Pronyscher Zaum

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Schema eines Pronyschen Zaums mit Drehmoment M, Kraft F und Hebellänge l

Ein Pronyscher Zaum (benannt nach dem französischen Ingenieur Gaspard de Prony 1755–1839) ist ein Bremsdynamometer zum Messen von Drehmomenten. Andere Bezeichnungen sind Holzbremse oder Backenbremse.

Er besteht im Wesentlichen aus zwei verstellbaren Bremsbacken, welche mit einem drehbaren Hebel (Balken) verbunden sind und meist aus einem Kraftmesser (Dynamometer) oder aus einem Belastungsgewicht. Um das Drehmoment eines Antriebs an der Achse zu messen, variiert man den Druck der Bremsbacken des Pronyschen Zaums bzw. verschiebt und/oder erhöht das Gewicht am Hebelarm, bis der Motor auf die entsprechende Drehzahl abgebremst wird. Aus dem Produkt des Abstandes l zwischen Bremsbackenmitte und dem Angriffspunkt der Gewichtskraft F bzw. des Kraftmessers lässt sich das Drehmoment M bei der eingestellten Drehzahl bestimmen:[1]

 \mathrm{M} = l \cdot \mathrm{F}

Die mechanische Leistung errechnet sich aus dem Quotienten der geleisteten Arbeit \Delta \mathrm{W} und der dafür benötigten Zeit \Delta t. Ist \Delta t die Dauer eines vollen Umlaufs, so ist \textstyle n=\frac{1}{\Delta t} die Drehzahl und die geleistete Arbeit entspricht dem Produkt aus der Kraft F und der Länge des Weges, das heißt des Kreisumfangs 2\pi \cdot l, und daher

 \mathrm{P} = \frac{\Delta \mathrm{W}}{\Delta t} = \frac{2 \pi \cdot \mathrm{M}}{\Delta t} = 2 \pi \cdot \mathrm{M} \cdot n.

Da der Hebel auch mit Ausgleichgewicht nur schwer in Balance zu halten ist, bestimmt man mit dem Pronyschen Zaum meist nur das Anlaufmoment eines Elektromotors. Hierbei wird der Läufer des Elektromotors bis fast zum Stillstand abgebremst.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. D. Meschede: Gerthsen Physik, Springer-Verlag (2010), 24. überarbeitete Auflage, ISBN 978-3-642-12893-6, Abschnitt 1.9.4: Die technische Bedeutung der Reibung