Psalm 8

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Psalm wird König David zugeordnet.

Der 8. Psalm ist ein Psalm Davids und in die Reihe der Hymnen einzuordnen.

Gliederung[Bearbeiten]

Der Alttestamentler Nicolaas Herman Ridderbos gliedert den Psalm folgendermaßen:[1]

  • Vers 2–4: Besingen der Herrlichkeit Gottes.
  • Vers 5–10: Gott lässt den nichtigen Menschen über die Werke seiner Hand herrschen.

Wirkung[Bearbeiten]

Der Psalm spielte für das Urchristentum eine wichtige Rolle ein, da er zur Interpretation des Christusgeschehens herangezogen wurde.[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

Vers 6[Bearbeiten]

Der sechste Vers des Psalms redet von einer Gottheit, der der Mensch nicht ganz unähnlich sei. Diese Gottheit wird als Elohim (אלהים) bezeichnet. Das Verhältnis dessen zu JHWH, der zugleich in dem Vers als „Du“ angeredet wird, ist umstritten. Manche sehen Elohim hier von JHWH selbst getrennt[3] – als Engel (so die LXX) oder als himmlischer Hofstaat, andere sehen darin schlicht einen Hinweis auf die Unüberbietbarkeit der Hoheitsposition, die dem Menschen durch JHWH verliehen wurde.[4] Gleich wie in Gen 1,27 EU folgt nach der Bestimmung des Menschen als Ebenbild ein Hinweis auf die daraus resultierende Macht (vgl. Vers 7).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ute Neumann-Gorsolke: Herrschen in den Grenzen der Schöpfung: ein Beitrag zur alttestamentlichen Anthropologie am Beispiel von Psalm 8, Genesis 1 und verwandten Texten (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Bd. 101). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2004, ISBN 3-7887-1998-2.
  •  Helmut Schnieringer: Psalm 8: Text – Gestalt – Bedeutung (= Ägypten und Altes Testament. Bd. 59). Harrassowitz, Wiesbaden 2004, ISBN 3-447-05046-2.
  •  Esther Brünenberg: Der Mensch in Gottes Herrlichkeit: Psalm 8 und seine Rezeption im Neuen Testament (= Forschung zur Bibel. Bd. 119). Echter-Verlag, Würzburg 2009, ISBN 978-3-429-03073-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Nicolaas Herman Ridderbos: Die Psalmen: Stilistische Verfahren und Aufbau mit besonderer Berücksichtigung von Ps 1-41. 1972, S. 138.
  2.  Hans Klein: Zur Wirkungsgeschichte von Psalm 8. In: Rüdiger Bartelemus, Thomas Krüger, Helmut Utzschneider (Hrsg.): Konsequente Traditionsgeschichte, Festschrift für Klaus Baltzer zum 65. Geburtstag. 1993, S. 183–198.
  3. Beispielsweise  Herman Gunkel: Die Psalmen. 6. Auflage. 1986, S. 28.
  4.  Annette Schellenberg: Der Mensch, das Bild Gottes? Zum Gedanken einer Sonderstellung des Menschen im Alten Testament und in weiteren altorientalischen Quellen. Zürich 2011, S. 167.

Weblinks[Bearbeiten]

Volltext nach der Einheitsübersetzung hier: EU