Psychoanalytiker
Psychoanalytiker ist eine nicht geschützte Berufsbezeichnung von Personen, die Psychoanalyse in verschiedenen Kontexten ausüben.
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Ausbildung [Bearbeiten]
Sigmund Freud stand einer organisierten Ausbildung in Psychoanalyse kritisch gegenüber.[1] Heute erfordert dies jedoch in der Regel eine curricular organisierte Ausbildung, deren Kernstück die Lehranalyse ist. Die Kriterien werden weltweit von unterschiedlichen Fachgesellschaften festgelegt. Als international richtungsweisend betrachtet sich dabei die Internationale Psychoanalytische Vereinigung (IPA), in Deutschland der Dachverband Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und ihre Mitgliedsverbände. Es existieren jedoch auch unabhängige Vereinigungen, wie z.B. die der Lacan'schen Psychoanalyse in Frankreich.
In Deutschland ist die Ausbildung der in der DGPT zusammengeschlossenen Vereinigungen zudem so organisiert, dass ihre Absolventen die Kriterien für die ärztliche Weiterbildung und die Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten erfüllen. Vereinzelt finden auch in Deutschland Nicht-Ärzte und Nicht-Psychologen Zugang zu einer psychoanalytischen Ausbildung; international ist dies z.T. häufiger zu finden. In der Regel setzt eine Ausbildung in Psychoanalyse jedoch ein abgeschlossenes universitäres Studium der Medizin oder Psychologie voraus.
Absolventen dieser von den Fachverbänden organisierten Ausbildung fügen zur Kenntlichmachung ihrer Qualifikation häufig die Fachgesellschaft oder Fachgesellschaften an die Berufsbezeichnung an, z.B. "Psychoanalytiker (DPV, DGPT, IPA)".
Tätigkeiten [Bearbeiten]
Psychoanalytiker arbeiten vorwiegend psychotherapeutisch (Einzel- und Gruppentherapie), sowie im Bereich der Paar- und Familientherapie, aber auch als Berater in verschiedenen Kontexten, als Coach, im Bereich der Mediation, als Supervisoren (z.B. auch in der Team- und Organisationsberatung). Darüber hinaus üben Psychoanalytiker verschiedene Forschungstätigkeiten aus; neben der klinischen Forschung, arbeiten Psychoanalytiker auch als Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaftler.
Einige erfahrene und wissenschaftlich qualifizierte Psychoanalytiker werden dann auch für einen Fachverband als Lehr- und Kontrollanalytiker im Rahmen von Ausbildungen tätig.
Arbeitet ein Psychoanalytiker psychotherapeutisch, ist in Deutschland eine Approbation als Arzt, als Psychologischer Psychotherapeut (im Bereich der Kinderanalyse auch als Kinder- und Jugendlichentherapeut) oder als Heilpraktiker (mindestens mit auf das Gebiet der Psychotherapie eingeschränkten Heilerlaubnis) notwendig.
Psychotherapie [Bearbeiten]
Da Psychoanalysen in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen werden, muss diese privat bezahlt werden. Zur Krankenbehandlung sind in Deutschland allerdings zwei psychoanalytisch begründete psychotherapeutische Verfahren zugelassen und werden nach Antrag und Genehmigung zumindest von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen, nämlich die Analytische Psychotherapie und die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Psychotherapeutisch arbeitende Psychoanalytiker bieten in der Regel beide Therapierichtungen an. Psychotherapeuten, die diese Behandlungsverfahren anbieten, müssen jedoch nicht zwingend eine von einer Fachgesellschaft organisierte Ausbildung zum Psychoanalytiker absolviert haben. Die notwendige Fachkunde für approbierte Psychotherapeuten in Analytischer Psychotherapie (bzw. Zusatzbezeichnung "Psychoanalyse" für Ärzte) und v.a. in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie kann auch an Institutionen erworben werden, die nicht Mitglied der psychoanalytischen Fachgesellschaften sind. Gerade bei einer alleinigen Ausbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (zum Psychologischen Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichentherapeuten, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, bzw. Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, wie auch der Zusatzbezeichnung "Psychotherapie" für Ärzte anderer Fachrichtungen) ist eine Ausbildung an einem psychoanalytischen Institut sogar eher selten.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Freud, S. (1926). Die Frage der Laienanalyse. Wien: Internationaler Psychoanalytischer Verlag. http://ia700209.us.archive.org/17/items/DieFrageDerLaienanalyse_853/Freud_1926_Die_Frage_der_Laienanalyse.pdf