Pseudotaxus chienii

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Pseudotaxus chienii
Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Eibengewächse (Taxaceae)
Gattung: Pseudotaxus
Art: Pseudotaxus chienii
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Pseudotaxus
W.C.Cheng
Wissenschaftlicher Name der Art
Pseudotaxus chienii
(W.C.Cheng) W.C.Cheng

Pseudotaxus chienii ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Pseudotaxus innerhalb der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Diese seltene und gefährdete Art ist in China heimisch.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Pseudotaxus chienii wächst als immergrüner Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 4 Meter erreichen kann. Die Borke ist grau-braun und blättert in Streifen ab. Die Äste sind annähernd quirlig angeordnet. Die Rinde der Zweige ist im ersten Jahr gelblich-grün, später dunkelgrün. An ihrer Basis befinden sich bleibende Knospenschuppen.

Die Blätter sind spiralig in Winkeln von 40 bis 45° um den Zweig angeordnet, erscheinen aber auf Grund der Biegung an der Basis zweizeilig in einer Ebene angeordnet; bei älteren Sträuchern reicht der Winkel von 50 bis 90°. Blattstiele haben eine Länge von weniger als 1 Millimeter, oder sind nicht vorhanden. Die nicht ledrigen Blätter sind 1 bis 2,6 Zentimeter lang und sind 2 bis 4,5 Millimeter breit. Im ersten Jahr sind Blätter hellgrün und zur Zweigachse geneigt. Später werden sie dunkler und sind gerade bis leicht sichelförmig. Die Mittelrippe ist sowohl auf Blattoberseite als auch -unterseite leicht erhaben. Die weißen Stomatabänder sind 0,5 bis 1,1 Millimeter breit und bestehen aus 9 bei jüngeren, aus 13 bis 19 Reihen bei älteren Sträuchern. Die Spitze der Blätter ist stachel-spitzig, hellgrün und bis zu 0,7 Millimeter lang.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Pseudotaxus chienii ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), das bedeutet männliche und weibliche Blüten befinden sich nicht zusammen auf einem Individuum. Die ungestielten Zapfen stehen einzeln und achselständig.

Männliche Zapfen sind bei einem Durchmesser von 3 bis 4 Millimeter rundlich und beinhalten sechs bis zwölf schildartige Sporophylle mit je vier bis sechs Pollensäcken. Der Arillus ist bei Reife weiß, glockenförmig sowie 5 bis 7 Millimeter lang und umschließt den einzelnen Samen fast komplett. Der Same ist bei einer Länge von 5 bis 8 Millimeter und einer Breite 4 bis 5 Millimeter eiförmig mit einer kleinen Spitze.

Die Bestäubung erfolgt in den Monaten März bis Mai und der Same ist im Oktober reif.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=24.

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Pseudotaxus chienii ist im südlichen China heimisch, unter anderem im Nanling-Gebirge; im Norden der Provinzen Guangdong und Guangxi, im Nordwesten und Süden von Hunan, im Südwesten von Jiangxi und im Süden von Zhejiang. Das Klima ist gemäßigt bis subtropisch, feucht und vom Monsun geprägt. Pseudotaxus chienii gedeiht zerstreut in dichten[1] immergrünen und laubwerfenden Bergwäldern als Unterwuchs. Diese seltene Art kommt in Kalksteingebieten in Schluchten und an Felswänden vor[1] (tropischer Karst).

In der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN wird Pseudotaxus chienii als Endangered = stark gefährdet eingestuft.[1] Die Gründe sind die Zerstörung der Habitate und die scheinbar unzureichende Bestäubung der weiblichen Exemplare.

Nutzung[Bearbeiten]

Das Holz von Pseudotaxus chienii wurde als Schnitzholz verwandt. In der Provinz Zhejiang wird die Art als Ziergehölz kultiviert.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung dieser Art erfolgte 1934 durch Wan Chun Cheng unter dem Namen Taxus chienii in Contr. Biol. Lab. Chin. Assoc. Advancem. Sci., Sect. Bot., 9 (3), S. 240. 1947 stellte Wan Chun Cheng in Research Notes, Forestry Institute; National Central University, Nanking. Dendrological Series 1, S. 1 die Gattung Pseudotaxus mit der Typusart Pseudotaxus chienii auf. Ein weiteres Synonym von Pseudotaxus chienii (W.C.Cheng) W.C.Cheng ist Nothotaxus chienii (W.C.Cheng) Florin.[2]

Populationen aus Guangxi beschrieb John Silba 1996 als Pseudotaxus liiana auf Grund der unterschiedlichen Morphologie der Blätter.[3] Die Unterschiede ließen sich nicht signifikant nachweisen.[4] Pseudotaxus liiana Silba und Pseudotaxus chienii subsp. liana Silba gelten somit ebenso als Synonyme von Pseudotaxus chienii.

Pseudotaxus chienii ist heute die einzige Art der Gattung Pseudotaxus in der Tribus Taxeae innerhalb der Familie der Taxaceae.

Quellen[Bearbeiten]

  • Christopher J. Earle: Pseudotaxus chienii. In: The Gymnosperm Database. 12. Dezember 2010, abgerufen am 12. November 2011 (englisch).
  • Liguo Fu, Nan Li & Robert R. Mill: Taxaceae - Pseudotaxus und Pseudotaxus chienii. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1999, ISBN 0-915279-70-3, S. 91. (Abschnitt Beschreibung, Vorkommen, Systematik und Nutzung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Pseudotaxus chienii in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: Conifer Specialist Group, 1998. Abgerufen am 12. November 2011
  2. Pseudotaxus chienii. In: Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 14. November 2011 (englisch).
  3.  John Silba: A new species of Pseudotaxus Cheng (Taxaceae) from China. In: Phytologia. 81, Nr. 4, 1996, S. 322-328 (Seite 322ff, eingescannt auf biodiversitylibrary.org, abgerufen am 12. November 2011).
  4.  Wang Kang, Yang Yong: Taxonomic study on Pseudotaxus (Taxaceae). In: Acta Phytotaxonomica Sinica. 45, Nr. 6, 2007, S. 862-869, doi:10.1360/aps07027 (Abstract, abgerufen am 12. November 2011).

Weblinks[Bearbeiten]

  • Pseudotaxus. plantsystematics.org, abgerufen am 12. November 2011 (englisch, Bilder mit Blattdetails).