Przechlewo

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Przechlewo
Wappen der Gmina Przechlewo
Przechlewo (Polen)
Przechlewo
Przechlewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Człuchów
Gmina: Przechlewo
Geographische Lage: 53° 48′ N, 17° 15′ O53.80027777777817.253055555556Koordinaten: 53° 48′ 1″ N, 17° 15′ 11″ O
Höhe: 158 m n.p.m
Einwohner: -
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 77-320
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GCZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Rzeczenica - Konarzinki
Koczała - Człuchów
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 21 Ortschaften
14 Schulzenämter
Fläche: 243,88 km²
Einwohner: 6318
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2203062
Verwaltung
Adresse: ul. Człuchowska 26
77-320 Przechlewo
Webpräsenz: www.przechlewo.pl

Przechlewo (deutsch Prechlau) ist ein Dorf mit Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde im Kreis Czluchów (Schlochau) in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Przechlewo liegt am Kreuzungspunkt der Straßen von Rzeczenica (Stegers, an der Landesstraße 25 Bobolice (Bublitz) - Oleśnica (Oels)) nach Konarzinki (Klein Konarczyn, an der Woiwodschaftsstraße 212 Osowo Lęborskie (Wussow) - Bytów (Bütow) - Chojnice (Konitz) - Zamarte (Bornstetten)) und von Koszała (Flötenstein) nach Człuchów (Schlochau). Die Kreisstadt ist etwa 20 Kilometer entfernt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Przechlewo ist ein langgestrecktes Straßendorf mit der Funktion eines kleinen Marktfleckens im stadtarmen Nordosten des Powiat Człuchowski. Das Ortsbild zeigt städtischen Charakter mit Marktplatz, gepflasterten Straßen, dicht aneinandergebaute Häuser, Geschäfte mit Schaufenstern und einer Badeanstalt im Dorfsee.

Dorf Prechlewo (Prechlau)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1341 stellte Hochmeister Dietrich von Altenburg dem Titzold von Roneburg eine Handfeste aus, gemäß derer er die 70 Hufen mit Bauern zu besetzen hatte. Der dorfhere zcu Prechlow wechselte 1350, als Ulrich von Lichtenberg es übernahm. Die Hussiten zerstörten 1433 das Dorf. In polnischer Zeit wurde das Schulzengut aufgeteilt.

1737 tobte ein Orkan über Prechlau und zerstörte das Dorf.

Von 1939 bis 1945 war Prechlau ein Dorf im Landkreis Schlochau im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der preußischen Provinz Pommern, zwischen 1922 und 1939 Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen. 1945 kam es zu Polen und ist heute Ortsteil mit Sitz der Gmina Przechlewo im Powiat Człuchowski der Woiwodschaft Pommern (bis 1998 Woiwodschaft Stolp). 1939 hatte Prechlau 2.028 Einwohner, heute leben in Przechlewo 2.826 Menschen.

Kirche[Bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die St.-Anna-Kirche in Prechlau von 1720 wird schon in der Ordenszeit einen Vorgängerbau gehabt haben. Der Fachwerkbau mit Holzturm wurde zwischen 1898 und 1901 durch ein massives Querschiff erweitert.

Die Mehrheit der Bevölkerung von Prechlau war vor 1945 katholisch. 1925 bekannten sich 61,5 % der Einwohner zur katholischen Konfession. Nach 1945 ist die Zahl der Katholiken in Przechlewo noch stark angestiegen. Der Ort blieb Pfarrsitz und gehört nun zum Dekanat Borzyszkowy (Borzyszkowo) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Gemeinde in Prechlau ist bis in das 16. Jahrhundert zurückzuführen und war - trotz Gegenreformation - um 1700 noch recht groß. Das Dorf wurde - in Abtrennung von Sampohl - 1889 Pfarrsitz und gehörte zum Kirchenkreis Schlochau in der Kirchenprovinz Westpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. 1896/97 wurde ein eigenes Gotteshaus gebaut, das allerdings wegen Schwammbefall wieder abgerissen werden musste. Der Neubau entstand 1911.

Zwischen 1889 und 1945 amtierten in Prechlau drei evangelische Pfarrer: Paul Albrecht Otto Hartwig, 1889-1898, Heinrich Hugo Gerhard Borowski, 1898-1928 und Erwin Zarbock, 1930-1945.

Schule[Bearbeiten]

Eine Schule gab es in Prechlau bereits im Jahre 1653. Damals fehlte allerdings dem Dorf ein Lehrer.

Persönlichkeit des Ortes[Bearbeiten]

  • Georg Wieland (*1937 in Prechlau), deutscher Philosoph und katholischer Theologe

Gmina Przechlewo[Bearbeiten]

Die Gmina Przechlewo (Prechlau) im Nordosten des Powiat Człuchowski (Kreis Schlochau) im Südwesten der Woiwodschaft Pommern

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Przechlewo umfasst eine Fläche von 243,88 km², was 15,49 % der Gesamtfläche des Powiat Człuchowski entspricht. 52 % der Gemeindefläche sind Wald. Das Gemeindegebiet wird von vielen kleinen Seen bestimmt, darunter der Jezioro Szczytno (Groß Ziethener See), der Jezioro Długie (Dolgensee) und der Jezioro Konskie (Konzugsee). Auch Flüsse durchziehen das Gebiet der Gemeinde, vor allem die insgesamt 233 Kilometer lange Brda (Brahe), aber auch die kleinere Ruda (Hammelfließ) und die Lipczynka.

Im Osten stößt die Gemeindegrenze an die ehemalige Grenze zwischen dem Deutschen Reich und dem Polnischen Korridor.

Nachbargemeinden sind: Człuchów (Schlochau), Koczała (Flötenstein) und Rzeczenica (Stegers) im Powiat Człuchowski, sowie Konarzyny (Groß Konarczyn) im Powiat Chojnicki und Lipnica (Liebnitz) im Powiat Bytowski (Kreis Bütow).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gmina Przechlewo gehören 35 Ortschaften, die 14 Ortsteilen ("Schulzenämtern") zugeordnet sind:

  • Ortsteile:
  • Dąbrowa Człuchowska (Damerau)
  • Garbek (Neuhof)
  • Lisewo (Lissau)
  • Łubianka (Lubianken)
  • Nowa Wieś Człuchowska (Neuguth)
  • Pakotulsko (Pagdanzig)
  • Pawłówko (Pagelkau)
  • Płaszczyka (Platzig)
  • Przechlewko (Prechlauermühle)
  • Przechlewo (Prechlau)
  • Rudniki (Eisenhammer)
  • Sąpolno (Sampohl)
  • Szczytno (Ziethen)
  • Żołna (Eisenbrück)
  • Übrige Ortsteile: Czosnowo (Ulrichsdorf), Dobrzyn (Seehof), Dolinka, Jarzębnik, Jemielno (Gemel), Kleśnik, Koprzywnica (Kopriewe), Krasne (Krasenfier), Lipczynek (Lepczin), Miroszewo (Josefshof), Nowa Brda (Neubraa), Nowiny (Waldau), Przechlewko-Leśniczówka, Suszka (Pflastermühl), Szczytno Małe, Szczytno Wielkie, Trzęsacz (Fahlbruch), Wandzin, Wiśnica (Kaltfließ), Zawada (Zawadda) und Zdrójki (Niederung).

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Das Straßenverkehrsnetz in der Gmina Przechlewo wird lediglich von Nebenstraßen gebildet, die jedoch schnell Anschluss an Hauptverkehrsstraßen wie die Landesstraße 25 (bei Rzeczenica (Stegers)) oder die Woiwodschaftsstraße 212 (bei Konarzinki (Klein Konarczyn)) herstellen. Auch die Kreisstadt Człuchów (Schlochau) ist günstig zu erreichen.

Schienen[Bearbeiten]

Die Gmina Przechlewo verfügt über keine direkte Bahnanbindung mehr. Die nächste Bahnstation ist die Stadt Człuchów.

Im Jahre 1902 wurde eine Eisenbahnlinie von Schlochau nach Prechlau gebaut, die später bis nach Reinfeld (heute polnisch: Słosinko) im Landkreis Rummelsburg i. Pom. erweitert wurde. Sie berührte fünf Ortschaften der heutigen Gmina Przechlewo: Ulrichsdorf (Czosnowo), Sampohl (Sąpolno), Prechlau (Przechlewo), Neuguth (Nowa Wieś Człuchowska) und Neubraa (Nowa Brda). Die Bahnlinie wurde 1992 stillgelegt.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Johannes Hinz: Pommern – Wegweiser durch ein unvergessenes Land. In: Wegweiser durch unvergessenes Land. 3, Kraft, Mannheim 1988, ISBN 3-8083-1192-4 (480 S.: 771 Ill. u. graph. Darst. u. Kt.; 21 cm).
  •  Friedwald Moeller, Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen (Hrsg.): Altpreussisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, ISSN 0505-2734 (248 Seiten).

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 26. Dezember 2014.