Proba

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Proba
Typ: Erdbeobachtungssatellit
Betreiber: Europäische WeltraumorganisationESA ESA
COSPAR-Bezeichnung: 2001-049B
Missionsdaten
Masse: 94 kg
Größe: 60x60x80 cm
Start: 22. Oktober 2001, 04:53 UTC
Startplatz: Satish Dhawan Space Centre FLP
Trägerrakete: PSLV C-3
Status: aktiv
Bahndaten
Umlaufzeit: 97,0 min
Bahnneigung: 97,9 °
Apogäum: 677 km
Perigäum: 553 km

Proba ist der Name eines Satelliten der ESA. Der Kleinsatellit wurde am 25. Oktober 2001 in Betrieb genommen, nach seinem Start am 22. Oktober 2001 in Indien als Sekundärnutzlast einer PSLV-Rakete. Er wiegt 94 Kilogramm und hat die Form eines Quaders mit 60, 60 und 80 cm Seitenlänge

Eigentlich wurde er von der ESA zur Vorstellung neuer Technologien benutzt und sollte nach einem Jahr wieder abgeschaltet werden. Da es aber bis heute keine nennenswerten Probleme gab, ist der Satellit immer noch aktiv.

Die Besonderheit dieses Satelliten ist, dass er weitgehend selbständig agiert. Proba ist eine Abkürzung und bedeutet "Project for On-Board Autonomy" (Projekt für Bordautonomie) und ist laut der ESA auch diesem Namen gerecht geworden. Proba kann Aufgaben wie Fluglageregelung, Zielerkennung im Vorbeiflug und Bilderfassung selbständig ausführen. Von der Erde muss nur der Breiten- und Längengrad des zu fotografierenden Zielgebiets vorgegeben werden. Den Rest kann Proba selbständig koordinieren.

Ein Industriekonsortium unter der Leitung der belgischen Firma Verhaert baute den Satelliten. Die Verwendung konventioneller Komponenten half, Kosten einzusparen.

Eine ESA-Bodenstation in Belgien steuert den Satelliten. Aus 600 Kilometern Höhe nimmt er jeden Monat etwa 300 Bilder von rund 60 verschiedenen Gebieten auf. Bis heute hat der Satellit mit seinen beiden Kameras CHRIS (Compact High Resolution Imaging Spectrometer) und der Schwarzweiß-HRC (High Resolution Camera) über 10.000 Bilder geliefert. Die maximale Auflösung der Farbkamera CHRIS beträgt 18 m. Die Auflösung der Kompaktkamera HRC beträgt sogar nur fünf Meter. Die von ihr geschossenen Bilder in Schwarz-Weiß zeigen eine Fläche von 25 Quadratkilometern.

Nutzung[Bearbeiten]

Der Satellit dient neben der Erreichung von Forschungszielen der ESA auch für die Internationale Charta für Weltraum und Naturkatastrophen.

Nachfolgemissionen[Bearbeiten]

Der Start des Nachfolgers Proba-2, der neue Spektrometer für die Sonnenbeobachtung testen soll, erfolgte am 2. November 2009.[1]

Es liegen erste Pläne für Proba-3 vor, um Formationsflugexperimente im Raum durchzuführen.

Zusammen mit der ESA unterstützt Belgien die Mission Proba V. Der ca. 1 m³ große Satellit umkreist die Erde sonnensynchron in einer Höhe von 880 km. Der Satellitenbus wiegt 150 kg und liefert eine elektrische Leistung von 250 W. Die Nutzlast beträgt maximal 25 kg. Eine mulitspektrale optischen Kamera untersucht die Vegetation auf der Erde mit einer räumlichen Auflösung von ca. 100 m. Proba V führt die Aufgaben der französischen Satelliten Spot 4 und Spot 5 fort, die beim Start von Proba V am 7. Mai 2013[2] bereits 15 bzw. 11 Jahre alt waren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChris Bergin: SMOS and Proba-2 successful following launch from Plesetsk. nasaspaceflight.com, 1. November 2009, abgerufen am 2. November 2009 (englisch).
  2. Roland Rischer: Zweiter Vega-Start erfolgreich. raumfahrer.net, 7. Mai 2013, abgerufen am 7. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten]