Pronstorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pronstorf
Pronstorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pronstorf hervorgehoben
53.95861111111110.47027777777837Koordinaten: 53° 58′ N, 10° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Amt: Trave-Land
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 36,31 km²
Einwohner: 1652 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23820,
23619 (Goldenerhahn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04553, 04556, 04506
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 067
Adresse der Amtsverwaltung: Waldemar-von-Mohl-Straße 10
23795 Bad Segeberg
Webpräsenz: www.pronstorf.de
Bürgermeisterin: Bettina Albert (CDU)
Lage der Gemeinde Pronstorf im Kreis Segeberg
Großer Plöner See Wardersee Hamburg Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Ostholstein Kreis Pinneberg Kreis Plön Kreis Rendsburg-Eckernförde Kreis Steinburg Tangstedt Kreis Stormarn Lübeck Neumünster Alveslohe Armstedt Bad Bramstedt Bad Segeberg Bahrenhof Bark (bei Bad Segeberg) Bebensee Bimöhlen Blunk Boostedt Bornhöved Borstel (Holstein) Buchholz (Forstgutsbezirk) Bühnsdorf Daldorf Damsdorf Dreggers Ellerau Föhrden-Barl Fredesdorf Fahrenkrug Fuhlendorf (Holstein) Geschendorf Glasau Gönnebek Groß Kummerfeld Groß Niendorf (Holstein) Groß Rönnau Großenaspe Hagen (Holstein) Hardebek Hartenholm Hasenkrug Hasenmoor Heidmoor Heidmühlen Henstedt-Ulzburg Hitzhusen Högersdorf Hüttblek Itzstedt Kaltenkirchen Kattendorf Kayhude Kisdorf Klein Gladebrügge Klein Rönnau Krems II Kükels Latendorf Leezen (Holstein) Lentföhrden Mönkloh Mözen Nahe (Holstein) Negernbötel Nehms Neuengörs Neversdorf Norderstedt Nützen Oering Oersdorf Pronstorf Rickling Rohlstorf Schackendorf Schieren (Kreis Segeberg) Schmalensee Schmalfeld Schwissel Seedorf (Kreis Segeberg) Seth (Holstein) Sievershütten Stipsdorf Stocksee Strukdorf Struvenhütten Stuvenborn Sülfeld Tarbek Tensfeld Todesfelde Trappenkamp Travenhorst Traventhal Wahlstedt Wakendorf I Wakendorf II Weddelbrook Weede Wensin Westerrade Wiemersdorf Winsen (Holstein) WittenbornKarte
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Pronstorf ist eine Gemeinde im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Eilsdorf, Goldenbek, Reinsbek, Strenglin und Wulfsfelde liegen im Gemeindegebiet, das in seiner heutigen Form seit 1937 besteht.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Pronstorf liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Bad Segeberg in ländlicher Umgebung an der Landesstraße 69. Südlich verläuft die Bundesstraße 206 von Bad Segeberg nach Lübeck, nördlich die Bundesstraße 432 von Bad Segeberg nach Scharbeutz.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde Pronstorf setzt sich aus sechs einzelnen Orten zusammen. Der Ort Pronstorf mit rund 100 Einwohnern wird durch das große adelige Gut Pronstorf geprägt, zu dem auch die meisten Gebäude des Ortes gehören. Der Ort liegt direkt am Wardersee. Goldenbek liegt drei Kilometer südlich von Pronstorf an der Landesstraße 69. In dem rund 140 Einwohner zählenden Dorf befinden sich zahlreiche Einrichtungen der Gemeinde, wie ein Kindergarten sowie die Dörfergemeinschaftsschule.

Die restlichen Orte sind kleiner: Eilsdorf liegt rund drei Kilometer östlich davon an der Kreisstraße 69, Reinsbek liegt rund sieben Kilometer südöstlich von Pronstorf an der Landesstraße 71. Der Ort Strenglin liegt rund drei Kilometer nördlich von Pronstorf an der Landesstraße 69. Auch hier gibt es einen Kindergarten. Am westlichen Rand zum Warder See hin liegt der von vier alten Reetdachkaten geprägte Weiler Schlichtrott. Und Wulfsfelde liegt rund sechs Kilometer östlich von Pronstorf an der Landesstraße 71.

Zur Gemeinde Pronstorf gehören außerdem die Wohnplätze Butterstieg, Diekhof, Steinrade, Neukoppel, Rösing und Hartenkamp, die meist nur aus wenigen Häusern bestehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Pronstorf ist wohl in der Zeit der Völkerwanderung oder etwas später entstanden. Darauf lässt die Endung -torf schließen, die nichts anderes als Dorf bedeutet.

Etwa 1600 m süd-westlich des Pronstorfer Ortsteils Strenglin/Schlichtrott befinden sich die Reste einer slawischen Burg aus dem 9. Jahrhundert. Sie hat heute noch einen ovalen Durchmesser von 110 bis 140 Meter. Diese Anlage dürfe zum Stamm der Wagrier gehört haben, die wiederum zu den Obodriten gehörten.

Seit 2001 hat die Gemeinde ein Wappen und seit 2003 eine Gemeindeflagge.

Politik[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, die Wählergemeinschaft WG hat fünf und die SPD zwei Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein goldener, mit sechs Blüten, einer Knospe und einem Blatt bestückter Rapsstängel, oben links begleitet von einer kleinen silbernen Kirche.“[2]

Historische Begründung: Das Wappen bezieht sich auf den überwiegend landwirtschaftlichen Charakter des Ortes, der durch den goldenen Rapsblütenstand dargestellt wird. Die sechs Blüten stehen dabei für die sechs Ortsteile der Gemeinde. Die Vicelin-Kirche zu Pronstorf wird erstmals 1198 erwähnt. Als spätromanische Feldsteinkirche weist sie die typischen Merkmale einer Vicelinkirche auf. Der Rundturm stammt noch aus der ersten Anlage im 12. Jahrhundert.[2]

Flagge[Bearbeiten]

Auf weißem Flaggentuch zwischen zwei schmalen blauen Streifen unweit des oberen und des unteren Tuchrandes das Gemeindewappen in flaggengerechter Tinktur.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Pronstorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Aussichtspunkte[Bearbeiten]

Wer Pronstorf nördlich Richtung Hartenkamp verlässt, der erhält linker Hand einen guten Blick über den Wardersee. Verlässt man Reinsbek in Richtung Wulfsfelde auf der L 71, hat man nach rund einem Kilometer, bei schönem Wetter, einen Ausblick auf die Silhouette der „Sieben Türme“ des zehn Kilometer entfernten Lübecks.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Im Bereich der Gemeinde befinden sich zahlreiche Hügelgräber. Darunter eines in Strenglin.

Bauwerke[Bearbeiten]

Vicelinkirche in Pronstorf
Schloss Pronstorf um 1900

Die Vicelinkirche in Pronstorf, eine spätromanische Feldsteinkirche, wurde 1198 erstmals urkundlich erwähnt. Auch der Turm stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Friedhof der Kirche befindet sich das Grab des Generals Paul von Lettow-Vorbeck.

Das aus dem Jahre 1728 stammende Herrenhaus auf Gut Pronstorf zählt zu den schönsten Barockbauten in Schleswig-Holstein. Das Herrenhaus gehört der Familie der Grafen zu Rantzau.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Die Gemeinde war Kulisse für den am 22. September 1981 vom ZDF erstmals ausgestrahlten Fernsehfilm Landluft, der nach der Romanvorlage Das Dorf von Hans Peter Renfranz, unter der Regie von Claus Peter Witt entstand.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, angebaut werden hauptsächlich Getreide, Raps und Zuckerrüben. Produziert werden zudem Weihnachtsbäume sowie Tannengrün. Einige Landwirte sind in der Viehwirtschaft tätig. Es gibt jedoch auch einige Hotel- und Gastronomiebetriebe sowie Handwerker und Kleingewerbe. Viele Einwohner der Gemeinde sind Pendler und haben ihre Arbeitsplätze in und um Lübeck und Bad Segeberg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Botsch: Pronstorf und der Rest der Welt, antique&art, Pronstorf 2011, o.ISBN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pronstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein