Prostějov

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Prostějov
Wappen von Prostějov
Prostějov (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Olomoucký kraj
Bezirk: Prostějov
Fläche: 4658 ha
Geographische Lage: 49° 28′ N, 17° 7′ O49.47194444444417.111666666667223Koordinaten: 49° 28′ 19″ N, 17° 6′ 42″ O
Höhe: 223 m n.m.
Einwohner: 44.330 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 796 01
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Tesař (Stand: 2006)
Adresse: nám T. G. Masaryka 12-14
796 01 Prostějov
Gemeindenummer: 589250
Website: www.mestopv.cz

Prostějov (deutsch Proßnitz in Mähren) ist eine Stadt im Olomoucký kraj in Tschechien. Sie ist die Bezirksstadt des Okres Prostějov.

Geographie[Bearbeiten]

Prostějov liegt in der mährischen Hanna-Ebene, 18 km südwestlich von Olomouc in 223 m ü.M. Nahe der Stadt befindet sich der Zusammenfluss der Romže und der Hloučela.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Prostějov gehören die Ortsteile:

  • Čechovice (Tschechowitz) - 1050 Ew.
  • Čechůvky (Tschechuwek) - 163 Ew.
  • Domamyslice (Domamislitz) - 1056 Ew.
  • Krasice (Krassitz) - 2046 Ew.
  • Vrahovice (Wrahowitz) - 3402 Ew.
  • Žešov (Scheschow) - 325 Ew.

Geschichte[Bearbeiten]

Proßnitzer Schloss (1903)

Als Siedlung Prostějovice wurde der Ort 1141 erstmals erwähnt. Seit dem Jahr 1213 ist der Name Proßnitz belegt. Bereits vor 1300 war es ein Marktdorf. Ab 1390 durfte ein Jahrmarkt abgehalten werden, was einer Erhebung zur Stadt gleichkam. Zu dieser Zeit gehörte der Ort den Herren von Krawarn und war Teil der Herrschaft Plumlov. Da die Stadt während der Hussitenkriege die Hussiten unterstützte, wurde sie 1431 von den Katholiken geplündert und gebrandschatzt. Weitere Besitzer der Herrschaft waren von 1495 bis 1599 die Herren Pernstein und von 1599 bis 1848 das Haus Liechtenstein.

Im 19. Jahrhundert ist Proßnitz der Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und hatte damals vier Vorstädte, eine deutsche und eine tschechische Oberrealschule, eine Webschule, ein städtisches Krankenhaus und ein Spital der Barmherzigen Brüder, Gasbeleuchtung und 18.417 Einwohner (1880), darunter 1800 Juden.

1892 wurde erstmals ein Tscheche, Karel Vojacek, zum Bürgermeister gewählt. Um 1900 hatte Proßnitz bereitz 25.466 vorwiegend tschechische Einwohner.

Fabrik F. Wichterle im Jahr 1900

Der Ort war Garnison folgender militärischer Einheiten:

Während des Zweiten Weltkrieges waren auf dem Fliegerhorst Kosteletz bei Proßnitz stationiert:

  • 1944: Schlachtflieger-Ergänzungsgruppe 154
  • August 1944 - Februar 1945: IV./Schlachtgeschwader 151
  • Dezember 1944: 5./Jagdgeschwader 300
  • Januar 1945: I. und II./Jagdgeschwader 77

In der Protektoratszeit war die Stadt bis 1940 Sitz des Oberlandratsbezirks Proßnitz. Danach zählte bis 1945 der Bezirk Proßnitz zum Oberlandratsbezirk Mährisch Ostrau.

Nach Ende der Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung wurden 1945 die deutschsprachigen Einwohner der Stadt vertrieben. Bei einem Schusswechsel mit den Interventionstruppen des Warschauer Paktes starben 1968, während des so genannten Prager Frühlings, drei Menschen. 1990 wurde das historische Stadtzentrum zur Denkmalschutzzone erklärt. Mittlerweile ist die Stadt der Mittelpunkt der tschechischen Textilindustrie.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Volkshaus
Neues Rathaus
Masaryk-Denkmal

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind das Proßnitzer Schloss, die Pestsäule mit Jungfrau-Maria-Statue (1714), die Barockkirche des hl. Johannes von Nepomuk, das Kloster der Barmherzigen Brüder, die Pfarrkirche der Heiligen Peter und Paul und die Kirche der Heiligen Kyrill und Method. Ein imposanter Jugendstilbau ist das 1905-07 nach Entwürfen von Jan Kotera gebaute Volkshaus Narodni dum. Das neue Rathaus des Brünner Architekten Karel Hugo Kepka wurde in den Jahren 1911-1914 errichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Geburtshaus von Jiří Wolker

In der Stadt wirkten und lebten[Bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften
Schulen
  • Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnázium Jiřího Wolkera Prostějov und dem Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda (seit 7. November 2009)
  • Schulpartnerschaft zwischen der Základni Skola a Materská Skola Prostějov und der Grundschule "An der Elster" und der Mittelschule "Am Stadtrand", beide in Hoyerswerda (seit 7. November 2009)

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof liegt an der Mährisch-Schlesischen Nordbahn. Der Stadtbahnhof Prostějov auch an den Linien Nezamyslitz-Olmütz-Sternberg der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn und Proßnitz-Triebitz (78 km) der Mährischen Westbahn.

Die Schnellstraße R46 (Rychlostní silnice 46) ist die direkte Verbindung zur Autobahn D1. Durch die Stadt verläuft auch der internationale Radweg Bernsteinstraße.

Sport[Bearbeiten]

1999 fanden in Prostejov das internationale Tennisturnier WTA Prostějov und einige Spiele der U-16-Fußball-Europameisterschaft 1999 statt. 2001 wurden die Spiele der Gruppe F des IIHF Continental Cup 2001/02 in der Stadt ausgetragen. Anfang Juni finden hier auch die tschechischen Meisterschaften im Discotanz statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prostějov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)