Prognathie

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Blick auf die Sagittalebene zwei unterschiedlicher Kieferformen; oben Schädel ohne Prognathie, darunter mit prognathem Unterkiefer

Als Prognathie wird die Form des Gebisses bezeichnet, bei der die Zahnbögen von Oberkiefer und Unterkiefer deutlich aus der Gesichtsfläche ragen, so dass sich eine so genannte Schnauze bildet.

Im Verlauf der Stammesgeschichte des Menschen wurde die ursprüngliche Prognathie der frühen Hominini schrittweise reduziert. Die ursprünglich parallel zueinander stehenden linken und rechten Gebissreihen der Backenzähne wurden zunehmend abgerundet, zudem wurden die Eckzähne kleiner. Das Gebiss des modernen Menschen ist daher parabelförmig gebaut und tritt kaum noch aus der Gesichtsfläche heraus.[1]

In der Kieferorthopädie bezeichnet Prognathie eine als unerwünscht geltende Stellung des Oberkiefers.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Schmitt (Herausgeber): Lexikon der Biologie, Band 7. Herder, Freiburg im Breisgau 1986, Seite 15, Artikel „prognath“, ISBN 3-451-19647-6
  • Duden: Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe. 8. Auflage, Mannheim 2007, S. 641, Artikel „prognath, Prognathie“, ISBN 978-3-411-04618-8
Karl II. von Spanien in einer zeitgenössischen Darstellung von Claudio Coello (1642–1693)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe: Michael Schmitt: Lexikon der Biologie
  2. siehe: das Duden-Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke.
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