Prostki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prostki
Wappen von Prostki
Prostki (Polen)
Prostki
Prostki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Ełk
Geographische Lage: 53° 42′ N, 22° 25′ O53.722.416666666667Koordinaten: 53° 42′ 0″ N, 22° 25′ 0″ O
Einwohner: -
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 19-335
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: EłkBiałystok
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 42 Schulzenämter
Fläche: 230,47 km²
Einwohner: 7519
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2805042
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Bożena Bagan
Adresse: ul. 1 Maja 44b
19-335 Prostki
Webpräsenz: www.prostki.pl

Prostki (deutsch Prostken) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Ełcki in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Prostki liegt am Fluss Ełk (Lyck).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung als Handfeste geht auf das Jahr 1482 zurück. Eine Siedlung dürfte sich aber schon vorher dort befunden haben. Bei Prostken erlitt am 8. Oktober 1656 eine brandenburgisch-radziwillsche Truppe eine Niederlage gegen eine polnisch-tatarische Streitmacht, was dazu führte, dass Fürst Bogusław Radziwiłł in Gefangenschaft geriet und bis in das nächste Jahr hinein masurische Dörfer und Städte durch die Tataren geplündert und in Brand gesetzt wurden. Prostken erhielt 1871 einen Bahnanschluss an die Ostpreußische Südbahn von Königsberg, der kurz darauf ins russische Grajewo verlängert wurde. Durch den Bahnanschluss verzehnfachte sich binnen weniger Jahre die Einwohnerzahl von Prostken, das im Jahre 1933 knapp 2.400 Einwohner aufwies.

Bis 1945 war die Kleinstadt Prostken, am Südrand des Landkreises Lyck gelegen, Grenzort zwischen der deutschen Provinz Ostpreußen und dem Russischen Reich bzw. nach dem Ersten Weltkrieg Polen. Prostken gehörte zum Kirchspiel Ostrokollen.

Südlich der Grenze waren viele Kleinstädte durch eine Mehrheit oder starke Minderheit von Juden geprägt. Nachdem die Wehrmacht dort einmarschiert war, übergab sie dieses Gebiet aufgrund des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages der UdSSR und zog sich über die deutsche Grenze zurück. Vor dem Rückzug wurden Teile der jüdischen Bevölkerung nach Deutschland verschleppt. Prostken diente hierbei als Durchgangslager für verschleppte Juden.[2]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Im Jahre 1545 ließ Albrecht von Brandenburg-Preußen bei dem Dorf Prostken eine gemauerte Grenzsäule errichten mit einem lateinischen Gedicht von Georg Sabinus. Zur Zeit der Denkmalsaufstellung befand sich dort das Dreiländereck zwischen Preußen, Litauen und Masowien, welches kurz zuvor von Polen annektiert worden war. Die Grenzsäule enthält neben der Inschrifttafel die Wappen des Herzogtums Preußens sowie von Groß-Litauen. Es handelt sich hierbei um Nachbildungen der Originale, die sich bis 1945 im Königsberger Schloss befanden.

Der Grenzverlauf bestand bereits seit dem Vertrag von Kalisch im Jahre 1343. Die Grenze war, neben der spanisch-portugiesischen Grenze, der dauerhafteste Grenzverlauf in Europa und hatte Bestand bis 1945.

Gmina[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Prostki besteht aus den folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Bobry Bobern Jebramki Jebrammen
1938-45 Bachort
Nowaki Nowaken
1938-45 Brüderfelde
Bogusze Katarzynowo Katrinowen
1938-45 Katrinfelde
Olszewo Olschöwen
1938-45 Frauenfließ
Borki Borken Kibisy Ostrykół Ostrokollen
1938-45 Scharfenrade
Bzury Bzurren
1938-45 Surren
Kobylin Kobylinnen
1938-45 Kobilinnen
Popowo Popowen
1938-45 Wittingen
Ciernie Czernien
1929-45 Dorntal
Kopijki Goldenau Prostki Prostken
Cisy Cziessen
1908-45 Seeheim
Kosinowo Andreaswalde Różyńsk Wielki Rosinsko
1938-45 Rosenheide
Czyprki Czyprken
1928-45 Freiort
Krupin Krupinnen
1938-45 Kleinwittingen
Sokółki Sokolken
1938-45 Stahnken
Dąbrowskie Dombrowsken
1927-45 Eichensee
Krzywe Krzywen
1907-45 Rundfließ
Sołtmany Soltmahnen
Długochorzele Langsee Krzywińskie Krzywinsken
1938-45 Heldenhöh
Taczki Tatzken
Długosze Dlugossen
1938-45 Langheide
Kurczątki Kurziontken
1938-45 Seeland
Wiśniowo Ełckie Wischniewen
1938-45 Kölmersdorf
Dybówko Amerika Lipińskie Małe Lipinsken
1935-45 Seebrücken
Wojtele Woytellen
1938-45 Woiten
Dybowo Diebowen
1938-45 Diebauen
Marchewki Marchewken
1926-45 Bergfelde
Zawady-Tworki Sawadden
1938-45 Grenzwacht
Glinki Glinken Miechowo Miechowen
1938-45 Niederhorst
Żelazki Zielasken
1938-45 Schelasken
Gorczyce Gorczitzen
1928-45 Deumenrode
Miłusze Mylussen
1938-45 Milussen
Guty Rożyńskie Gutten Niedźwiedzkie Niedzwetzken
1936-45 Wiesengrund

Bilder[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Ein Beispiel gibt, trotz des Schreibfehlers "Frostken", ein im Juli 1945 geschriebener Brief von Chaye Soika-Golding