Puńsk

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Puńsk
Punskas
Wappen von Puńsk
PuńskPunskas (Polen)
PuńskPunskas
Puńsk
Punskas
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Sejny
Geographische Lage: 54° 15′ N, 23° 11′ O54.2523.183333333333Koordinaten: 54° 15′ 0″ N, 23° 11′ 0″ O
Einwohner: 1050
Postleitzahl: 16-515
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: BSE
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Warschau
Kaunas (Litauen)
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Fläche: 138,37 km²
Einwohner: 4283
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2009042
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Witold Liszkowski
Adresse: ul. Mickiewicza 23
16-515 Puńsk
Webpräsenz: www.punsk.com.pl

Puńsk (litauisch Punskas) ist ein Dorf in Polen mit rund 1.000 Einwohnern und Hauptort der gleichnamigen Landgemeinde, die seit 2006 zweisprachig ist (Polnisch und Litauisch). Der Ort liegt 23 Kilometer nordöstlich von Suwałki an der Grenze zu Litauen und gehört dem Powiat Sejneński an.

Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Das Gebiet um Puńsk gehört zum historischen Sudauen und wurde von Jatwingern, einem westbaltischen Stamm, in der Nachbarschaft prussischer Stämme bewohnt. Im 13. Jahrhundert wurde das Gebiet vom Deutschritterorden erobert. Nachdem der Widerstand von Prußen und Jatwingern gebrochen war, wurden Teile der Bevölkerung ins Samland umgesiedelt (Sudauer Winkel). Bis ins 15. Jahrhundert war das Gebiet sehr dünn besiedelt und vorwiegend von Urwald bedeckt. Danach wanderten die Litauer ein und machten das Land urbar. Nach dem Zuzug von Slawen entstand auf dem westbaltischen Substrat die heutige slawischsprachige (polnisch-weißrussische) Bevölkerung. Ein Teil der Jatwinger (vor allem im nördlichen Sudauen) akkulturierte sich an das Litauische.

1597 wurde in der Stadt Punsk eine Kirche mit Pfarrgemeinde von einem Polen gegründet. Bald darauf muss das Stadtrecht durch den litauischen König verliehen worden sein. Ab 1606 werden die Stadtbürger von Puńsk auch urkundlich erwähnt. Bis zur Dritten Teilung Polens 1795 verblieb Punskas im Verbund des Großlitauischen Fürstentums. 1852 verlor Punskas das Stadtrecht wieder. Im Ersten Weltkrieg sprachen sich die Bewohner 1917 für Litauen aus. 1920 wurde Puńsk aber Polen zugeteilt. Neben der vorwiegend jüdischen Bevölkerung, gab es auch deutsche Familien in der Stadt Puńsk und Umgebung bis zum Zweiten Weltkrieg.

Heute gehört Puńsk zum mehrheitlich von Litauern bewohnten Gebiet in Polen. Bei der letzten polnischen Volkszählung von 2002 bekannten sich 74,9 % der Gemeindebevölkerung zur litauischen Nationalität.[2] Der Ort besitzt die einzige litauische Schule des Landes, ist seit 2006 offiziell zweisprachig und führte 2008 zweisprachige Ortsnamen ein. Ein vierzehntägliches Lokalblatt „Aušra“ erscheint. Die Stadt ist auch Zentrum der litauischen Volkskultur sowie des wirtschaftlichen Austausches der beiden Länder. Es gibt drei Museen, eines davon das Litauische Freilichtmuseum.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Puńsk / Punskas gliedert sich auf einer Fläche von 138,37 km² in folgende Ortsteile (sołectwo):

  • Boksze-Osada / Bokšiai
  • Buda Zawidugierska / Vidugirių Būda
  • Buraki / Burokai
  • Dowiaciszki / Dievetiškė
  • Dziedziule / Didžiuliai
  • Giłujsze / Giluišiai
  • Kalinowo / Kalinavas
  • Kompocie / Kampuočiai
  • Krejwiany / Kreivėnai
  • Nowiniki / Navinykai
  • Ogórki / Agurkiai
  • Oszkinie / Ožkiniai
  • Pełele / Peleliai
  • Poluńce / Paliūnai
  • Przystawańce / Pristavonys
  • Puńsk / Punskas
  • Rejsztokiemie / Raistiniai
  • Sankury / Sankūrai
  • Sejwy / Seivai
  • Skarkiszki / Skarkiškiai
  • Szlinokiemie / Šlynakiemis
  • Tauroszyszki / Taurusiškės
  • Trakiszki / Trakiškės
  • Trompole / Trumpalis
  • Widugiery / Vidugiriai
  • Wiłkopedzie / Vilkapėdžiai
  • Wojciuliszki / Vaičiuliškės
  • Wojtokiemie / Vaitakiemis
  • Wołyńce / Valinčiai
  • Żwikiele / Žvikeliai

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puńsk – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Vgl. Polnisches Statistisches Amt