Protestantismus in Äthiopien

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Protestanten sind in Äthiopien meist namentlich bekannt durch die Pentay (amharisch P'ent'ay, Kurzbezeichnung für die Pfingstbewegung), obwohl Pfingstler im Vergleich eine sehr kleine Minderheit sind.

"Pentay" ist ein Begriff für die Christen, die nicht die Zugehörigkeit zum äthiopisch-orthodoxen Tewahedo, zur äthiopisch-orthodoxen Tehadeso-Kirche, zur römisch-katholischen oder zu äthiopischen katholischen Kirchen haben.[1]

Anzahl[Bearbeiten]

Die Gesamtzahl der Protestanten in Äthiopien beläuft sich vermutlich auf zwischen 14 und 16 Millionen. Die Kale Heywèt Kirche hatte im Jahre 1999 etwa 5.500.000 Anhänger. Die Äthiopische Evangelische Kirche Mekane Yesus, welche lutherisch ist, hatte im Jahr 2005 etwa 1,5 Millionen Mitglieder. [2]

Gegründet wurden protestantische Konfessionen relativ häufig in der Region der Südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker. Auch einige Stadtgebiete wurden in der Vergangenheit relativ schnell evangelisiert. In Gambela stellen Mekaneyesus Anhänger etwa 60 % der Bevölkerung.[3] Die protestantische Minderheit hat allerdings im Vergleich zu den Muslimen ein geringes Wachstum von etwa 6,7 % im Jahr.[4]

Denominationen[Bearbeiten]

Andere große protestantische Kirchen in Äthiopien sind die Meserete Kristos, die Gubae Egziabehare, die Mulu Wongel und die Misgana-Kirche. Kleinere protestantische Konfessionen sind die Vereinigte Pfingstkirche, Full Gosp-Mulu Wengel, die Heywèt Birhane, die Siebenten-Tags-Adventisten, die Sefer Genet, Kirchen Christi, Birhane Wengel und die Emmanuel-Baptist-Kirchen.[3]

Anglikanismus ist in Äthiopien vertreten durch die Bischöfliche Kirche in Jerusalem und dem Nahen Osten; Äthiopien ist hierbei allerdings Teil der Diözese von Ägypten, das auch andere Länder auf dem Horn von Afrika und in Nordafrika einschließt. Es gibt eine bischöfliche Kirche in der Hauptstadt Addis Abeba und eine in der Stadt Gambela.[5]

Rechtsstatus[Bearbeiten]

Es herrscht nach der Verfassung der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien offiziell Religionsfreiheit.[3]

In Regionen mit überwiegend islamischer Bevölkerung hingegen leiden die Christen oft unter dem Widerstand lokaler Behörden und den Repressionen radikaler Muslime. Es gibt zum Teil auch brutale Morde an Pentay-Christen in ländlichen Gebieten, die von der äthiopischen Regierung übersehen werden und von internationalen Organisationen stillgeschwiegen. Man stellt auch fest, dass Pentay-Christen durch militante Islamisten ermordet worden, weil sie ihren Glauben nicht abschwören wollten.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.gmi.org/ow/country/ethi/owtext.html
  2. http://www.adherents.com/adhloc/Wh_93.html
  3. a b c d http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2006/71301.htm
  4. http://www.adherents.com/adhloc/Wh_94.html
  5. Anglicans Online: Africa. Zugriff am 7. Januar 2010.