Prometheus – Dunkle Zeichen

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Filmdaten
Deutscher Titel Prometheus – Dunkle Zeichen
Originaltitel Prometheus
PrometheusDunkleZeichen.jpg
Produktionsland Großbritannien, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 124 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Ridley Scott
Drehbuch Jon Spaihts,
Damon Lindelof
Produktion Ridley Scott,
David Giler,
Walter Hill
Musik Marc Streitenfeld,
Harry Gregson-Williams
Kamera Dariusz Wolski
Schnitt Pietro Scalia
Besetzung

Prometheus – Dunkle Zeichen (Originaltitel: Prometheus) ist ein US-amerikanisch-britischer Science-Fiction-Film von Ridley Scott aus dem Jahr 2012. Das Drehbuch schrieben Jon Spaihts und Damon Lindelof. In den Hauptrollen sind Noomi Rapace, Michael Fassbender und Charlize Theron zu sehen.

Der Film setzt zeitlich vor Scotts 1979 erschienenem Film Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt an: Ende des 21. Jahrhunderts geht eine Forschungsgruppe mit dem Raumschiff „Prometheus“ Hinweisen auf außerirdische Ursprünge des menschlichen Lebens nach.

Handlung[Bearbeiten]

Zu Beginn steht ein menschenähnliches Wesen an einem Wasserfall in einer urzeitlichen Landschaft. Nachdem es eine Flüssigkeit aus einer Ampulle getrunken hat, stirbt es und fällt in die Fluten, wo sich sein Körper in seine Bestandteile auflöst. Aus seinen Überresten bildet sich im Wasser neue DNS.

Im Jahr 2089 findet das Archäologenpaar Elizabeth Shaw und Charlie Holloway in einer Höhle auf der Insel Skye steinzeitliche Wandmalereien, die fremde Wesen und eine Sternenformation zeigen. Shaw deutet die Szene als eine Einladung von Außerirdischen. Diese von ihr „Konstrukteure“ (der Menschen) genannten Wesen wünschen sich, so ihre Vermutung, von ihren Geschöpfen auf ihrem Heimatplaneten besucht zu werden. Dieser wird als der Mond LV-223 im 40 Lichtjahre entfernten Sonnensystem Zeta2 Reticuli ausgemacht.[3]

Mit einer vom Tycoon Peter Weyland finanzierten Mission ist später das Raumschiff „Prometheus“ auf dem Weg zu LV-223 und hat nach zwei Jahren das Ziel fast erreicht. Die Besatzung wacht aus einem Kälteschlaf auf, und Weyland begrüßt sie mit einer holographischen Botschaft und dem Hinweis, dass er wohl bereits gestorben sei, wenn sie seine Videobotschaft sähen. Außerdem stellt sich Meredith Vickers vor, die im Auftrag der Weyland Corporation die Expedition leitet.

Die „Prometheus“ landet in einem Tal nachdem auf der Oberfläche geometrische Linien entdeckt werden, die künstlich angelegt worden sein müssen. Lebewesen sind jedoch entgegen der Hoffnung der Forscher vorerst nicht aufzufinden. Ein Forscherteam rund um Shaw und Holloway erkundet ein bergähnliches Gebilde. Der Androide David, der während des Fluges indogermanische Sprachen erlernt hat, entdeckt Hinweise darauf, dass die Bewohner des verlassenen Planeten vor etwas Unbekanntem geflohen sind.

Die Forscher entdecken bei der Erkundung des Berges einen Leichnam ohne Kopf vor einem Tor. Während Shaw und ein weiterer Wissenschaftler mit Hilfe der Radiokarbonmethode versuchen, das Alter des Toten zu bestimmen, öffnet David gegen Shaws Befehl das Tor. Auf der anderen Seite entdecken sie den abgetrennten Kopf des Astronauten sowie die riesige Skulptur eines menschlichen Antlitzes, das von urnenartigen Behältern umringt ist. Sie übersehen jedoch kleine Würmer auf dem Boden des Raumes. Wegen eines aufziehenden Sturms fordert Janek, der Kapitän der Prometheus, den Erkundungstrupp zur Rückkehr auf. Das Forscherpaar birgt den abgetrennten Kopf, ehe es im letzten Moment das Raumschiff erreicht. Die Forscher Milburn und Fifield, die aus Angst bereits im Vorfeld das Tunnelsystem verlassen wollten, verirren sich und müssen sich aufgrund des Sturmes über Nacht dort aufhalten.

Im Labor der Prometheus entpuppt sich der vermeintliche Schädel als Helm. Der darin befindliche Kopf eines Konstrukteurs ist überraschend gut erhalten, doch zerplatzt er bei dem Versuch, ihn neurologisch zu stimulieren. Eine Analyse ergibt, dass die DNS des Wesens teils mit der menschlichen übereinstimmt.

David öffnet unbeobachtet eine an Bord geschmuggelte Urne und entdeckt darin Ampullen mit einer Flüssigkeit. Er verabreicht Holloway heimlich einen Tropfen aus einer der Ampullen. Derweil protokolliert Shaw die Ergebnisse des Tages. Sie ist der Meinung, dass es in der Basis der Konstrukteure zum Ausbruch einer Seuche gekommen ist, der diese zum Opfer gefallen seien. Später schlafen sie und Holloway miteinander.

Milburn und Fifield irren währenddessen durch das Tunnelsystem und entdecken die Überreste weiterer toter Außerirdischer. Sie gelangen zurück in den Raum mit den Urnen, aus denen nun eine gräuliche Flüssigkeit austritt. Diese hat die winzigen Würmer in kürzester Zeit mutieren und stark wachsen lassen. Eines der Wesen greift Milburn an und tötet ihn. Bei dem Versuch, ihm zu helfen, wird Fifield ebenfalls getötet, als das aus dem Wurm herausschießende Blut sein Helmvisier verätzt.

Am nächsten Morgen führt Janek einen Suchtrupp zu dem Tunnelsystem. David entdeckt eine Art Kommandoraum und findet eine Kältekammer mit einem lebenden, jedoch schlafenden Außerirdischen. Der Suchtrupp hat in der Zwischenzeit Milburns Leiche gefunden, Fifield ist verschwunden. Bei Holloway treten durch das von David verabreichte Serum erste Symptome einer Krankheit auf. Der Suchtrupp kehrt eilig zur „Prometheus“ zurück. Dort verweigert die mit einem Flammenwerfer bewaffnete Vickers dem bereits von starken körperlichen Veränderungen gezeichneten Holloway den Zutritt. Holloway begreift, dass es keine Hoffnung mehr für ihn gibt, und lässt sich von Vickers töten.

Shaw erfährt nach einem Körperscan von David, dass sie angeblich im vierten Monat schwanger ist. Tatsächlich wächst in ihr weniger als einen Tag, nachdem sie mit Holloway geschlafen hat, bereits ein Fötus heran. David verweigert ihr die verlangte Abtreibung. Unter Schmerzen nimmt sie daher mit Hilfe eines Operationsroboters eigenständig einen Kaiserschnitt vor, entfernt die unbekannte Lebensform aus ihrem Leib und betäubt sie. Währenddessen taucht der mutierte Fifield an der Ladeluke der „Prometheus“ auf und tötet die meisten Besatzungsmitglieder. Erst Janek und sein Copilot können Fifield überwältigen und ihn verbrennen.

Shaw stößt auf David und Peter Weyland. Von der Mehrheit der Besatzung unbemerkt hat dieser die Reise mit angetreten; er ist es, der dem Androiden David die Befehle erteilt. Meredith Vickers entpuppt sich als seine Tochter. Weyland ist dem Tode nah und hofft auf Rettung durch die Konstrukteure. Er ordnet eine weitere Exkursion zu dem Bauwerk an, die er selbst anführt.

Im Rahmen weiterer Untersuchungen stellt die Besatzung fest, dass sich im Innern des Kuppelgebäudes ein ringförmiges Raumschiff verbirgt. Im Kommandoraum angekommen glaubt David, dass die Konstrukteure gerade im Begriff waren zu starten, um alles Leben auf der Erde wieder zu zerstören, aber ihr Start durch eine Katastrophe vereitelt wurde. Auf Weylands Befehl hin erweckt er den letzten Konstrukteur aus dem Kälteschlaf und spricht zu ihm. Der erwachte Konstrukteur aber beschädigt David und tötet Weyland und weitere Crewmitglieder, nur Shaw gelingt die Flucht. Der Konstrukteur leitet den Start des Raumschiffs ein, um seinen ursprünglichen Auftrag zu Ende zu bringen und die Menschheit zu vernichten.

Shaw drängt über Funk die restlichen Crewmitglieder an Bord des Raumschiffes dazu, mit allen Mitteln zu verhindern, dass der Konstrukteur zur Erde starten kann. Der Kapitän Janek rammt das startende Raumschiff des Konstrukteurs mit der „Prometheus“, die dabei zerstört wird. Vickers setzt sich zuvor mit einer Rettungskapsel ab, wird dann aber vom abstürzenden Raumschiff des Konstrukteurs erdrückt. Shaw entdeckt, dass ihr „Fötus“ nicht nur überlebt hat, sondern zu beträchtlicher Größe herangewachsen ist. Sie erhält von David, der nur noch aus seinem funktionsfähigen Kopf besteht, die Warnung, dass der Konstrukteur ebenfalls den Absturz überlebt hat und sie sucht. Shaw lässt das krakenhafte Wesen auf den Konstrukteur los, das diesen überwältigt.

David berichtet Shaw, dass es noch weitere Raumschiffe der Konstrukteure unter den anderen Kuppeln gebe und er in der Lage sei, sie zu steuern. Die Rückkehr zur Erde wäre also möglich. Shaw birgt Davids Einzelteile aus dem Kommandoraum des abgestürzten Raumschiffs unter der Bedingung, nicht zurück zur Erde, sondern zum Heimatplaneten der Konstrukteure zu reisen. Sie möchte wissen, warum die Konstrukteure die Menschen erst erschufen und sie dann vernichten wollten. Sie setzt einen letzten Funkspruch ab und warnt davor, den Mond LV-223 aufzusuchen.

Nachdem Shaw und David den Mond verlassen haben, bricht aus dem Brustkorb des toten Konstrukteurs eine Kreatur hervor, die die Charakteristika der Monster aus den Alien-Filmen aufweist.

Hintergrund[Bearbeiten]

von links nach rechts: Ridley Scott, Charlize Theron und Michael Fassbender

Produktion[Bearbeiten]

Ursprünglich war Prometheus – Dunkle Zeichen als Prequel zum 1979 erschienenen Film Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt gedacht. Allerdings entwickelte sich das Drehbuch zu einer eigenständigen Geschichte und ist somit ein Neuanfang der Reihe.[4]

Prometheus – Dunkle Zeichen wurde von Brandywine Productions (Walter Hill und David Giler), Dune Entertainment und Scott Free Productions (Ridley und Tony Scott) produziert.[5]

Am Film war auch der Künstler H. R. Giger beteiligt, der zuvor das Alien und das außerirdische Raumschiff für Ridley Scotts gleichnamigen Film entworfen hatte. Bei einer Pressekonferenz im Juli 2011 kündigte Scott an, der Film solle kaum digitale sondern althergebrachte Effekte enthalten und visuell entfernt an Blade Runner erinnern.[6][7]

Gedreht wurde in den Pinewood Studios, im spanischen Alicante (Ciudad de la Luz – Filmstudios[8]), in Fort William, auf Island (in der Nähe des Wasserfalls Dettifoss und in der Gegend des Vulkans Hekla), in Inverness, im Rannoch Moor und im The Storr.[9] Als Kamera diente ausschließlich die Red Epic.[10] Die Arbeiten begannen im März 2011[11] und endeten am 10. Dezember 2011.[12]

Filmstart[Bearbeiten]

Prometheus – Dunkle Zeichen startete am 30. Mai 2012 in Frankreich, Belgien und der französischsprachigen Schweiz. Im Herstellungsland lief der Film am 8. Juni desselben Jahres an, in Österreich am 8. August, in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz am 9. August.[5][13] Prometheus – Dunkle Zeichen wurde im 3D-, im IMAX- und im regulären (nicht-stereoskopischen) Filmformat gezeigt. Als Verleiher fungierte 20th Century Fox.

Der Film spielte bei einem Budget von 130 Millionen US-Dollar weltweit mehr als 400 Millionen Dollar ein.[14]

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, Regisseur Ridley Scott knüpfe an Motive aus seinem Film Alien von 1979 an, und lobte die „verblüffenden Ideen und visionären Set-Designs“. Die Handlung des Films verfalle aber „zunehmend den Klischees des genreüblichen Horrorfilms“. Die mangelnde Charakterisierung der meisten Figuren und die „auf bloße Worthülsen reduzierte Pseudo-Metaphysik“ der Dialoge stehe „dem Genuss der großartigen optischen Schauwerte im Weg“.[13]

In der Enzyklopädie des Phantastischen Films beschreibt Stefan Jung den Film als „vollständig durchdachtes Filmkonzept, das […] zum einen als intaktes erzählerisches Universum innerhalb der ganzen Alien-Saga, des Weiteren aber auch als eigenständige Neudefinition der von Scott mitentwickelten Ur-Geschichte selbst lesbar ist.“ In diesem Zusammenhang geht Jung auf einzelne stilistische Merkmale des Films ein, so auch auf das visuelle Design, den verstärkten Drang zur Psychologisierung von Handlung und Figuren, auf die ‘Prometheus’-Sagen als literarische Vorbilder und zuletzt auf das genretypische ‘Traum’-Motiv, wodurch der Film dem Autor letztlich stärker von der Handschrift des Regisseurs und weniger von der bereits etablierten Filmreihe und ihren Normen geprägt erscheint.[15]

Die Zitty kritisierte, der Film glänze zwar mit „exzellenten Schauwerten“, falle jedoch plötzlich „von der vieldeutigen SF-Vision in den Popcorn-Modus. […] Hanebüchene Dialoge und groteske Drehbucheinfälle […] lassen die Vision zu flachem Actionfutter verkommen.“ Von einem Ridley Scott dürfe man mehr erwarten.[16]

Thomas Assheuer analysierte den Film in der Zeit als Erklärungsversuch, woher das Böse komme. Es komme zwar „ein handwerklich brillanter Science-Fiction-Horror-Film heraus, aber alles in allem doch ein großer Mythen-Rührquark mit vielen abgeschmackten Bildern aus der abendländischen Bilderbackstube“.[17]

Patrick Seyboth schrieb in epd Film, dass man viele Aspekte an Prometheus bemängeln könne, so „seine Logiklöcher, die allzu erklärungsseligen Dialoge, die verschenkten Charaktere und Konstellationen, die oft viel zu aufdringliche Musik“. Trotzdem sei Prometheus ein „kraftvoller und mitreißender Film, in vielem faszinierend, in manchem furchterregend“.[18]

Der Journalist Markus Ströhlein lobte die schauspielerische Leistung Michael Fassbenders und „die souverän eingesetzte 3D-Technik", kritisierte den Film aber für seine „krude Geschichte“, den „hektisch-holprigen Schnitt“ und einen „aufdringlichen Soundtrack“. Generell habe „Scott über die vermeintlich großen Fragen offensichtlich die kleinen, aber bedeutsamen Fragen des Filmemachens vergessen“.[19]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prometheus – Dunkle Zeichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK, abgerufen am 6. August 2012.
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission, abgerufen am 15. Oktober 2012.
  3. YouTube: Prometheus – Featurette Origins (deutsch) bei 1:50
  4. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,739749,00.html (24. März 2012)
  5. a b Prometheus – Dunkle Zeichen in der Internet Movie Database.
  6. http://screenrant.com/comic-con-2011-damon-lindelof-charlize-theron-prometheus-3d-mikee-124823/ (20. April 2012).
  7. http://badassdigest.com/2011/07/21/comic-con-2011-report-prometheus/ (20. April).
  8. http://web.ciudaddelaluz.com/EN
  9. http://www.imdb.de/title/tt1446714/locations (24. März 2012)
  10. http://www.imdb.de/title/tt1446714/technical (24.März 2012)
  11. http://herocomplex.latimes.com/2011/04/08/prometheus-michael-fassbender-on-ridley-scotts-breathtaking-project/ (24. März 2012)
  12. http://www.diarioinformacion.com/cultura/2011/08/20/ridley-scott-rodara-alicante-prometheus-origen-alien/1159908.html (24. März 2012)
  13. a b Prometheus – Dunkle Zeichen im Lexikon des Internationalen Films.
  14. Prometheus – Dunkle Zeichen auf Boxofficemojo.com, abgerufen am 15. Oktober 2012.
  15. Stefan Jung: Prometheus, in: Enzyklopädie des Phantastischen Films, Dezember 2012.
  16. Zitty 17/2012, S. 59.
  17. Thomas Assheuer: Woher kommt das Böse?, in: Die Zeit vom 9. August 2012, S. 44.
  18. Patrick Seyboth, in: epd Film, Nr. 8/2012.
  19. Markus Ströhlein: Die Tentakel Gottes. Jungle World Nr. 32, 9. August 2012