Protector of Aborigines

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George Austustus Robinson (1791-1866), einer der bekanntesten Chief Protectors
Edward John Eyre, ein bekannter australischer Forschungsreisender war auch Protector der Aborigines

Die Protectors of Aborigines (Beschützer der Aborigines) wurden auf Vorschlag des Select Committee des Britischen House of Commons und des Select Committee of the House of Commons for Aborigines eingerichtet und am 31. Januar 1838 übersandte Lord Glenelg, der Kriegs- und Kolonialminister, eine Ermächtigung an Gouverneur George Gipps. Die Protectors sollten die Rechte der Aborigines schützen, ihre Interessen wahren und sie waren mit weitreichenden Rechten ausgestattet.

Auswahl[Bearbeiten]

Die Protectors of Aborigines wurden ausgewählt und hatten die Sprache der Aborigines zu erlernen oder zu beherrschen. Das Protektorat von Port Phillip wurde George Augustus Robinson als Chief-Protector und an weitere Vollzeit-Protectors übertragen.[1] Für Victoria wurden beispielsweise Robinson als Chief-Protector mit vier Assistant-Protectoren ernannt worden, darunter William Thomas.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Aufgabe des Protectors war es, auf die Rechte der Aborigines zu achten, Missstände zu beseitigen und Gewalt gegen sie abzuwehren. Diese Aufgabe wandelte sich in einigen Staaten Australiens zu einer „sozialen Kontrolle“ über die Aborigines. Per Gesetz war ein Protector der Vormund aller Aborigines und bestimmte über ihre Aufenthaltsorte, bis zur Entscheidung, wo sie zu arbeiten, wen und ob sie heiraten durften. Ein Protector konnte Aborigineskinder gegen den Willen ihrer Familien in Erziehungsheime verbringen, wo sie unter der Kontrolle meist kirchlicher Aborigines-Missionsstationen konservativ erzogen wurden und christianisiert werden sollten. Das Ziel dieser Maßnahme war die Entfremdung der Kinder von ihren Familien und ihren Aborigine-Traditionen, um sie so besser in die Gesellschaft integrieren zu können, wo sie jedoch letztlich entrechtet als Dienstboten und Farmhelfer, zum größten Teil ohne Entgelt, arbeiten mussten. Diese Entwicklung führte zu Generationen von Aborigines, die ihrer Herkunft und Wurzeln beraubt waren und als Gestohlene Generation in die Geschichte eingingen.

Teilweise waren die Protectoren Idealisten, die hofften, dass sie Interessen für die Aborigines durchsetzen könnten. Diese resignierten bald, wie beispielsweise Herbert Basedow, der nach 45 Tagen als Protector abdankte.

Ein anderer Extremfall war Auber Octavius Neville und Cecil Cook, die die Politik der Zwangsumsiedlung, Überwachung, Disziplinierung und Bestrafung der Aborigines forcierten. Sie verfolgten eine rassistische Vorstellung der Eugenik, die darauf hinauslief, dass durch eine Durchmischung der Ureinwohner mit „weißem Blut“ insbesondere durch eine Verheiratung von weiblichen Mischlingen mit Weißen, ein Aufgehen der Aborigines in der Rasse der Weißen erreicht werden kann.

Die Position der Protectors of Aborigines wurde erst ab den 1970er Jahren nicht mehr besetzt.

Protectors of Aborigines[Bearbeiten]

Protectors of Aborigines in Australien waren:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aplin, Graeme, S.G. Foster and Michael McKernan (eds) (Hrsg.): Australians:Events and Places. Fairfax, Syme and Weldon Associates, 1987, ISBN 0-949288-13-6, S. 47–8.
  2. Report von Dr. Cecil Cook.
  3. Dr. Cook war der Chief Protector of Aborigines während der Gerichtsverhandlung von Dhakiyarr Wirrpanda. Er war der erste Aborigines, der vom High Court of Australia angehört wurde (National Archives of Australia)