Psychopathia sexualis (Krafft-Ebing)

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Titelblatt der ersten Fassung von 1886

Psychopathia sexualis ist das bekannteste Werk des Psychiaters und Gerichtsmediziners Richard von Krafft-Ebing. Es erschien erstmals 1886.

Krafft-Ebing beschreibt sexuelle Abweichungen und Perversionen anhand von Fallbeispielen und kategorisierte sie in neue Begriffe wie Masochismus und Sadismus. Zur Vorsicht schrieb er Teile des Textes, die zu seiner Zeit als besonders anstößig wahrgenommen werden konnten, in lateinischer Sprache.

Das Werk erreichte nach etlichen Überarbeitungen, sowie dem Einbeziehen zusätzlicher Fallstudien und Verbesserungen durch den Verfasser ein Jahr nach dessen Tod (1902) seine 12. Auflage (Ausgabe letzter Hand: Stuttgart, 1903). Ebenso wurde verschiedene Ausgaben des Werks in sieben Sprachen übersetzt. Nach weiteren Überarbeitungen erreichte die Psychopathia sexualis im Jahre 1924 ihre 17. deutsche Auflage.

Von Krafft-Ebing schreibt in seinem Vorwort zur 11. Auflage: „Der unerwartet große buchhändlerische Erfolg ist wohl der beste Beweis dafür, daß es auch unzählige Unglückliche gibt, die in dem sonst nur Männern der Wissenschaft gewidmeten Buche Aufklärung und Trost hinsichtlich rätselhafter Erscheinungen ihrer eigenen Vita sexualis suchen und finden“.

Filme[Bearbeiten]

In der BBC-Verfilmung Sherlock Holmes – Der Seidenstrumpfmörder von 2004 ist die Verlobte von Dr. Watson eine Psychoanalytikerin, die Sherlock Holmes auf mögliche sexuelle Motive des Mörders aufmerksam macht und ihm ein Exemplar der Psychopathia sexualis schenkt.

Das Werk diente im Jahr 2006 dem Regisseur Bret Wood als Inspiration für einen Spielfilm mit dem Titel Psychopathia Sexualis.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]