Protoplanet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Protoplanet [zu griech. prõtos „erster“] ist nach der verbreitetsten Theorie die Bezeichnung für den Vorläufer eines Planeten. Das Entwicklungsstadium steht in der Planetengeschichte zwischen den Planetesimalen und den fertigen Planeten.

Entwicklung[Bearbeiten]

Als sich die Hauptmasse des Sonnennebels zu einer Protosonne verdichtete, formten im Umkreis verbliebene Gas- und Staubteilchen eine zirkumsolare Akkretionsscheibe. In dieser protoplanetaren Scheibe haben sich Staubteilchen durch Akkretion bzw. durch Verkleben aufgrund der Adhäsionskraft zu bis etwa kilometergroßen Planetesimalen geballt. Diese vereinten sich durch ihre Gravitation zu größeren Materieverdichtungen, den Protoplaneten, welche in etwa die Größe des Mondes erlangen konnten. Sie waren bereits genügend massereich, um durch ein hydrostatisches Gleichgewicht eine annähernde Kugelform zu erlangen und durch Differentiation ihres Inneren einen Schalenaufbau auszubilden. Das weitere Wachstum bis zu einem ausgewachsenen Planeten ist allein durch die Gravitation nicht möglich, sondern kommt durch Kollisionen auf sich kreuzenden Umlaufbahnen zustande, die auch zu Zertrümmerungen führen.

Beispiele[Bearbeiten]

Eine Kollision der weiterentwickelten Protoerde mit dem Protoplaneten Theia (etwa von der Größe des Mars) soll zur Masse der Erde und zugleich zur Entstehung des Erdmondes geführt haben.

Protoplaneten kommen schon sowohl in der Kantschen als auch in der Laplace-Theorie (Kant-Laplace-Theorie) vor, den ersten Hypothesen zur Entstehung des Sonnensystems.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]