Proctor (Vermont)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Proctor
Spitzname: The marble capital of the world
Proctor (Vermont)
Proctor
Proctor
Lage in Vermont
Basisdaten
Gründung: 18. November 1886
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County:

Rutland County

Koordinaten: 43° 40′ N, 73° 2′ W43.658889-73.036667146Koordinaten: 43° 40′ N, 73° 2′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 1741 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 15,5 Einwohner je km²
Fläche: 112,1 km² (ca. 43 mi²)
davon 112,0 km² (ca. 43 mi²) Land
Höhe: 146 m
Postleitzahl: 05765
Vorwahl: +1 802
FIPS:

50-57250

GNIS-ID: 1462180
Webpräsenz: www.ProctorVermont.comVorlage:Infobox Ort in den Vereinigten Staaten/Wartung/FormatierteWebsite

Proctor[1] ist eine Gemeinde im Rutland County des Bundesstaats Vermont in den Vereinigten Staaten mit 1.741 Einwohnern (laut Volkszählung des Jahres 2010).[2] Sie entstand am 18. November 1886 als Ausgliederung aus den towns Rutland und Pittsford. Zentrum ist die Siedlung Proctor. Auf dem Gebiet der Gemeinde lagen außerdem wichtige Marmorsteinbrüche, die aber inzwischen geschlossen wurden.

Ende der 1830er Jahre wurden auf dem Gebiet der town Rutland große Mengen hochwertigen Marmors nahe der Siedlung Sheffield Village gefunden, die rasch von einigen Firmen aufgeschlossen wurden. Allerdings fehlte es an einer geeigneten Transportgelegenheit. Aus diesem Grund wurde die 1842 projektierte und 1849 fertiggestellte Bahnstrecke Bellows Falls–Burlington über Rutland geführt. Marmor aus Rutland löste rasch den sehr viel teureren Marmor aus Carrara ab, der zunehmend schwierig zu gewinnen war. Die verschiedenen kleinen Steinbruchgesellschaften wurden 1880 durch die neugegründete Vermont Marble Company unter ihrem Präsidenten Redfield Proctor, einem Colonel des Bürgerkriegs und ehemaliger Gouverneur Vermonts, aufgekauft und zusammengefasst. Sutherland Falls wurde zwei Jahre später nach eben jenem Gouverneur in Proctor umbenannt. Bestrebungen, den Steinbruch und den Ort von Rutland unabhängig zu machen und zu einer eigenen town zu formen, führten 1886 zum Erfolg: die eigenständige town Proctor wurde zu gleichen Teilen aus Flächen der towns Rutland und Pittsford geformt; zeitgleich wurde West Rutland aus Rutland ausgegliedert und der zentrale Bahnhof, heute eine selbständige city, zu einer Gemeinde mit eigener Verwaltung aber ohne rechtliche Eigenständigkeit (village) ernannt. Zum besseren Anschluss der Steinbrüche an die Hauptstrecke in Rutland wurde durch die Vermont Marble Company am 10. September 1885 eine eigene Bahnlinie, die Bahnstrecke Hollister Quarry–Albertson, gegründet.

Der Marmor aus Proctor wurde zu einer sicheren Einnahmequelle, die auch die Weltwirtschaftskrise und die Folgen des Zweiten Weltkriegs überstand. Ab den 1970er Jahren waren die Steinbrüche dann zunehmend erschöpft und wurden in den 1980er und 1990er Jahren der Reihe nach geschlossen. Auch die Bahnlinie der Marble Company wurde 1988 weitestgehend stillgelegt. Heute stellt ein Marmor-Museum im zentralen Steinbruch von Proctor einen touristischen Anziehungspunkt dar.

Im Ort Proctor gibt es drei Kirchengemeinden: eine römisch-katholische, eine lutherische und die Proctor Union Church. Nur die lutherische Kirche ist ein Holzbau; die beiden anderen Kirchengebäude bestehen - natürlich - aus Marmor. Auch eine Marmorbrücke inmitten des Ortes stellt, wie die Kirchen, eine touristische Attraktion dar. Weiterhin bietet der Ort seinen Bewohnern eine Grundschule und eine High School sowie eine öffentliche Bibliothek.

Rutland grenzt im Norden an die town Pitsford, im Osten an die town Rutland und im Westen an die town West Rutland.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Proctor im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, abgerufen am 17. März 2012
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder