Seit dann beziehen in der Schweiz viele Gemeinden die Elternbriefe. Bei Geburt eines Kindes werden die Elternbriefe an alle Eltern gratis abgegeben. Heute informieren sich pro Jahr rund 50 000 Mütter und Väter, beziehungsweise 60 Prozent aller jungen Eltern in der Schweiz, über die stätig aktualisierten Elternbriefe. Im ersten Lebensjahr des Kindes erhalten sie einmal im Monat einen Brief, vom ersten bis zum dritten Lebensjahr alle zwei Monate und vom dritten bis zum sechsten Lebensjahr vier Mal im Jahr.[18]

Der «Verlag Pro Juventute» wurde1971 gegründet; 1982 überführte der «Atlantis Verlag (Hürlimann)» sein Jugendbuchprogramm zu Pro Juventute; 2003 verkaufte Pro Juventute den Verlag an den Orell-Füssli-Verlag.

Die Zeitschrift «Der Schweizerische Beobachter» erhebt 1972 gegen die Organisation schwere Vorwürfe in Sachen «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse». Der erste Artikel unter dem Titel «‹Fahrende› Mütter klagen an» wirft Pro Juventute und den Behörden vor, ihnen widerrechtlich ihre Kinder weggenommen zu haben.

Nachdem auch eine Fachkommission die Missstände aufdeckte, bekannte sich die Organisation im Jahre 1973 zur Mitverantwortung und löst das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» auf. Die Vormundschaften werden aufgehoben oder an Amts- und Privatpersonen übertragen.[19]

Die «Radgenossenschaft der Landstrasse», Dachorganisation der Jenischen in der Schweiz, wurde 1975 gegründet. Die Organisation unterstützt sie finanziell.

Ab 1978 wurden die «Ferienpass-Aktionen für Schulkinder» immer mehr von Pro Juventute-Bezirken durchgeführt und die Angebote weiter ausgebaut. Heute profitieren über 53 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz von rund 7500 verschiedenen Ferienplausch-Aktionen.[20]

Das «Familienbegleitung»-Projekt wurde 1985 ins Leben gerufen, dass Kinder und Familien in schwierigen Situationen unterstützt. 1992 wird die «Sozialpädagogische Familienbegleitung» zu einem Pro Juventute-Werk. 2007 wird die Sozialpädagogische Familienbegleitung selbständig. Das Angebot bleibt für die begleiteten Familien und die zuweisenden Stellen unverändert bestehen.[21]

Gemeinsam mit der Schweizerischen Fachstelle für Alkoholprobleme gründete die Organisation 1991 das Projekt «Radix – Gesundheitsförderung in der Gemeinde». Bis heute unterstützt Radix gesundheitsfördernde Aktivitäten in der ganzen Schweiz mit speziellen Angeboten für Gemeinden, Schulen und Betriebe.[22]

Die Organisation richtet 1992 das Sorgentelefon «Help-o-Fon» ein. Der Bund 1998 überträgt Pro Juventute die Verantwortung für den Aufbau einer Telefonhilfe 147 für Kinder und Jugendliche. Das Angebot «Beratung und Hilfe 147» der Stiftung Pro Juventute bietet Kindern und Jugendlichen bei schwierigen Entscheidungen, persönlichen Problemen oder in Krisensituationen Rat und Unterstützung. Es ist in der ganzen Schweiz kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.[23]

2001 begann das Bildungsprojekt «Kinder lernen ihre Rechte kennen» von Pro Juventute. Schülerinnen und Schüler erhalten Informationen über ihre Rechte aus der UNO-Kinderrechtskonvention, die in der Schweiz seit 1997 in Kraft ist .[24]

Der bis anhin jeweils 60 Personen umfassende Stiftungsrat wird 2004 auf 11 Mitglieder reduziert .[25]

Die Organisation begann 2007 die nationale Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt». Darin gefordert wird eine einheitliche und wirksame Regelung für den Schweizerischen Kinder- und Medienschutz. Am Internationalen Tag der Kinderrechte (20.November), wird die Petition an die zuständige Rechtskommission des Nationalrates übergeben.[26]

2009 begann die Organisation das Medienkompetenz-Angebot «Handyprofis» (heutiges «Medienprofis»-Angebot). Ziel es ist, die Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Eltern zu fördern. Das Bundesamt für Kommunikation zeichnet Handyprofis mit dem Preis «Ritter der Kommunikation» aus.[27] Im gleichen Jahr werden die beiden Finanzkompetenz Angebote «Kinder-Cash» und «Potz Tuusig» lanciert.[28]

Bundesrat Didier Burkhalter und über 30 weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport engagieren sich ab 2010 als Pro Juventute-Botschafter unter dem Slogan «Ich bin Pro Juventute». Die Organisation führt das Sozialkompetenz-Lehrmittel «Pro Juventute What’s up» ein. Das Lehrmittel hat zum Ziel, die Sozialkompetenz bei Primarschulkindern der 4. Bis 6. Klasse zu fördern. Zudem lanciert Pro Juventute «Pro Juventute Gametest» – ein Angebot, das Computerspiele nicht verbieten möchte, sondern Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen ausgewählte Spiele empfiehlt.

Die Organisation veröffentlichte 2011 den Ratgeber «Unser Kind» für Eltern mit Migrationshintergrund. Mit dem Ratgeber unterstützt die Organisation fremdsprachige Familien. Vom ersten bis sechsten Lebensjahr wird das Aufwachsen eines Kindes thematisiert und in sechs Ausgaben zusammengefasst. Die Texte sind leicht lesbar und in Deutsch, Französisch, Italienisch und in sieben Migrationssprachen erhältlich. Start von «Bau dir deine Schweiz der Zukunft» zum 100-jährigen Bestehen mit Kindern aus der ganzen Schweiz.[29] Mit den Lehrmitteln «Kinder-Cash» und Pro Juventute «Potz Tuusig» erhalten über 30'000 Kinder Förderung in Finanzkompetenz. Schweizweit ist «Potz Tuusig» von Pro Juventute das einzige Lehrmittel, das Themen wie Werte in Zusammenhang mit Geld für den Kindergarten und die Unterstufe aufbereitet. «Kinder-Cash», das weiterführende Angebot zu Geld und Konsum, richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 13 Jahren.[30] Schweizweite Kampagne «Stopp JugendSuizid» mit dem Ziel, die Bevölkerung zu sensibilisieren und die Notrufnummer 147 bei Kindern und Jugendlichen bekannt zu machen.

Aktuelle Entwicklung[Bearbeiten]

  • 2012: Die Stiftung feierte ihr 100-jähriges Bestehen.[31]
Pro Juventute schafft Weltrekord zum 100-Jahr-Jubiläum: Die «Schweiz der Zukunft» aus über zwei Millionen LEGO Steinen.[32]
Schweizweite Kampagne «Stopp Cyber-Mobbing» mit dem Ziel, die Bevölkerung zu sensibilisieren, was man gegen Cyber-Mobbing und Angriffe im Internet tun kann.
  • 2013: Lancierung einer Aufklärungskampagne gegen Sexting, nachdem eine Studie der Universität Zürich sowie Erfahrungen bei der Notrufnummer 147 gezeigt haben, dass sexueller Missbrauch von Jugendlichen stark mit dem Internet verknüpft ist.[33][34]
Kanal-Ausbau «Beratung + Hilfe 147»: Da Kinder und Jugendliche immer mehr über digitale Kanäle kommunizieren, führte die Notrufnummer 147 daher ihre Anstrengungen zur Effektivitätssteigerung weiter. So können sich Kinder seit dem Jahr 2013 schweizweit nicht nur per Telefon, sondern auch per SMS, Chat und Web an die Pro Juventute «Beratung + Hilfe 147» wenden. Durch die SMS- und Chat-Beratung erhalten mehr Kinder und Jugendliche mit schwerwiegenderen Krisen oder alltäglichen Problemen Hilfe und Beratung, da es ihnen oft leichter fällt, solche Probleme schriftlich zu äussern.
  • 2014: Lancierung einer nationalen Sexualaufklärungskampagne für Eltern. Diese sensibilisiert Eltern für Online-Risiken. Denn mit der Verbreitung von Internet und Smartphones findet der erste Kontakt von Kindern mit Sexualität oft im Web statt. Eltern sollen daher sensibilisiert werden, bei der Sexualaufklärung ihrer Kinder den Cyberspace miteinzuschliessen.[35]

Finanzierung[Bearbeiten]

Due Organisation finanziert ihre Aktivitäten zu rund 80 Prozent aus Spenden und Legate sowie mit Einkünften aus Sponsoring und anderen Partnerschaften. Die Finanzierung und die Liquidität sind nach eigenem Bekunden kurz- und mittelfristig gesichert. Die Stiftungsführung unter der Leitung des Präsidenten Josef Felder leitet die nötigen Schritte zur Erreichung einer ausgeglichenen Rechnung und der nachhaltigen Finanzierung ein. Im Zentrum stehen die Weiterentwicklung neuer Mittelbeschaffungsinstrumente und die engere Verknüpfung der Leistungen mit der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand. Pro Juventute erzielte im Geschäftsjahr 2011 erstmals nach 15 Jahren wieder ein ausgeglichenes Ergebnis. Die „schwarze Null“ per 31. Dezember 2011 war das erklärte Ziel, als die neue Führung 2009 einschneidende Massnahmen zur Sanierung und finanziellen Gesundung der mittlerweile 100-jährigen Kinder- und Jugendorganisation eingeleitet hatte. Eine wichtige Etappe sei hiermit geschafft, so Stiftungsratspräsident Josef Felder.[36]

Die Stiftung bestätigte auch im Geschäftsjahr 2012 ihren Turnaround. Unter Bereinigung der einmaligen Rückstellung für die BVK-Kosten schloss die Stiftung zum zweiten Mal seit Einleitung der Sanierungsmassnahmen mit einem ausgeglichenen Ergebnis ab. Mit dem rückstellungsbereinigten zweiten ausgeglichenen Ergebnis in Folge bestätigt Pro Juventute ihre Sanierung. Neben konsequenten Einsparungen und einer erheblichen strukturellen Vereinfachung ist die erfolgreiche Sanierung insbesondere auch auf den konsequenten Aufbau eines professionellen Fundraisings zurückzuführen.[37]

Due Organisation erzielte 2013 erneut ein ausgeglichenes Ergebnis. Zum dritten Mal in Folge konnte die Organisation mit einem operativen Plus ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren.[38]

Mission und Vision[Bearbeiten]

Die Organisation will «eine Schweiz, in der Kinder und Jugendliche glücklich sind und gefördert werden. Eine Schweiz, in der Eltern ihre Kinder bestärken und begleiten können. Denn die Kinder von heute sind die Gesellschaft von morgen.»[39]

Philatelie[Bearbeiten]

Die Pro-Juventute-Briefmarken sind vor allem bei Schweizer Philatelisten ein beliebtes Sammelgebiet. Sie werden meist als gewöhnliche Freimarken, seltener separat, gesammelt. Vor allem einige ältere Ausgaben erzielen auf Grund ihrer Seltenheit höhere Preise. Die Pro-Juventute-Marken wurden meist mehrere Jahre lang hindurch zu einem bestimmten Thema ausgegeben, so dass zusammen grosse Sätze, wie die Schweizer Kantonswappen, bilden. Von 2006 bis 2008 kreierten Jugendliche in Zusammenarbeit mit dem Künstler Ted Scapa die Ausgaben der Pro-Juventute-Marken, welche von der Schweizerischen Post herausgegeben werden.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft SGG und Pro Juventute.
  2. Post.ch - Sondermarke mit Verkaufszuschlag 100 Jahre Pro Juventute.
  3. Von der „Schweizerhilfe“ zur „Stiftung für junge Auslandschweizer“ Rückblick auf 90 Jahre eines Hilfswerks im Wandel der Zeit.
  4. Die Ausbildung — ein Muss! - Careum Bildungszentrum.
  5. Online Archivkatalog des Staatsarchivs Luzern «Genossenschaft Kindersanatorium Pro Juventute».
  6. Geschichte der Schweizer Jugendherbergen.
  7. Fragen und Antworten zum «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse».
  8. Historischen Lexikon der Schweiz - Frida Imboden-Kaiser.
  9. Historisches Lexikon der Schweiz - Otto Binder / Wandern.
  10. Die Heimat - Sozialpraktikum Pro Juventute.
  11. Die Stadt Wil - Elternbriefe.
  12. Tagesanzeiger - Pestalozzi-Kalender: Das Schweizer Original wird 100.
  13. NZZ - Die große Mission eines kleinen Dorfes.
  14. SRF Beitrag «Papa Moll wird 60»
  15. Pro Juventute – Katalysator der Spielplatzidee in der Schweiz.
  16. Pro Juventute – Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Jugend und Film "Arbeitshilfen für Filmerzieher".
  17. Kinderzirkus Robinson
  18. Die Stadt Zürich schenkt den Eltern jedes Erstgeborenen die Elternbriefe.
  19. Literaturauswahl zum «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» (1926–1973).
  20. Pro Juventute Ferienpass-, Ferienspass- und Ferienplausch-Angebote.
  21. Medienmitteilung - Übergabe der Sozialpädagogischen Familienbegleitung in die Selbstständigkeit.
  22. Information über Radix – Gesundheitsförderung in der Gemeinde.
  23. Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz - Die Pro Juventute Beratung + Hilfe 147.
  24. Die Kinderrechtskonvention.
  25. Der Stiftungsrat von Pro Juventute.
  26. Factsheet der Pro Juventute Petition 2007 «Stopp der (un)heimlichen Gewalt».
  27. Ritter der Kommunikation – ein Wettbewerb des Bundesamtes für Kommunikation
  28. Schulden.ch Artikel – Mit «Pro Juventute Kinder-Cash» sollen 9 bis 12-Jährige einen bewussten Umgang mit Geld und Konsum lernen.
  29. Blick.ch Artikel – Pro Juventute ermuntert Kinder, mit verschiedenen Aktionen ein Jahr lang ihre Vision einer Schweiz der Zukunft zu entwerfen
  30. Schweizerische Bankiervereinigung – Angebote zur schulischen Förderung der Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen
  31. 100 Jahre Pro Juventute
  32. presseportal.ch Medienmitteilung: Pro Juventute schafft Weltrekord zum 100-Jahr-Jubiläum: Die «Schweiz der Zukunft» aus über zwei Millionen LEGO Steinen
  33. Pressemitteilung vom 29. Oktober 2013
  34. Blick.ch Artikel – Pro Juventute macht auf Gefahren von Sexting aufmerksam
  35. Pressemitteilung vom 14. April 2014
  36. Tages-Anzeiger Pro Juventute hat den Turnaround geschafft
  37. NZZ Artikel Pro Juventute ist saniert
  38. Pressemitteilung: Dank breiter Solidarität Turnaround gefestigt
  39. Vision & Mission von Pro Juventute