Provinz Yamato

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Provinz Yamato (heute Präfektur Nara)

Yamato (jap. 大和国, Yamato no kuni, wörtlich: „Land große Harmonie“) ist die frühzeitliche Bezeichnung eines Gebietes in Japan, dessen Herrscherfamilie um ca. 600 einen losen Staatenverbund durch ein Tributsystem mit benachbarten Gebieten aufnahm und aus dessen Herrscherfamilie wohl der heutige japanische Tennō abstammt. Das Gebiet erstreckt sich über die Ebene um die heutige Präfektur Nara. Nach der Gokishichidō-Einteilung Japans aus dem 7. Jahrhundert war es eine der fünf Inneren Provinzen (Kinai).

Ursprünglich wurde die Provinz als 大倭国 (wörtlich: „Land Groß-Wa [= Japan]“) geschrieben, mit einer Schreibweise für Yamato, die sich in der Asuka-Zeit durchsetzte. 737 wurde die Schreibweise in 大養徳国 (wörtlich: „großes, nährendes, tugendhaftes Land“) geändert, was aber 747 wieder rückgängig gemacht wurde. 752 oder 757 wurde die Schreibweise schließlich als 大和国 festgelegt.

Yamato gilt als das japanische Kernland, nicht nur wegen der familiären Verbindung zum Tennō, sondern vor allem auch, weil die japanischen Herrscher über Jahrhunderte ihren Sitz an verschiedenen Orten in dieser Gegend hatten, und weil hier besonders viele historische Gebäude (v.a. Tempelkomplexe) erhalten geblieben sind. Sowohl Kyōto als auch Nara wurden zu einem Weltkulturerbe erklärt.

Dadurch bezeichnet Yamato im heutigen Japanisch nicht mehr nur die Gegend, sondern steht allgemein für das traditionelle, echte, bessere, alte Japan und die ihm zugeschriebenen Tugenden. So bemühen bei Siegen japanischer Sportler in internationalen Wettkämpfen Reporter gerne den „Yamato-Geist“ (yamato-damashii) als Erklärung für die Überlegenheit der einheimischen Athleten.

Außerdem werden ursprünglich japanische Wörter in der japanischen Sprache als Yamato-Wörter bezeichnet, im Gegensatz z. B. zu der Mehrheit der japanischen Nomen, die chinesische Lehnwörter sind.

34.327777777778135.90611111111Koordinaten: 34° N, 136° O