Prozyklische Wirtschaftspolitik

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Prozyklische Wirtschaftspolitik bezeichnet das Gegenteil von antizyklischer Wirtschaftspolitik. Diese Politik gleicht Konjunkturausschläge nicht aus, sondern verstärkt sie. So kann eine antizyklisch gedachte Politik auf Grund zeitlicher Wirkungsverzögerungen ungewollt prozyklisch wirken.

Eine Reihe von Mechanismen wirken prozyklisch:

  • Die Steuereinnahmen des Staates folgen dem Konjunkturzyklus. Damit stehen dem Staat in Boomphasen mehr Mittel zur Verfügung als in der Krise. Eine Ausgabenpolitik, die die konjunkturbedingt verbesserten Einnahmen im Boom zur Erhöhung der Staatsausgaben zur Erhöhung oder die konjunkturbedingt verschlechterten Einnahmen in der Krise zur Senkung der Ausgaben (siehe Austeritätspolitik) nutzt, wirkt prozyklisch.
  • Die Unternehmensgewinne folgen dem Konjunkturzyklus. Eine Lohnpolitik, die Lohnsteigerungen an der Entwicklung der Unternehmensgewinne orientiert wirkt prozyklisch. Ebenfalls prozyklisch wirkt eine Lohnpolitik, die Lohnerhöhungen an die Inflation knüpft (siehe z.B. Scala mobile), da auch die Inflationsrate dem Konjunkturzyklus folgt.
  • Die Höhe des Beitrags zu den Sozialversicherungen, insbesondere der Arbeitslosigkeitsversicherung steigt mit der Arbeitslosenquote, sofern diese im Umlageverfahren organisiert ist. Die Steigerung der Beiträge in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wirkt prozyklisch.
  • Banken müssen qua Gesetz eine dem Kreditrisiko angemessene Eigenmittelausstattung aufweisen. In der Krise steigen die Kreditausfallraten. Dies mindert die Eigenmittel der Bank und erhöht gleichzeitig die Anforderung an Eigenmittel, da sich die Bonität des Kreditportfolios verschlechtert. Die Bank muss daher (zur Unzeit, weil in der Krise) zusätzliche Eigenmittel beschaffen oder die Kreditvergabe einschränken, was prozyklisch wirkt.

Jede Politik, die nicht (z.B. durch Rückstellungsbildung im Boom oder deficit spending in der Krise) gegen diese Mechanismen aktiv wird, wirkt automatisch prozyklisch.