Psychologischer Psychotherapeut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Psychologischer Psychotherapeut (PP) bezeichnet in Deutschland einen Psychologen, der nach einem bestandenen Diplom oder Master im Studiengang Psychologie eine mindestens 3-jährige Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) abgeschlossen und die Befähigung zur eigenständigen Durchführung von Psychotherapie (Approbation) erworben hat. Psychologische Psychotherapeuten arbeiten in Kliniken oder in eigener Praxis. Sie können an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen.[1]

Berufsstand[Bearbeiten]

Rechtliche Voraussetzungen[Bearbeiten]

Psychologische Psychotherapeuten behandeln psychische Störungen von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten behandeln nur Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, aber keine Erwachsenen. Es handelt sich um in Deutschland seit 1999 rechtlich durch das Psychotherapeutengesetz[2] geschützte Berufsbezeichnungen, die eine staatliche Zulassung zur Ausübung der Heilkunde (Approbation) voraussetzen. Neben dem Psychotherapeutengesetz unterliegen die Psychologischen Psychotherapeuten den Heilberufsgesetzen der Länder, in Nordrhein-Westfalen etwa dem Heilberufsgesetz Nordrhein-Westfalen.[3]

Ausbildung[Bearbeiten]

Voraussetzung für eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist zunächst ein Hochschulstudium der Psychologie bis zum Diplom oder Master mit Konzentration auf Studieninhalte der klinischen Psychologie. In der Praxis beträgt die Zeit für ein Psychologiestudium sowie die nachfolgende Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten durchschnittlich 12 Jahre.[4][5]

Um die Weiterbildung bundesweit gesetzlich regeln zu können, musste diese den Status „Ausbildung“ erhalten, da Weiterbildungen unter die Länderkompetenz fallen. Für die mindestens 3-jährige Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten sind folgende psychotherapeutische Verfahren zugelassen:

Während der Psychotherapie-Ausbildung führt der Auszubildende die Bezeichnung „Psychotherapeut in Ausbildung“ (PiA). Geregelt wird die Ausbildung auf Basis des Psychotherapeutengesetzes in der „Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten“.[7]

Die Ausbildung kann nach Abschluss eines Psychologiestudiums mit einem Diplom oder Master als mindestens 3-jährige Vollzeit-Ausbildung oder als mindestens 5-jährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert werden (§ 5 PsychThG). Dabei sollen nach dem Psychotherapeutengesetz innerhalb der Ausbildungsjahre folgende Inhalte erworben werden (§ 8 PsychThG):

  • 600 Behandlungsstunden praktische Ausbildung mit mindestens 6 Patientenbehandlungen unter mindestens 150 Stunden Supervision
  • 600 Stunden theoretische Ausbildung
  • 1.800 Stunden praktische Tätigkeit, davon 1.200 an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung und 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung

Die Ausbildung kann an universitär angebundenen Einrichtungen sowie an staatlich anerkannten privaten Ausbildungsinstituten absolviert werden. In der Regel bieten die Ausbildungsinstitute die Ausbildung nur in einem Verfahren an. Lediglich zwei Institute bieten die Ausbildung in allen zugelassenen Psychotherapieverfahren an.[8][9]

Während Mediziner schon in ihrer Facharzt-Ausbildung über eine Approbation verfügen und damit selbstständig psychotherapeutisch handeln dürfen, fehlt Psychologen in Psychotherapie-Ausbildung trotz gleichwertiger Qualifikation bislang eine solche Erlaubnis.[10] Nach heutiger Gesetzeslage erwerben Psychologen die Approbation erst mit Abschluss ihrer Ausbildung. Diese Praxis wird als Hauptursache dafür angesehen, warum Psychologen während der praktischen Tätigkeit ihrer Ausbildung meist nicht bezahlt werden. Gleichzeitig müssen sie privat für ihre Ausbildungskosten in Höhe von rund 20.000 bis 40.000 Euro zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten aufkommen. So bleibt oft nur der Weg in die Verschuldung.[11][12][13][14] Im Gegensatz zu Psychologen erhalten Mediziner schon während ihrer Facharzt-Ausbildung in der Regel ein volles Gehalt. Aktuell wird daher erwogen, auch Psychologen in Psychotherapie-Ausbildung mit einer Approbation auszustatten und sie damit berufsrechtlich und finanziell den Assistenzärzten gleichzustellen.[15]

Inzwischen ergingen mehrere Gerichtsurteile gegen Kliniken, die Psychologen in Psychotherapie-Ausbildung während ihrer praktischen Tätigkeit eine Bezahlung verweigert hatten. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat die unentgeltliche praktische Tätigkeit von Psychologen in Psychotherapie-Ausbildung als sittenwidrig und rechtsunwirksam erachtet, wenn in erheblichem Umfang eigenständige und für die Klinik wirtschaftlich verwertbare Leistungen erbracht werden, für die ansonsten bezahlte Arbeitskräfte hätten eingesetzt werden müssen. Das Gericht verurteilte eine Klinik zur Nachzahlung von insgesamt 12.000 € zuzüglich Zinsen, nachdem die praktische Tätigkeit einer Psychologin in Psychotherapie-Ausbildung zunächst nicht entlohnt worden war.[16][17] In einem weiteren Urteil des Arbeitsgerichts Hamburg wurde einer Psychologin in Psychotherapie-Ausbildung der Tariflohn für angestellte diplomierte Psychologen nachträglich zuerkannt, weil sie die Leistungen während ihrer praktischen Tätigkeit überwiegend selbstständig erbracht hatte. Die beklagte Klinik musste 33.460 € nachzahlen.[18]

Ein verbreiteter Irrtum ist, die Psychotherapie-Ausbildung der Psychologen mit dem sogenannten „praktischen Jahr“ der Mediziner gleichzusetzen.[19] Tatsächlich entspricht die Psychotherapie-Ausbildung der Psychologen eher der Facharzt-Ausbildung der Mediziner. Die Psychotherapie-Ausbildung der Psychologen erfolgt erst nach dem Abschluss des Psychologiestudiums mit einem Diplom oder Master, wohingegen das „praktische Jahr“ der Mediziner eine meist unbezahlte Tätigkeit während des Medizinstudiums bedeutet. Das „praktische Jahr“ der Mediziner ist vergleichbar mit dem berufsqualifizierenden Praktikum der Psychologen, das diese noch während ihres Studiums in der Regel unentgeltlich in einer klinischen Einrichtung ableisten.[20][21][22][23]

Abgrenzung[Bearbeiten]

Auch approbierte Fachärzte mit psychotherapeutischer Zusatzqualifikation sind als Psychotherapeuten tätig. Die psychotherapeutischen Fachärzte (Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie) haben dabei nach dem Medizinstudium und dem Erwerb der Approbation eine mindestens 5-jährige Facharzt-Ausbildung absolviert, in welcher der Erwerb von psychotherapeutischen Kenntnissen nachgewiesen werden musste.[24] Im Gegensatz zu Psychologischen Psychotherapeuten haben die psychotherapeutischen Fachärzte ein Medizinstudium und kein Psychologiestudium abgeschlossen.

Befugnisbeschränkung[Bearbeiten]

Alle Heilberufe unterliegen einer dem Beruf entsprechenden Befugnisbeschränkung. Die Tätigkeit Psychologischer Psychotherapeuten beschränkt sich nach PsychThG auf die Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist. Psychologische Psychotherapeuten dürfen demnach unter anderem keine ärztlichen (mit Ausnahme von Diagnostik und psychotherapeutischer Behandlung psychischer Störungen), tierärztlichen, pharmazeutischen oder zahnärztlichen Tätigkeiten dürchführen.[25] Dies bedeutet unter anderem auch, dass Psychologische Psychotherapeuten keine Pharmakotherapie verordnen und keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen dürfen.[26] Diese Einschränkung ist umstritten.[27]

Kassenzulassung[Bearbeiten]

Psychologische Psychotherapeuten, die in eigener Praxis arbeiten, haben oftmals auch eine Kassenzulassung, d. h. eine Behandlung durch sie wird (ggf. nach entsprechender Antragsstellung zur Kostenübernahme) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Diese Zulassung kann nach der Approbation und einem Eintrag ins Arztregister durch die Kassenärztliche Vereinigung erteilt werden. Für die Psychologischen Psychotherapeuten gibt es eine Bedarfsplanung, die festlegt, wie viele Therapeuten sich in einem Bezirk niederlassen dürfen. Daher ist in vielen Bereichen eine freie Niederlassung nicht mehr möglich. Mittlerweile ist es üblich, Kassenzulassungen von Kollegen zu kaufen, die in den Ruhestand gehen – ähnlich wie bei Ärzten.

Ein Psychologischer Psychotherapeut kann je nach Art der Ausbildung (Psychologischer Psychotherapeut für Erwachsene; Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) Leistungen über die gesetzlichen und privaten Krankenkassen abrechnen für nachfolgende Personengruppen:

  • Erwachsene (ab dem vollendeten 18. Lebensjahrs),
  • Kinder- und Jugendliche (bis zum vollendeten 21. Lebensjahr; vor Beginn einer Therapie sollte absehbar sein, dass die Altersgrenze während der Therapie nicht überschritten wird).[28]

Die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung stieß in der Vergangenheit wiederholt auf Kritik. Beanstandet wurden dabei insbesondere die langen Wartezeiten bis zur Behandlung durch einen Psychologischen Psychotherapeuten. Die langen Wartezeiten betreffen auch deutsche Ballungsräume, die aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung voll versorgt sind.[29] Im Durchschnitt warten Betroffene drei Monate auf ein Erstgespräch mit einem Therapeuten sowie drei weitere Monate auf den Beginn der Therapie.[30] Gleichzeitig steigt die Zahl psychisch bedingter Fehltage (siehe Verbreitung psychischer Störungen). Psychotherapeutische Verbände, Wirtschaft und Medien verweisen deshalb auf eine Unterversorgung der Bevölkerung und fordern eine Anpassung der Versorgung an den tatsächlichen Bedarf. Im November 2011 wurde eine entsprechende Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, die eine Neuberechnung der Verhältniszahlen von Psychotherapeut je Einwohner auf der Grundlage der tatsächlichen Häufigkeit von Krankheiten fordert.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen gilt die Kostenübernahme nur für Behandlungen, die den Psychotherapierichtlinien entsprechen.[31] Diese umfassen Behandlungs- und Antragsmodalitäten sowie die Einschränkung auf bislang drei zugelassene Therapieverfahren. Die Gesprächspsychotherapie sowie die Systemische Therapie werden dementsprechend von den gesetzlichen Krankenkassen noch nicht bezahlt.

Privatbehandlung[Bearbeiten]

In der Praxis vollzieht sich die Kostenübernahme durch private Krankenversicherungen in der Regel problemlos. Dennoch bestehen rechtliche Unklarheiten. Der Bundesgerichtshof[32] verneint eine Deckungspflicht, solange die Allgemeinen Versicherungsbedingungen hierzu keine Regelung beinhalten. Die Gebühren der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind in der Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (GOP)[33] geregelt, die die Abrechnung über die Gebührenordnung für Ärzte ermöglicht. Eine Abgrenzung zu Leistungen anderer Psychotherapeuten findet sich in der Übersicht zum Artikel Psychotherapie.

Verteilung der Berufsgruppen[Bearbeiten]

2013 arbeiten ca. 13.500 Psychologische Psychotherapeuten in Deutschland.

Verteilung der Berufsgruppen[34] (Stand 2011)
Fachbezeichnung Anzahl
Psychologische Psychotherapeuten 13.368
Kinder‐ und Jugendlichenpsychotherapeuten 3.110
Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 2.557
Fachärzte für Nervenheilkunde 2.461
Ärztliche Psychotherapeuten 2.371
Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie 1.964
Fachärzte für Neurologie 1.365
Fachärzte für Kinder‐ und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 856

Reform der Ausbildung[Bearbeiten]

Deutsche Hochschulen und Organisationen, darunter der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) und die Bundespsychotherapeutenkammer, sowie politische Parteien beklagen die teils prekären Missstände in der Ausbildung angehender Psychologischer Psychotherapeuten. Insbesondere auf Kritik stoßen dabei die meist unbezahlten 1800 Stunden Tätigkeit in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik. Für viele Psychologen bleibe am Ende nur der Weg in die Verschuldung, so die Kritik.[35][36][37]

Eine Regelung, welcher berufqualifizierende Abschluss (Bachelor oder Master) nach der Vollendung des Bologna-Prozesses als Grundqualifikation zugelassen werden soll, wird derzeit in der Politik diskutiert. Nahezu alle Verbände sprechen sich jedoch für ein Diplom oder Master als Zugangsvoraussetzung für eine Psychotherapie-Ausbildung aus.[38]

Kontroverse[Bearbeiten]

Im Februar 2009 wurde eine Petition mit dem Ziel der Erweiterung des Profils approbierter Psychologischer Psychotherapeuten eingereicht: Kompetenz zur Krankschreibung, Kompetenz zur Verordnung von Heilmitteln (Logopädie, Soziotherapie, Ergotherapie), Kompetenz zur Verordnung von Psychopharmaka, Kompetenz zur Einweisung in stationäre psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung und Überweisung zum Facharzt. Die Petition wurde im Oktober 2010 vom Bundestag an das Bundesministerium für Gesundheit überwiesen.[39]

Das Bundesgesundheitsministerium ließ daraufhin zur Beurteilung der Reformen ein „Forschungsgutachten zur Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten“ anfertigen, das bis Mai 2009 unter der Leitung von Bernhard Strauß fertiggestellt und vom Ministerium veröffentlicht wurde. Das endgültige Gutachten fußt auf Befragungen von derzeitigen Ausbildungsteilnehmern und Absolventen der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie von Ausbildern. Es spricht sich eindeutig gegen die Kompetenzerweiterung der PP sowie KJPP in Bezug auf eine Medikationsverordnung aus, u.a. da auch in keinem anderen Land der Welt Psychologen/Psychologische Psychotherapeuten die ärztliche Kompetenz zur Medikationsverordnung hätten.[40] Das Forschungsgutachten kommt daher zu folgendem Ergebnis: Bei entsprechender Veränderung der Ausbildungsinhalte könnte eine Kompetenzerweiterung in Bezug auf Krankschreibung, Verordnung von psychotherapiespezifischen Heil- und Hilfsmitteln sowie Krankenhauseinweisung überdacht werden.

Im Hinblick auf die Medikationsverordnung sowie Krankenhauseinweisung vertritt die Bundesärztekammer den Standpunkt, dass die Verordnung von Psychopharmaka "aus Gründen der Patientensicherheit und aus haftungsrechtlichen Gründen großen Sachverstand" voraussetze, um unerwünschte Arzneimittelwirkungen und -wechselwirkungen zu erkennen und zu behandeln. Die Fülle dieser Aufgaben erfordere "neben pharmakologischen Kenntnissen umfangreiches Wissen in nahezu allen klinischen Fächern, über das nur fachlich weitergebildete Ärzte" verfügten. Zudem müsse vor jeder Medikation eine umfassende Differentialdiagnose (inklusive körperlicher Erkrankungen) gestellt werden, wofür nur Ärzte geeignet seien, so die Bundesärztekammer.[41] Bei Ausweitung der Kompetenz zur Krankenhauseinweisung könne es zu gefährlichen Fehlzuweisungen kommen, wenn etwa körperliche Ursachen einer Erkrankung (z.B. Tumorerkrankung als Ursache der Depression) nicht erkannt und Patienten fälschlicherweise in eine psychiatrische oder psychosomatische Klinik eingewiesen werden würden. Das könne entsprechende Konsequenzen für den Patienten haben sowie haftungsrechtlichen Konsequenzen für die Psychologischen Psychotherapeuten.[42]

Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung spricht sich für eine Erweiterung der Kompetenzen von Psychologischen Psychotherapeuten aus (Krankschreibung, Krankenhauseinweisung, Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln, Medikationsverordnung für Psychopharmaka).[43] Bislang verursache der Umweg über einen Mediziner Kosten und Belastungen für den Patienten und bringe keinerlei fachlich begründbaren Vorteile, so die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung. Ein Psychologischer Psychotherapeut könne "bei den Patienten, die bei ihm in Behandlung sind, sehr gut einschätzen, ob eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Krankheit besteht oder nicht, in der Regel fachgerechter als ein somatisch praktizierender Arzt". Hinsichtlich einer Einweisung in eine stationäre psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung sowie zur Überweisung zum Facharzt könnten Psychologische Psychotherapeuten "aus ihrer genauen Kenntnis des Patienten sehr gut beurteilen, wann aufgrund einer psychischen Erkrankungen des Patienten eine fachärztliche Behandlung oder eine stationäre Maßnahme indiziert" sei. Darüber hinaus zeigten Untersuchungen aus den USA eine "sehr sichere und sparsame Verordnung von Psychopharmaka durch entsprechend weitergebildete Psychologen", so die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung.

Situation in Österreich und der Schweiz[Bearbeiten]

In Österreich und der Schweiz gibt es ebenfalls (psychologische) Psychotherapeuten, die sich auch auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert haben. Diese tragen jedoch nicht die deutsche Berufsbezeichnung. Außerdem gibt es in Österreich – anders als in den meisten anderen europäischen Ländern – neben dem Abschluss eines Hochschulstudiums (wie z. B. Psychologie, Medizin, Pädagogik) weitere Zugangsmöglichkeiten zur Psychotherapieausbildung in Form von Grundberufen (z. B. Sozialarbeiter, Lehrer an höheren Schulen, diplomierte Krankenpfleger). Aufgrund des breiten Zugangs erfolgt eine fachliche Grundausbildung im Rahmen des Psychotherapeutischen Propädeutikums vor der eigentlichen fachspezifischen Psychotherapieausbildung.[44]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Quellen[Bearbeiten]

  1. § 95 Abs. 2, § 95c SGB V
  2. Psychotherapeutengesetz
  3. Heilberufgesetz Nordrhein-Westfalen
  4. http://www.bdp-verband.org/psychologie/faq_titelanerkennung.shtml
  5. http://www2.psychotherapeutenkammer-berlin.de/uploads/nauapprobierte_langfassung.pdf
  6. Gutachten des wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie zur Anerkennung der Systemischen Therapie
  7. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten
  8. Akademie für angewandte Psychologie und Psychotherapie, Köln
  9. Rhein-Eifel-Institut, Andernach
  10. Wann und unter welchen Umständen haftet ein PIA in Gerlach Berufsrecht und Berufsethik in der Psychotherapie, S.38http://ra-gerlach.de/publikationen/Berufsrecht_fuer_Psychotherapeuten.pdf
  11. FAZ, Psychotherapeuten: Lange Durststrecke
  12. FAZ, Psychotherapeuten zum Billigtarif
  13. SPIEGEL, Junge Psychotherapeuten, Voller Einsatz - kein Gehalt
  14. SPIEGEL, Psychotherapeuten Hängepartie in der Ausbildung
  15. http://psychotherapeutenwiki.de/Berufspolitik/Antworten_von_Abgeordneten
  16. LAG Hamm, Urteil vom 29. November 2012, Az. 11 Sa 74/12
  17. http://www.vpp-pia.de/doku/Zusammenfassung_Urteilsbegruendung_LAG_NRW.pdf
  18. http://www.hensche.de/Diplom_Psychologe_bei_Ausbildung_zum_psychologischen_Psychotherapeuten_ist_Arbeitnehmer_und_kein_Praktikant_Arbeitsgericht_Hamburg_21Ca43-12.html
  19. http://www.vpp-pia.de/doku/2013_03_07_PM_Gerichtsurteil.pdf
  20. http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/serviceeinrichtungen/pruefungsbuero/bachelor_psy/Berufspraktikum/index.html
  21. https://www.psychologie.hu-berlin.de/studium/sberat/beruf
  22. http://www.psychologie.hu-berlin.de/studium/sberat/interessierte/masterinfo/master
  23. http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/serviceeinrichtungen/pruefungsbuero/master_ewi_und_psy/master_psychologie/Merkblaetter/Berufspraktikum_Merkblatt_Msc_Psychologie.pdf?1393589217
  24. http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/20130628-MWBO_V6.pdf
  25. http://www.gesetze-im-internet.de/psychthg/BJNR131110998.html
  26. http://www.presseportal.de/pm/32838/2612435/gfb-warnt-grosse-koalition-vor-substitution-aerztlicher-leistungen
  27. http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/fileadmin/main/g-datei-download/News/PANEL_Stellungnahme_Medizinorientierung_DPtV.pdf
  28. Wegweiser der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern zur Erbringung psychotherapeutischer Leistungen (PDF; 577 kB)
  29. http://www.zeit.de/2014/13/psychisch-krank-therapie-umfrage
  30. BPtK, Wartezeiten in der ambulanten Psychotherapie (PDF; 68 kB)
  31. Psychotherapierichtlinie, eingesehen am 18. März 2013
  32. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 15. Februar 2006 zur Frage der Deckungspflicht von Psychotherapieleistungen von Krankenkassen
  33. Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten (GOP)
  34. Studie zur Versorgungsforschung (PDF; 357 kB)
  35. Nach euch die Sintflut: BDP zu der Ausbildungslage zum Psychologischen Psychotherapeuten
  36. http://psychotherapeutenwiki.de/Berufspolitik/Antworten_von_Abgeordneten
  37. http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/junge-psychotherapeuten-voller-einsatz-kein-gehalt-a-787195.html
  38. http://www.aerzteblatt.de/archiv/80724/Interview-mit-Prof-Dr-Rainer-Richter-Praesident-der-Bundespsychotherapeutenkammer-Wir-haben-dem-Ministerium-viel-Arbeit-abgenommen
  39. Bundestag, Petition Abschlussbegründung
  40. http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Themen/Aus_Fort_und_Weiterbildung/Ausbildung/20090401_Forschungsgutachten_Ausbildung_PP_und_KJP.pdf
  41. Forschungsgutachten zur Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichentherapeuten, http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/BAeK-Stn_Forschungsgutachten_PsychThG.pdf
  42. http://www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Themen/Aus_Fort_und_Weiterbildung/Ausbildung/20090401_Forschungsgutachten_Ausbildung_PP_und_KJP.pdf
  43. Stellungnahme zu 7. Medizinorientierung (PDF; 63 kB)
  44. G. Stumm, E. Jandl-Jager: Psychotherapie: Ausbildung in Österreich. Falter-Verlag, Wien 2006, ISBN 978-3-85439-334-4