Prospero Alpini

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Prospero Alpini, auch Prosper Alpinus oder Prosper Alpini/Alpino (* 23. November 1553 in Marostica (Republik Venedig); † 16. Februar 1617 in Padua) war ein italienischer Arzt und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Alpino“.

Prospero Alpini (1616)

Leben[Bearbeiten]

Studium[Bearbeiten]

Prospero Alpino ist der Sohn des Arztes Francesco Alpino. Nachdem er in der mailändischen Armee gedient hatte, begann er 1574 sein medizinisches Studium an der Universität Padua (Angeblich strebte Alpini eine militärische Karriere an, wurde dann aber dazu angehalten, Medizin zu studieren wie sein Vater; dies passt aber schlecht zu seiner späteren Leidenschaft für die Botanik.), wo er als herausragender Student bekannt und oft in universitäre Gremien gewählt wurde. 1578 erhielt er seinen Doktortitel in Medizin und Philosophie.

Seine bevorzugten wissenschaftlichen Disziplinen waren Botanik, Medizin und Pharmakologie, des Weiteren beschäftigte er sich mit Naturgeschichte und Zoologie.

Ägypten[Bearbeiten]

Danach praktizierte er in Campo San Pietro, einer kleinen Stadt in der Provinz Padua, aber seine Vorliebe für die Botanik, besonders für exotische Pflanzen, führte ihn 1580 nach Ägypten, wo er Leibarzt des venedischen Botschafters in Kairo, George Emo oder Hemi (auch Giorgio Emo), wurde.

Er verbrachte drei Jahre in Ägypten, wo er intensiv die ägyptische Flora studierte. Aus der Beobachtung von Dattelpalmen zog er den Schluss, dass Pflanzen zwei Geschlechter haben (Grundlage für ihre spätere Einteilung nach Linné). Er sagte, dass die weiblichen Dattelpalmen keine Früchte tragen, wenn ihre Äste nicht in Kontakt mit den Ästen der männlichen Dattelpalmen kommen; oder allgemeiner ausgedrückt, wenn die weiblichen Pflanzen nicht vom Pollen der männlichen Pflanzen bestäubt oder berührt wurden.

Nach seiner Rückkehr nach Italien, wohnte er in Genua und war der Arzt von Andrea Doria, dem Prinzen von Melfi, einer Gemeinde in der italienischen Provinz Potenza. In dieser Zeit führte er auch eine eigene Praxis. 1590 kehrte er nach Venedig zurück, wo er 1593 zum lettore dei semplici an der Universität in Padua gewählt wurde.

Professur in Padua[Bearbeiten]

1593 wurde er, ein Jahr nach Galileo Galileis Berufung zum Professor für Mathematik, der erste Professor für Botanik an der Universität in Padua. Dort kultivierte er verschieden Spezies orientalischer Pflanzen, die er in De Plantis Ægypti liber beschrieben hatte. 1603 löste Prospero Alpini Melchiore Guilandino als Direktor des botanischen Gartens in Padua ab. Er hatte dieses Amt bis 1616 inne. Trotz seiner Lehrtätigkeit war er weiterhin auch als praktizierender Arzt tätig. 24 Jahre später starb er in Padua.

Sein Sohn, Alpino Alpini (gestorben 1637), war ebenfalls Professor für Botanik in Padua.

Förderer[Bearbeiten]

Alpino wurde während ihrer Zusammenarbeit hauptsächlich von George Emo und Andrea Doria gefördert. Antonio Morosini, ein Freund der Familie, dem Alpini De medicina aegyptiorum widmete, empfahl ihn Emo. In der Zeit, in der er seiner Berufung in Padua nachging, widmete er seinen De balsamo dialogus den Riformatori (eigentliche Treuhänder) der Universität. Er veröffentlichte ihn nochmals 1592 mit derselben Widmung. 1594 wurde er berufen; 1601, im Jahr seiner Wiederberufung, widmete er De praesagienda vita ebenfalls den Riformatori.

Werke[Bearbeiten]

Alpinis Werke waren zu seinen Lebzeiten sehr bekannt. Alpini unterhielt Schriftverkehr mit anderen Naturwissenschaftlern innerhalb und außerhalb Italiens.

  • Das bekannteste Werk Alpinis, De plantis Aegypti, (1592) Digitalisierte Ausgabe, ist eine bahnbrechende Studie der ägyptischen Flora, welche viele exotische Pflanzen in die europäischen botanischen Zirkel einführte. Es enthält 73 große Holzschnitte von exotischen Pflanzen.
  • Schon 1591 veröffentlichte er De balsamo dialogus Digitalisierte Ausgabe über eine spezielle Pflanze. Als Arzt war er vor allem an den pharmakologischen Eigenschaften der Pflanzen interessiert.
  • De rerum aegyptarum, erst lange nach Alpinis Tod veröffentlicht, war ein bahnbrechender Beitrag zur Ägyptologie. Hauptgegenstand war ägyptische Naturgeschichte.
  • De medicina Aegyptiorum (1591) war eine der ersten Studien über nicht europäische Medizin. Es ist das erste europäische Werk, in dem der Kaffeestrauch, die Banane und der Baobab nicht nur erwähnt, sondern auch illustriert sind.
  • De plantis exoticis libri duo (1629): Alpini studierte gemeinsam mit Onorio Belli sorgfältig die kretische Flora. Später wurden weiterhin Informationen über Pflanzen aus anderen Regionen in das Manuskript eingebunden, welches von Alpinos Sohn editiert und 1614 vervollständigt wurde. Daten über viele dieser Pflanzen wurden durch Samenproben, die Alpini zugeschickt wurden, und die dieser kultiviert hatte, gewonnen. Alle 145 Pflanzen wurden durch Holzschnitte illustriert. Viele der Pflanzen wurden zum ersten Mal beschrieben. Die Exaktheit Alpinis beim Beschreiben der Pflanzen wurde durch A. Baldacci und P.A. Saccardo gezeigt, die 71 der insgesamt 85 kretischen Pflanzen identifizieren konnten.
  • Alpinis Studien über ägyptische Krankheiten gipfelten in seinem weit gefeierten Werk De praesagienda vita et morte aegrotontium. Seine exzellente Monographie über die ägyptische Medizin (1591) ist wahrscheinlich die früheste ihrer Art. Er gibt an, dass Haschisch die Menschen in Ekstase fallen lässt. Prospero Alpini vergleicht die frühen Stufen eines Haschischrausches mit denen des Alkohols, aber er unterstreicht, dass die Visionen, die Haschischrauchende erleben, bedeutend eingegrenzt werden durch deren Intelligenz und psychischen Zustand zum Zeitpunkt des Konsums der Droge.


Ehrentaxon[Bearbeiten]

Charles Plumier benannte ihm und seinem Vater Francesco Alpino zu Ehren die Gattung Alpina[1] aus der Pflanzenfamilie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Carl von Linné änderte später die Schreibweise in Alpinia[2][3] ab.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Leiden 1703, S. 26
  2. Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 91
  3. Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 3