Provinz Manabí

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Provinz Manabí
Provincia de Manabí
Flagge
Bandera Província Manabí.svg
Lage in Ecuador
Galápagos Esmeraldas Carchi Imbabura Sucumbios Orellana Napo Pichincha Santo Domingo de los Tsáchilas Manabí Cotopaxi Tungurahua Bolívar Los Ríos Guayas Cañar Chimborazo Pastaza Morona Santiago Azuay Santa Elena El Oro Loja Zamora Chinchipe Kolumbien PeruLage in Ecuador
Über dieses Bild
Basisdaten
Hauptstadt Portoviejo
Bevölkerung 1.282.440 (2005, [1])
 - Anteil an Ecuador 9,7 %
 - Rang in Ecuador Rang 3 von 22
 - Dichte 70 Einwohner je km²
Fläche 18.400 km²
 - Anteil an Ecuador 7,2 %
 - Rang in Ecuador Rang 6 von 22
Kfz-Kennzeichen M
Eingerichtet 1824
Präfekt Mariano Zambrano (PSC)
Sitze im
Nationalkongress
8 von 100
Gliederung 22 Kantone
ISO 3166-2 EC-M
www.manabi.gov.ec
Pazifikküste in der Provinz Manabí
Landschaftsprägender Ceibo

Manabí (span. Provincia de Manabí) ist eine Provinz in Ecuador. Sie hat auf einer Fläche von 18.400 km² mehr als 1,2 Millionen Einwohner. Die Provinz liegt in der Küstenregion Ecuadors am Pazifischen Ozean. Ihre Hauptstadt ist Portoviejo. Weitere wichtige Städte sind der Marinestützpunkt Manta, Montecristi und Bahía de Caráquez.

Geographie[Bearbeiten]

Die Provinz Manabí liegt im Nordwesten Ecuadors an der Pazifikküste. Sie grenzt im Norden an die Provinz Esmeraldas, im Osten an die Provinzen Santo Domingo de los Tsáchilas, Los Ríos und Guayas, im Süden ebenfalls an die Provinz Guayas sowie die Provinz Santa Elena und im Westen an den Pazifischen Ozean.

Manabí verfügt über zahlreiche Strände. Vor allem diejenigen um Manta, Bahía de Caráquez und zwischen San Vicente und Canoa sind besonders bei einheimischen Touristen beliebt. Im Süden der Provinz um Puerto López befindet sich der Machalilla-Nationalpark, der auf 40.000 Hektar Küstenlinie und tropische Wälder umfasst. Daneben finden sich dort archäologische Grabungsstätten vor allem der Manta-Kultur aus dem 6. bis 16. Jahrhundert. Aber auch Objekte älterer Kulturen, namentlich der Chorrera- und Machalilla-Kulturen (2. und 1. Jahrtausend vor Chr.) und der Salango-Kultur (3. Jahrtausend v. Chr.), finden sich dort.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Provinz Manabí ist wie alle Küstenprovinzen Ecuadors landwirtschaftlich geprägt. Sie ist die bedeutendste Kaffeeanbauregion des Landes. Außerdem werden Kakao, Bananen, Mais, Reis, Baumwolle und viele tropische Früchte (z.B. Melonen, Papayas, Ananas) angebaut. Daneben wird Viehzucht (Rinder) betrieben. An der Küste findet sich Fischerei, in nördlichen Regionen der Provinz auch Garnelen-Zucht.

In Montecristi, Jipijapa und Umgebung wird der sogenannte Panama-Hut, der sombrero de paja toquilla, geflochten, der in alle Welt exportiert wird.

Manta ist eine der wichtigsten nationalen Hafenstädte und außerdem Stützpunkt der ecuadorianischen Marine und war Ort einer US-Militärbasis, der Manta Air Base, von der aus Teile des Plan Colombia durchgeführt wurden. Mit dem aktuellen Präsident Rafael Correa wurde die US-Manta Air Base geschlossen und der ecuadorianischen Luftwaffe wieder umgewidmet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Provinz Manabí war in präkolumbischer Zeit Sitz der Reiche der Manta und der Cara. Das Reich der Manta befand sich im Süden (um das von ihnen Jocay genannte heutige Manta), das der Cara im Norden der Provinz (um Bahía de Caráquez) und reichte bis in die heutige Provinz Pichincha. Die Manta, deren Reich von etwa 500 n.Chr. bis zur Konquista (um 1535) währte, waren hervorragende Seefahrer, die auf großen Flößen bis ins heutige Peru und nach Panama gelangten. Sogar Hinweise auf Fahrten bis nach Mexiko und Chile finden sich.

Unter spanischer Kolonialherrschaft war das Gebiet der heutigen Provinz Teil der Real Audiencia de Quito.

Im Oktober 1820 erklärten und erlangten nach und nach die Städte der heutigen Provinz Manabí ihre Unabhängigkeit und wurden dann Teil Großkolumbiens. Am 2. August 1822 gründete Simón Bolívar die Provinz Portoviejo des Departamento de Sur (heutiges Ecuador) von Großkolumbien. Diese wurde aber von Guayaquil aus regiert. Mit dem Gesetz über die territoriale Aufteilung Großkolumbiens vom 25. Juni 1824 entstand dann tatsächlich die Provinz Manabí, die die Kantone Portoviejo, Montecristi und Jipijapa umfasste. Sie gehörte wie die Provinz Guayas zum Departamento Guayaquil. Die Provinz blieb mit der Unabhängigkeit Ecuadors erhalten.

1878 wechselten die beiden damaligen Kirchspiele und heutigen Kantone Atacames und Muisne in die Provinz Esmeraldas.

Politik[Bearbeiten]

Die Provinz wird derzeit vom Präfekten Mariano Zambrano regiert, der dem Partido Social Cristiano (PSC) angehört. Er teilt sich seine Macht mit den Bürgermeistern und dem vom Präsidenten ernannten Gouverneur Vicente Véliz. Die Bürgermeisterin und der Bürgermeister der beiden wichtigsten Städte, Portoviejo und Manta, Patricia Briones und Jorge Zambrano, gehören ebenfalls dem PSC an.

Kantone[Bearbeiten]

Die Provinz Manabí umfasst derzeit 23 Kantone. Diese sind (in der Reihenfolge ihrer Einrichtung):

  1. Portoviejo (eingerichtet 1824, Hauptstadt: Portoviejo)
  2. Montecristi (eingerichtet 1824, Hauptstadt: Montecristi)
  3. Jipijapa (eingerichtet 1824, Hauptstadt: Jipijapa)
  4. Rocafuerte (eingerichtet 1852, Hauptstadt: Rocafuerte)
  5. Sucre (eingerichtet 1875, Hauptstadt: Bahía de Caráquez; der Kanton ist benannt nach Antonio José de Sucre)
  6. Santa Ana (eingerichtet 1884, Hauptstadt: Santa Ana)
  7. Chone (eingerichtet 1894, Hauptstadt: Chone)
  8. Bolívar (eingerichtet 1913, Hauptstadt: Calceta)
  9. Manta (eingerichtet 1922, Hauptstadt: Manta)
  10. 24 de Mayo (eingerichtet 1945, Hauptstadt: Sucre; am 24. Mai 1822 fand die Schlacht am Pichincha statt, eine entscheidende Schlacht im Unabhängigkeitskrieg)
  11. Paján (eingerichtet 1951, Hauptstadt: Paján)
  12. Junín (eingerichtet 1952, Hauptstadt: Junín)
  13. El Carmen (eingerichtet 1967, Hauptstadt: El Carmen)
  14. Tosagua (eingerichtet 1984, Hauptstadt: Tosagua)
  15. Pichincha (eingerichtet 1986, Hauptstadt: Pichincha)
  16. Flavio Alfaro (eingerichtet 1988, Hauptstadt: Flavio Alfaro; Flavio Alfaro war Bruder des mehrmaligen ecuadorianischen Präsidenten Eloy Alfaro, wie dieser General und u.a. Kriegsminister Ecuadors)
  17. Pedernales (eingerichtet 1991, Hauptstadt: Pedernales)
  18. Olmedo (eingerichtet 1994, Hauptstadt: Olmedo)
  19. Puerto López (eingerichtet 1994, Hauptstadt: Puerto López)
  20. Jaramijó (eingerichtet 1997, Hauptstadt: Jaramijó)
  21. Jama (eingerichtet 1998, Hauptstadt: Jama)
  22. San Vicente (eingerichtet 1999, Hauptstadt: San Vicente)
  23. San Isidro de Muchique (eingerichtet 2007, Hauptstadt: San Isidro de Muchique)[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. INEC, Población total y tasas brutas de natalidad, mortalidad general, mortalidad infantil y materna según regiones y provincias de residencia habitual, año 2005, abgerufen am 13. Oktober 2007.
  2. San Isidro es virtual cantón 221 del país, El Universo (Guayaquil), 9. November 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

-0.59-80.14Koordinaten: 1° S, 80° W