Prosymna

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37.712922.841097222222Koordinaten: 37° 42′ 46″ N, 22° 50′ 28″ O

Karte: Griechenland
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Prosymna
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Griechenland

Prosymna (griechisch Πρόσυμνα) ist der Name eines kleinen modernen Orts im Gemeindebezirk Mykines in der Argolis, Griechenland, in dessen Umgebung zehlreiche Gräber aus der mykenischen Zeit entdeckt wurden.

Die Ausgrabungen fanden unter der Leitung von Carl Blegen statt, der die Ergebnisse 1937 publizierte. Es wurde dabei vor allem eine mykenische Nekropole mit über 50 Kammergräbern untersucht, die vom 16. bis 13. Jahrhundert v. Chr (SH I-SH IIIB) genutzt wurde. Besonders beachtenswert ist die Nekropole aufgrund der Tatsache, dass in vielen Gräbern Keramik, Bronzen und andere Gegenstände aus spätgeometrischer Zeit (ca. 750 - Anfang 7. Jh. v. Chr.) gefunden wurden. Dies deutet sehr stark auf Heroenkult hin, der im späten 8. Jh. v. Chr., ungefähr ein halbes Jahrtausend nach Belegung der Gräber, praktiziert wurde. Die Gräber galten offenbar als Gräber von Heroen der mythischen Zeit, die ab der 2. Hälfte des 8. Jh. v. Chr. durch Verbreitung der Epen Homers eine Renaissance erlebte. Den "Heroen" wurden Opfer dargebracht, die Gräber waren also in gewissem Sinne Wallfahrtsstätten. Prosymna gilt als einer der wichtigsten Fundplätze bzgl. des Themas Heroenkult in spätgeometrischer und früharchaischer Zeit.

Literatur[Bearbeiten]

Carl Blegen, Prosymna. The Helladic Settlement Preceding the Argive Heraeum, Bd. I, Cambridge 1937.