Puchberg am Schneeberg

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Puchberg am Schneeberg
Wappen von Puchberg am Schneeberg
Puchberg am Schneeberg (Österreich)
Puchberg am Schneeberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 83,36 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 15° 54′ O47.78611111111115.898611111111585Koordinaten: 47° 47′ 10″ N, 15° 53′ 55″ O
Höhe: 585 m ü. A.
Einwohner: 2.665 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2733, 2734, 2761
Vorwahl: 02636
Gemeindekennziffer: 3 18 26
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wiener Neustädter Straße 17
2734 Puchberg
Website: www.puchberg.at
Politik
Bürgermeister: Michael Knabl (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
11
9
1
11 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Puchberg am Schneeberg im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Puchberg vom Schneeberg aus fotografiert
Puchberg vom Schneeberg aus fotografiert
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Puchberg am Schneeberg ist eine Marktgemeinde im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich mit 2665 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014), die etwa 58 Kilometer von Wien entfernt liegt. Mit einer Fläche von 83,11 Quadratkilometern ist Puchberg am Schneeberg flächenmäßig eine der größten Gemeinden Niederösterreichs. Der höchste Punkt des Gemeindegebietes ist das 2076 m ü. A. hohe Klosterwappen, der Hauptgipfel des Schneebergs, welcher gleichzeitig den höchsten Berg Niederösterreichs bildet.

Der Name der Marktgemeinde ist urkundlich seit 1260 durch Eberhard von Puchperch belegt.[1] Bereits im 18. und 19. Jahrhundert kamen zahlreiche Besucher nach Puchberg. Mit der Eröffnung der Schneebergbahn am 15. April 1897 setzte ein struktureller Wandel von der Landwirtschaft zum Tourismus ein. Der heilklimatische Kurort und Luftkurort ist einer der meistbesuchten Tourismusorte Niederösterreichs.

Geografie[Bearbeiten]

Bereits am Ortseingang positioniert sich Puchberg als Tourismusgemeinde
Puchberg am Schneeberg mit dem Schneeberg-Massiv
Puchberger Ortszentrum mit Himberg im Hintergrund
Karte von Puchberg

Puchberg am Schneeberg liegt im Bezirk Neunkirchen im südlichen Niederösterreich. Der Hauptort hat eine Seehöhe von 585 m ü. A., gemessen beim Gemeindeamt im Ortszentrum. Der höchste bewohnte Ortsteil ist die Rotte Hinterm Faden auf 840 m ü. A., gemessen bei der Talstation der Salamander-Sesselbahn.

Puchberg hat Anteil an zwei Naturräumen. Während sich der überwiegende Teil im Schneebergland befindet, liegt der Schneeberg und Losenheim im Semmering-Rax-Schneeberg-Gebiet.[2]

Die nächstgelegenen Städte sind Neunkirchen, Ternitz, Gloggnitz und Wiener Neustadt. Die Bundeshauptstadt Wien ist rund 80 Kilometer entfernt.

Natur und Geologie[Bearbeiten]

Der größte Teil des Gemeindegebiets besteht aus Wiesen, Feldern und Nadelwäldern. In den umgebenden Bergen entspringen fünf Bäche, der Sebastianbach, der Hengstbach, der Sierningbach, der Pfennigbach und der Losenheimer Bach.

Über der untersten Gesteinsschicht des Wettersteinkalks tritt ein biogener Wettersteinkalk in Erscheinung. Darauf folgt ein makroskopisch auffälliges Gestein, in dem rötlichbraune bis graue, zentimetergroße mikritische Kalkkomponenten mit hell-/dunkelgrau gebänderten Kalzitzementen verbunden sind. Diese Gesteinsschichten sind ebenso in der weiteren Umgebung zu finden. Lediglich an der Grenze zu Gutenstein befindet sich Gutensteiner Kalk.[3]

Berge[Bearbeiten]

Puchberg am Schneeberg liegt in einem Talkessel und ist von mehreren Bergen umgeben. Die höchste Erhebung ist der Schneeberg, ein Tafelberg, der den Talabschluss nach Westen bildet. Mit seinen beiden Hauptgipfeln Klosterwappen (2076 m ü. A.) und Kaiserstein (2061 m ü. A.) ist dieser der höchste Berg Niederösterreichs. Weitere Gipfel des Schneebergmassivs im Puchberger Gemeindegebiet sind der Vestenkogel (1947 m ü. A.) und der Waxriegel (1888 m ü. A.). Dem Schneeberg vorgelagert sind der Lärchkogel (883 m ü. A.) und der Abfall (966 m ü. A.). Die Wände des Schneebergs fallen bei einem Höhenunterschied bis zu rund 1200 Meter, teils steil zum Puchberger Talkessel ab und bilden damit eine imposante Kulisse des Kessels um die Ortsteile Schneebergdörfl und Losenheim. Der Schneeberg ist überdies eine der wichtigsten Trinkwasserressourcen in Ostösterreich und versorgt Wien seit dem 24. Oktober 1873 über die I. Wiener Hochquellenwasserleitung.

Die übrigen Berge fallen gegenüber dem Schneeberg in ihrer Höhe zwar deutlich ab, erreichen aber dennoch teilweise alpine Höhen. Diese sind:

  • im Norden der Schober (1213 m ü. A.), der Größenberg (1188 m ü. A.), der Öhler (1183 m ü. A.), der Wiesberg (893 m ü. A.), der Haltberg (1114 m ü. A.), und der Hutberg (971 m ü. A.),
  • im Osten das Gelände (1023 m ü. A.), der Himberg (948 m ü. A.), der Kienberg (1015 m ü. A.) und der Strengberg (740 m ü. A.),
  • im Süden der Anzberg (795 m ü. A.), der Schacher (906 m ü. A.), die Gahnsleiten (1120 m ü. A.), der Gahns (1186 m ü. A.), das Alpleck (1292 m ü. A.) und der Krummbachsattel (1333 m ü. A.), denen der Kleine Sattel (828 m ü. A.), der Große Sattel (1314 m ü. A.) und der Hohe Hengst (1450 m ü. A.) vorgelagert sind.

Das Puchberger Tal ist nur in Richtung Südosten offen. Durch das Sierningtal, das Puchberg nahe dem Ortsteil Ödenhof (511 m ü. A.) verlässt, erfolgt die Entwässerung des gesamten Puchberger Talbodens. Durch die Sierningschlucht führt auch die Puchberger Straße (B 26) nach Ternitz.

Aus Richtung Osten ist Puchberg über den Grünbacher Sattel (678 m ü. A.) erreichbar, über den Puchberger Straße aus Richtung Wiener Neustadt und die Schneebergbahn führen. Aus Richtung Nordosten führt die Ascherstraße (L 138) von Miesenbach über den Ascher nach Puchberg. Ein Fahrweg führt von Puchberg am Schneeberg durch den Fadengraben zur Mamauwiese

Die Zahnradbahnstrecke der Schneebergbahn führt auf den Hochschneeberg, von wo sich bei gutem Wetter ein Ausblick weit über den Neusiedler See hinaus bis zur Pannonischen Tiefebene eröffnet. Bei optimalen Bedingungen reicht die Sicht mit dem Fernglas bis zum Plattensee.

Klima[Bearbeiten]

Temperaturen und Regentage im Durchschnitt

Als Voraussetzung für das Prädikat Heilklimatischer Kurort betreibt die Gemeinde Puchberg eine Klimastation und lässt alle zehn Jahre ein Klimagutachten von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik erstellen.

Die jährliche Sonnenscheindauer beträgt durchschnittlich 1860 Stunden. In allen Jahreszeiten ist Nebel eher selten und dauert meistens nur sehr kurze Zeit an. Im Jahresdurchschnitt fällt an jedem zweiten Tag Niederschlag. Selbst im Hochsommer ist Regen nicht selten. Im Winter kommen an einigen Stellen bis zu drei Meter hohe Schneemauern (Wechten) zustande. Die Niederschläge können durchaus heftig ausfallen, was zu kleinräumigen Überschwemmungen und Vermurungen führen kann; zuletzt am 6. und 7. Juni 2002, als der Pfennigbach aus den Ufern trat und massive Gebäude- und Flurschäden im Ausmaß von mehr als einer halben Million Euro anrichtete.[4]

Tage mit Hitze- und Schwüleperioden kommen auf Grund des Bergklimas selbst im Hochsommer nur sehr selten vor; die Nächte bringen starke Abkühlung, da die Temperatur wegen der gespeicherten Feuchtigkeit im Talkessel rasch abfällt. Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur um 25 °C, im Winter knapp unter 0 °C. An rund 75 % der Tage herrscht schwacher Wind von 10 bis 20 Kilometer pro Stunde.[5][6].

Gemeindegliederung und Flächennutzung[Bearbeiten]

Ortsteil Schneebergdörfl
Katastralgemeinde Rohrbach im Graben
f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Die Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg besteht aus drei Katastralgemeinden:[7]

  • Puchberg
    mit den Ortsteilen Ödenhof, Hengstberg, Hinterm Faden, Hof, Knipflitz, Losenheim, Puchberg, Sonnleiten, Schneebergdörfl, Schwarzengründe, Strengberg sowie den Rotten Hengsttal, Hinterm Hengst, Im Prater und Mittering;
  • Rohrbach im Graben
    mit den Ortsteilen Breitensohl und Rohrbachgraben sowie den Rotten Arbestal, Gratzehöhe, Gahnsbauer, Schmalleiten;
  • Stolzenwörth
    mit den Ortsteilen Eichberg, Haltberg, Lanzing, Pfennigbach und Sierning sowie den Rotten Bruck, Ranzenbach, Reitzenberg, Schoberhof und Tuft.

Die Ortsteile Puchberg, Rohrbachgraben, Schneebergdörfl und Sierning sind dicht besiedelt und beherbergen die meisten Einwohner. Die übrigen Gemeindegebiete sind eher dünn besiedelt und bestehen größtenteils aus Wiesen und Wäldern. In den Ortsteilen Losenheim und Hinterm Faden befindet sich ein Skigebiet. Die Orte Schneebergdörfl, Losenheim und Rohrbach im Graben sind Ausgangspunkte für Wanderungen auf den Schneeberg.

Eine Besonderheit stellen die Ortsteile Lanzing und Tuft dar, die als einzige nicht im Puchberger Talkessel oder Rohrbachgraben liegen, sondern geografisch durch den Hutberg getrennt zum Miesenbachtal gehören und durch die Passstraße über den Ascher erreichbar sind. Der dort entspringende Kaltenbergbach ist das einzige Gewässer, das über den Miesenbach und weiter in die Piesting nach Norden entwässert.

Die Gesamtfläche von Puchberg am Schneeberg beträgt 83,11 Quadratkilometer. Rund 66 % des Gemeindegebiets bestehen aus Waldflächen. Auf Wiesen entfallen 23 %, auf bebaute Flächen und Gebäude rund 5 % sowie auf Gärten, Gewässer und sonstige Flächen 5 %.[8]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gutenstein, Miesenbach
Schwarzau im Gebirge Nachbargemeinden Grünbach am Schneeberg, Schrattenbach
Reichenau an der Rax Bürg-Vöstenhof Ternitz

Panoramabilder[Bearbeiten]

CDPanoramabild 1.JPG
Panoramabild von Puchberg am Schneeberg mit dem Schneeberg

Puchberg am Schneeberg Panorama.jpg
Panoramabild vom Puchberger Ortszentrum

Puchberg Panorama Katastralgemeinde Rohrbach im Graben.jpg
Panoramabild der Katastralgemeinde Rohrbach im Graben mit dem Hohen Hengst (im Bild links)

Geschichte[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Römerhand

Siedlungsspuren waren im Puchberger Tal sehr spärlich vorhanden. Lediglich der Fund einer Lochaxt aus Serpentin auf dem Schneeberg und der eines bronzezeitlichen Dolchs sind bekannt. Ein im Volksmund als Römerhand bezeichneter Wegweiser, eine Hand auf einem Wappen, stammt auf Grund der Wappenform vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und hat somit keinerlei Bezug zu den Römern. Vielmehr dürfte es sich um ein Stifterwappen der Neuzeit gehandelt haben.

Mit Sicherheit nachzuweisen ist, dass durch Puchberg eine Römerstraße geführt hat, über die reger Warentransport erfolgte. Abzweigend von der Heeresstraße, die von Vindobona (Wien) nach Süden geführt hatte, verlief ein Transportweg von Leobersdorf über Bad Fischau, Winzendorf, Willendorf und Grünbach nach Puchberg. Dort führte dieser den Größenberg entlang zur Mamauwiese und weiter ins Klostertal und Schwarzatal. Dadurch wurde eine Verbindung der Provinzen Pannonien und Norikum hergestellt. Während aus dem Osten vor allem Getreide und Wein transportiert wurde, waren es aus dem Westen Salz und Wein.[9] Der Römerweg im Ortsteil Sonnberg erinnert heute noch an diesen Transportweg.

Mittelalter – 5. bis 15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Raum Puchberg sind die Reste von vier Burgen zu finden, die seit dem hohen Mittelalter nachgewiesen sind. Im 12. und 13. Jahrhundert gehörte Puchberg zur Grafschaft Pitten und damit zum Herzogtum Steiermark. Die Grenze zum Herzogtum Österreich bildete das Piestingtal, das mit Burgen wie Starhemberg befestigt war. Die Nutzung als Grenzburgen kommt daher für die Wehrbauten im Puchberger Becken nicht in Betracht, vielmehr handelte es sich um Sitze niedriger Adeliger.[1]

1357 gelangte der Besitz von Puchberg und Losenheim an die Stuchse, die Herren von Stixenstein. Am 14. April 1381 wurden die Festen Losenheim und Puchberg gemeinsam mit Stixenstein und Vöstenhof von Albero, dem Stuchs von Trautmannsdorf, an Herzog Leopold III. verkauft. Von 1387 bis 1394 waren die Güter von Herzog Albrecht III. an Hans von Liechtenstein verpfändet, blieben aber landesfürstliches Eigentum. In diesen Jahren gewann Stixenstein immer mehr an Bedeutung. Die Burg Losenheim dürften seit dem 15. Jahrhundert dem Verfall preisgegeben worden sein, während die Burg Puchberg bis in das 19. Jahrhundert genutzt wurde.

Die Bauern aus dem Amte Puchberg mussten ihre Abgaben nach Stixenstein entrichten. Aus einem Urbar der Herrschaft Stixenstein des Jahres 1500 geht hervor, dass die Puchberger Bauern zwei Drittel des Getreidezehent nach Stixenstein ablieferten, ein Drittel stand dem Propst von Sankt Ulrich in Wiener Neustadt zu. Darüber hinaus waren die Bauern der Herrschaft gegenüber zum Frondienst verpflichtet.

1488 wurde Stixenstein von Matthias Corvinus eingenommen. Die Burg und das dazugehörende Puchberger Gebiet blieben lange unter ungarischer Herrschaft. Erst Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die ungarischen Truppen zurückgeschlagen. .[10]

Mit einem Kaufbrief vom 24. Dezember 1555 gingen Stixenstein ebenso wie Puchberg und Losenheim auf Graf Hans Hoyos über; die Besitzungen waren ihm bereits vorher, am 27. August 1547, von König Ferdinand verpfändet worden. Im Jahr 1595 erwarb die Familie Hoyos Gutenstein, das sich zum Mittelpunkt der Herrschaft entwickelte.[10]

Türkenzeit – 17. Jahrhundert[Bearbeiten]

Allelujahöhle
Puchberg um 1700
Bildstock

In der Folge der Belagerung Wiens kamen die Osmanen 1683 ebenso nach Puchberg. Die Bewohner flüchteten in die Allelujahöhle am Himberg. Durch eine Feuerstelle wurden die Türken aufmerksam und töteten alle in der Höhle befindlichen Personen. Lediglich eine Frau mit einem Kind, der man zuvor in der Höhle keinen Unterschlupf gewährt hatte, da man fürchtete, das Geschrei des Kindes könnte die Geflüchteten verraten, soll der Sage nach das Gemetzel überlebt haben. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts will der Schneebergautor J.A. Schultes Menschenknochen in der Allelujahöhle gefunden haben.

Ein anderer Teil der Bevölkerung flüchtete in die Taufbrunnenlucke unterhalb des Schneidergrabens am Schneeberg. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass die Kinder mit dem Wasser der dort entspringenden Quelle getauft wurden.

Die Türken verwüsteten 1683 die Häuser und den Pfarrhof. Die Matrikelbücher des Jahres 1686 beurkunden die Renovierungsarbeiten: geschichtl. Text: „Wiederum auffs Neue der Pfarrhof ehrhebt worden, die Khir Stal und Stadel, wie auch die Kuchel und führ Hauß gewelbt. Unter mich Hanß Georg Mitis…“ Von den Bewohnern, die nicht in die Wälder geflüchtet waren, entführten die Türken zumindest fünf verheiratete Frauen; aus dem Trauungsprotokoll ist ersichtlich, dass die Puchberger Bürger Laurentius Johannes Khikher, Mathias Khrumpökh, Simon Khern, Sebastian Haussmann und Hans Khrumpökh daraufhin wieder heiraten durften. Das weitere Schicksal der entführten Frauen ist nicht bekannt.[10]

Die Pest – 17./18. Jahrhundert[Bearbeiten]

1679 erreichte die Pest die Nachbargemeinden, verschonte jedoch Puchberg. Weniger Glück hatte die Puchberger Bevölkerung im Jahr 1713. Die Pest wurde von Fuhrleuten eingeschleppt, die Bretter und Kohle nach Wien lieferten. In der folgenden 22 Wochen starben 102 Personen.

Die Toten wurden an drei Orten begraben; die Kapelle auf der Gratzenhöhe markiert einen dieser Plätze. Auf der Straße nach Grünbach am Schneeberg steht etwa 200 Meter nach dem Puchbergerhof ein Bildstock mit der Jahreszahl 1713. Der dritte Begräbnisplatz liegt bei der so genannten Lastergrube am Ende des Neusserweges. Die Pestsäule unter den beiden Kastanienbäumen am Beginn der Sierningstraße ist kein Hinweis auf eine Grabstelle. Die Säule wurde vielmehr zum Gedenken an die Opfer der Seuche errichtet.

Nach Überlieferungen flüchteten die Puchberger vor der Pest auf den Schneeberg und lebten dort in Zelten. Nach dem Ende der Pestzeit gelobten die Puchberger, jährlich eine Prozession auf den Schneeberg zu einer Säule der heiligen Dreifaltigkeit zu unternehmen. An der Stelle, an der sich die Säule befand, wurde später vom damaligen Besitzer des Berges, Graf Johann Ernst Hoyos-Sprinzenstein, der Kaiserstein zur Erinnerung an die Besteigung des Schneebergs durch Kaiser Franz II. 1805 und 1807 errichtet.[11] Als 1721 bei der Prozession die Messe gelesen wurde, stürzte nach einer Legende der Kelch um und der Wind verwehte die heilige Hostie. Von da an unternahmen die Puchberger jährlich am Dreifaltigkeitssonntag eine Prozession auf den Mariahilfberg in Gutenstein.[10]

Die Truppen Napoléons – 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Puchberg um das Jahr 1790 (Josephinische Landesaufnahme)

In den Jahren 1805 und 1809 quartierten sich kleinere militärische Einheiten der Truppen Napoléons ein. Während des Waffenstillstandes im Jahr 1809 waren 306 Mann Kavallerie 18 Tage lang in Puchberg stationiert. Die Truppen mussten von der örtlichen Bevölkerung versorgt werden.

Während dieser Zeit kam es weder zu Übergriffen auf die Bevölkerung, noch wurde von den Franzosen Eigentum der Puchberger beschädigt. Lediglich ein Zwischenfall im Fleischhauerhaus sorgte während dieser Zeit für Unruhe, als ein französischer Soldat auf die Tenne kam, auf der gerade gedroschen wurde. Aus ungeklärten Ursachen brach zwischen dem französischen Soldaten und den Dreschern ein Streit aus, das nach wildem Gestikulieren in einem blutigen Handgemenge endete. Der Kommandant der Franzosen war über die Behandlung seines Soldaten so erzürnt, dass er damit drohte, den Ort in Schutt und Asche zu legen. Die Drescher entzogen sich ihrer Bestrafung durch Flucht auf den Himberg, von wo sie erst nach dem Abzug der Soldaten wieder zurückkamen.[10]

Entwicklung zum Kurort – 19./20.Jahrhundert[Bearbeiten]

Historische Ansicht von Puchberg um 1900
Der Bahnhof Puchberg um 1900
Das 1909 errichtete Elektrizitätswerk an der Sierning

Ferdinand Bürkles Erstbesteigung war der Beginn zahlreicher Wanderungen auf den Schneeberg, viele davon auch außerhalb der Puchberger Gemeindegrenzen. Beschreibungen von Reiseschriftstellern der Romantik, wie J. A. Schultes oder Franz Xaver Embel[12], waren für diese Entwicklung mit verantwortlich.

Die von Leo Arnoldi gebaute und am 15. April 1897 eröffnete Schneebergbahn sowie die Bahnverbindung zwischen Wiener Neustadt und Puchberg waren ausschlaggebend für den Übergang des Ortes von der Landwirtschaft zum Tourismus. So kamen Gäste von weit her, um das Erlebnis zu genießen, mit einer Zahnradbahn ohne große Mühe auf den höchsten Berg Niederösterreichs zu gelangen. Die Bahn hatte somit einen großen Anteil an der touristischen Erschließung von Puchberg und dem Schneeberg. Begünstigt durch die Nähe entdeckten viele Wiener Puchberg als Sommerfrische. Wegbereiter waren die Wiener Industriellen Friedrich Ehrbar und Ludwig Damböck. 1899 wurde der Bau eines astronomischen Observatoriums auf dem Schneeberg überlegt.[13]

Der Arzt Edmund von Neusser ließ um 1900 in Puchberg eine Villa als Hochzeitsgeschenk für seine Frau, die Opernsängerin Paula Mark, erbauen. Zur gleichen Zeit hatte Ottokar von Chiari die Jagd in Puchberg gepachtet.

Ein Besuch des zu Ehren seiner Gemahlin Elisabeth errichteten Kirchleins führte Kaiser Franz Joseph I. 1902 auf den Gipfel des Schneebergs. Mitglieder des Kaiserhauses waren danach einige Sommer in Puchberg zu Gast.

Von 1902 bis 1904 werden die erste Gemeindewasserleitung und der Hochbehälter errichtet. Die Quellfassung erfolgte am Fuß des im Norden von Puchberg befindlichen Öhler und ist heute noch in Betrieb.

1909 wurde nach elfjähriger Bauzeit in der Schlucht zwischen dem Buchberg und dem Himberg, in Edenhof, das von der Sierning angetriebene Wasserkraftwerk errichtet. Mit einer Stundenleistung von 120 Kilowatt wurde die Katastralgemeinde Rohrbach im Graben mit elektrischem Strom versorgt. Die Bewohner mussten sich dazu auf einer Liste anmelden, wann sie Strom beziehen wollten. Wegen des rasch wachsenden Bedarfs musste das E-Werk schon bald danach auf 300 Kilowatt erweitert werden. Nach der generellen Versorgung der Gemeinde über das öffentliche Stromnetz wurde der erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Wasserturbine durch zwei Dieselaggregate ergänzt. Das Kraftwerk wurde bis 1962 von der Gemeinde betrieben. Hauptabnehmer waren die Schoeller-Bleckmann Stahlwerke in Ternitz. Der neue Besitzer richtete 1963 eine Gummiwarenerzeugung ein. 1983 und 1996 erhielt das Kleinkraftwerk jeweils neue Besitzer, die sich wieder ausschließlich auf die Stromproduktion beschränkten. Das Kraftwerk, das mittlerweile im Automatikbetrieb läuft, ist gegenwärtig noch immer mit den Aggregaten von 1909 in Betrieb.[14]

Damals noch „Buchberg“ (Mitte links), um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der letzte Hofballmusikdirektor Carl Michael Ziehrer verbrachte den Sommer des Jahres 1915 in Puchberg. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts unterrichtete der Philosoph Ludwig Wittgenstein in der Volksschule. Kurz danach war der Gelehrte Paul Kammerer zu Gast.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war es vor allem die Aspangbahngesellschaft, als Betreiberin der Schneebergbahn seit 1. Jänner 1899, die massiv den Fremdenverkehr in Puchberg bewarb und mit preisgünstigen Tarifangeboten zahlreiche Touristen anlockte. Selbst in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten der 1930er Jahre hatte Puchberg seine Anziehungskraft für Touristen und Sommergäste nicht verloren.

Am 19. September 1939, um 1:15 Uhr, wurde Puchberg von einem Erdbeben der Stufe sieben der Mercalli-Sieberg-Skala erschüttert.[15] An Gebäuden entstanden zum Teil schwere Schäden und von Felswänden lösten sich Felsbrocken. In der Losenheimerstraße fiel ein Felsblock im Ausmaß von rund 15 Kubikmetern auf ein Haus, wobei zwei Personen getötet wurden. Die Straße zum Ortsteil Ödenhof wurde unter Fels- und Geröllmassen verschüttet und musste frei gesprengt werden.[16]

Zweiter Weltkrieg bis heute[Bearbeiten]

Bahnhof mit Salamander-Triebwagen der Zahnradbahn und Desiro-Triebwagen der Normalspurstrecke
Die Schneeberghalle mit dem Tourismusbüro (im Bild rechts)

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es vom 26. März bis zum 8. Mai zu heftigen Kämpfen zwischen der im Raum Puchberg eingesetzten Kampfgruppe Keitel der 37. SS-Freiwilligen-Kavalleriedivision und der 99. Schützendivision bzw. Teilen des 1. Garde-mechanischen Korps der 4. Sowjetischen Gardearmee, die neben blutigen Verlusten zu schweren Schäden im Ortsgebiet führten. Die deutsche Frontlinie verlief zuletzt über den Gahns, das Hotel Hochschneeberg und die Sparbacherhütte zum Klostertaler Gschaid und weiter zum Rohrer Sattel. [17]Laut Totenbuch der Pfarre Puchberg verloren 204 Menschen ihr Leben, darunter 34 russische Soldaten.[10]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Tourismus wieder zunehmend an Bedeutung. Die Lyrikerin Christine Busta sowie die Schriftsteller Friederike Mayröcker und Ernst Jandl verbrachten mehrere Sommer in Puchberg.[18]

Diesem Trend Rechnung tragend, wurde 1949 der Sessellift auf den Himberg errichtet, der der erste in Niederösterreich war.[16]

1960 wurde auf dem Hochschneeberg eine Richtfunkstation des Bundesheeres als Teil des Luftraumüberwachungssystems Goldhaube in Betrieb genommen.

Um sich als Kurgemeinde zu positionieren wurde 1963 das Kurmittelhaus errichtet, das später zu einem Kurhotel umgebaut wurde.

1968 wurde am Fuße des Himbergs eine Kläranlage errichtet und sukzessive mit der Kanalisierung der Gemeinde begonnen.

Im September 1989 erfolgte die Eröffnung des Freizeit- und Veranstaltungszentrums, zu dem die Schneeberghalle, das Freibad, das Tourismusbüro, die Gemeindebücherei und ein Restaurant gehören. Die Mehrzweckhalle bietet bis zu 700 Personen Platz und wird für sportliche Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen und Feste genutzt. In der Halle befinden sich eine Kletterwand und ein Kraftsportraum.[19]

Die Anerkennung als Luftkurort mit heilklimatischem Klima brachte Puchberg zahlreiche Besucher. Vor allem im Sommer fühlen sich viele Menschen von der heilenden Luft angezogen. Im Winter ist der Ort wegen seines Skigebietes sehr beliebt. 1991 wurde mit der Aufstellung der ersten Schneekanonen dem zunehmenden wintersportlichen Aktivitäten Rechnung getragen.

Die Zahnradbahn auf den Hochschneeberg wurde mit neuen Zügen ausgestattet; Bahnhöfe und Haltestellen wurden neu adaptiert. Auf dem Hochschneeberg wurden eine Wasserleitung und eine Kanalisation eingerichtet, die den aufwändigen Transport von Frisch- und Abwasser mit der Zahnradbahn ersetzen.

Am Himberg wurde eine Antennenstation für den Mobilfunkbetrieb errichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist mit einer Bevölkerungsdichte von 32 Einwohnern je Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt (zum Vergleich: Niederösterreich hat 83, Österreich 98 Einwohner je Quadratkilometer). Wie in vielen kleineren Orten des Bezirkes Neunkirchen setzte in den letzten dreißig Jahren eine Tendenz zur Abwanderung in die umliegenden Städte und nach Wien ein.

Die erste Bevölkerungszählung im Jahr 1869 verzeichnete 2249 Personen. Danach setzte ein großer Zuwachs ein und 1923 konnten 3330 Einwohner gezählt werden. Infolge des Zweiten Weltkrieges verringerte sich die Bevölkerung. Bis 1971 setzte wieder ein leichter Bevölkerungsanstieg ein und mit 3406 Einwohnern wurde der Höchststand in der Geschichte von Puchberg verzeichnet. Seitdem geht die Einwohnerzahl zurück und fiel bei der Volkszählung vom 15. Mai 2001 unter 3000 Einwohner. Maßgebend dafür war neben der stark negativen Geburtenbilanz (Vergleich 1991 zu 2001: −133) die ebenfalls negative Wanderungsbilanz (−54). Insbesondere bei der Geburtenbilanz liegt Puchberg (−4,4 %) deutlich unter den Werten des Bezirks Neunkirchen (−1,6 %) und des Landes Niederösterreich (−0,5 %).[20]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 2007 betrug die Einwohnerzahl 2688 (1333 männlich/1335 weiblich). Davon waren 340 unter 15 Jahren (178/162), 1700 im Alter von 15 bis 60 Jahren (789/726) und 648 über 60 Jahre alt (366/467). Die meisten Frauen waren im Alter von 65 bis 69 Jahren (insgesamt 116), die meisten Männer im Alter von 40 bis 44 (insgesamt 126). Am 1. Jänner 2008 hatte Puchberg nur mehr 2664 Einwohner.[8] [21]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

2752 (97,1 %) der Puchberger gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 17 Personen (0,6 %) sprachen hauptsächlich ungarisch, 15 (0,5 %) sprachen kroatisch, acht (0,3 %) serbisch, fünf (0,2 %) türkisch, drei (0,1 %) tschechisch, einer sprach Burgenland-kroatisch und die Sprachen von 33 Einwohnern waren unbekannt. Von der Bevölkerung (Stand 2007) waren 2592 (96,4 %) Bürger österreichische Staatsbürger, 96 Einwohner (3,6 %) sind es nicht. Dabei hatten 23 (0,7 %) der Puchberger eine Staatsbürgerschaft von Deutschland, neun (0,3 %) waren ehe. jugoslawische Staatsbürger. Dahinter folgten zwei Türken (0,1 %) sowie je ein Amerikaner und ein Afrikaner, fünf (0,2 %) Bürger waren staatenlos. Insgesamt waren 2001 etwa 4,4 % der Puchberger in einem anderen Land als in Österreich geboren.[21]

Politik[Bearbeiten]

Das Gemeindeamt der Marktgemeinde Puchberg

Gemeinderatswahlen[Bearbeiten]

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle fünf Jahre statt. Die letzte Wahl war am 14. März 2010. Auf Grund des Rückgangs der wahlberechtigten Bevölkerung (maßgeblich ist die Anzahl der Hauptwohnsitzer) bei der letzten Volkszählung reduzierte sich die Anzahl der Gemeinderäte von 23 (2000) auf 21 (2005).

Gemeinderatswahlen in Puchberg am Schneeberg[22][23]
Ergebnis vom 25. März 1990 19. März 1995 2. April 2000 6. März 2005 14. März 2010
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men
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Wahlberechtigt 2855 23 2992 23 2993 23 3049 21 3107 21
Abgegeben 2237 78,35 2348 78,48 2296 76,71 2093 68,65 2199 70,78
Ungültig 125 106 16 31 48
Gültig 2112 94,41 2242 95,49 2280 99,30 2062 98,52 2151 97,82
Davon entfielen auf
SPÖ 1231 58,29 13 1217 54,28 13 1223 53,64 13 1090 52,86 12 1109 51,56 11
ÖVP 881 41,71 10 1025 45,72 10 789 34,61 8 889 43,11 9 911 42,35 9
FPÖ n.k. n.k. 118 5,18 1 83 4,03 0 131 6,09 1
Die Grünen n.k. n.k. n.k. n.k. n.k. - -
Sonstige n.k. n.k. 150 6,58 1 n.k. n.k. - -

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Michael Knabl

Bürgermeister Michael Knabl (SPÖ) wurde dabei in seiner Funktion bestätigt. Vizebürgermeister ist seit 1. Jänner 2004 Florian Diertl (ebenfalls SPÖ).

Der Gemeindevorstand setzt sich aus dem Bürgermeister, dem Vizebürgermeister und den geschäftsführenden Gemeinderäten, Walter Diertl, Christian Dungl, Johannes Jägersberger und Martin Wanzenböck, zusammen.

Frühere Bürgermeister[Bearbeiten]

Die erste Bürgermeistermeisterwahl fand 1850 statt, bei der Leonhard Wurzinger gewählt wurde und dieses Amt bis 1858 innehatte. Josef Hirschler war der einzige Ortsvorsteher, der mit einer Unterbrechung zweimal gewählt wurde.

Der nunmehrige Bürgermeister Michael Knabl wurde am 29. April 1985 gewählt und ist der der 23. Vorsteher der Gemeinde. Knabl ist damit der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit der Gemeinde Puchberg am Schneeberg – zuvor war dies Rudolf Gschweidl – und einer der längst dienenden von Niederösterreich.

Zeitraum Bürgermeister
1850 – 1858
Leonhard Wurzinger
1858 – 1861
Johann Rigler
1861 – 1862
Anton Eichberger
1862 – 1864
Anton Pulling
1864 – 1865
Franz Schramböck
1865 – 1873
Franz Postl
1873 – 1875
Johann Tisch
1875 – 1876
Ignaz Schmid
Zeitraum Bürgermeister
1876 – 1879
Franz Postl
1879 – 1888
Matthias Gamperl
1888 – 1891
Josef Hirschler
1891 – 1894
Georg Riegler
1894 – 1900
Josef Hirschler
1900 – 1908
Wilhelm Frey
1908 – Juni 1917
Hans Stickler
Juli 1917 – Juni 1919
Karl Weinberger
Zeitraum Bürgermeister
Juli 1919 – 1933
Leopold Auer (SPÖ)
1934 – 12. März 1938
Hans Stickler jun. (ÖVP)
13. März 1938 – 18. Februar 1939
Wilhelm Laschke
19. Februar 1939 – 22. April 1945
Johann Jägersberger
1945 – 10. April 1973
Rudolf Gschweidl (SPÖ)
10. April 1973 – 29. April 1985
Franz Holzer (SPÖ)
29. April 1985 – …
Michael Knabl (SPÖ)
Quelle: Aufstellung der Gemeinde

Landtagswahl[Bearbeiten]

Bei der Landtagswahl 2008 ergab sich ein vollkommen anderes Bild. Von insgesamt 1995 abgegebenen Stimmen entfielen 1008 (51,93 %) auf die ÖVP, 632 auf die SPÖ (32,56 %) und 205 auf die FPÖ (10,56 %). Die restlichen Stimmen verteilten sich auf die LNÖ, die KPÖ und Die Christenpartei NÖ (DCP).[24]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Puchberg am Schneeberg.jpg

Blasonierung: Gespalten; vorne in Blau ein goldener, offener Flug, hinten in Gold auf grünem Boden ein grüner Laubbaum.

Die rechte Hälfte des Wappens stellt offene, goldene Adlerflügel auf blauem Grund (Himmel), die linke eine grüne Buche dar. Über der Zeichnung steht „PUCHBERG a. Schbg.“. Der Schriftzug wird jedoch nicht immer angewandt.[25]

Das Puchberger Wappen wurde erstmals im 13. Jahrhundert vom Geschlecht der Puchberger verwendet. Benutzt wurde damals lediglich das Motiv der rechten Wappenseite, umrandet mit einer mittelalterlichen Schrift. Erst seit ein paar Jahrhunderten hat das Wappen das heutige Aussehen.

Religion[Bearbeiten]

Der Zeitpunkt der Gründung der Pfarre Puchberg ist nicht bekannt. Dass diese, wie A. Adam und F. Bürkle meinen, bereits 1109 bestanden hätte, ist nicht belegbar. Der 1264 genannte Fridricus, Pfarrer von Puchberg, ist wahrscheinlich Scheiblingkirchen zuzurechnen, das bis ins 15. Jahrhundert „Puchberg“ hieß. Im päpstlichen Zentralregister des Jahres 1285 scheint Puchberg jedenfalls noch nicht als Pfarre auf. Urkundlich dokumentiert ist Puchberg als Pfarre erstmals im 15. Jahrhundert im Pfründenverzeichnis der Propstei Stankt Ulrich, an die sie als Filiale oder Vikariat der Mutterkirche Fischau oder St. Egyden gelangt war. Die Pfarre war bis zum Jahr 1783 dem Verband der Diözese Salzburg zugeordnet und unterstand dem Kloster Reichersberg. 1784 wurde die Pfarre der Diözese Wiener Neustadt zugeordnet, bevor sie im gleichen Jahr zur Diözese Wien kam. Seit 1631 haben in Puchberg insgesamt 21 Pfarrer gewirkt.[10]

Elisabethkirchlein

Der Großteil der Puchberger Bevölkerung ist römisch-katholischer Konfession. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis 88,0 % (2493 Personen). Dahinter folgten 1,8 % (52) mit evangelischem und 0,9 % (26) mit einer anderen Glaubensrichtung. 8,4 % (239) der Puchberger waren ohne religiöses Bekenntnis.[21]

In Puchberg stehen eine Kirche und einige Kapellen, am Hochschneeberg steht eine weitere Kirche.

Die Pfarrkirche St. Vitus wurde 1428 errichtet. Da die Kirche zweimal zerstört wurde, musste sie ebenso oft wieder neu aufgebaut werden. An Stelle des heutigen keilförmigen Dachs war der Kirchturm früher mit einer Kuppel und später mit einem Zwiebelturm ausgestattet.

Das Elisabethkirchlein steht in der Nähe der Endstation der Schneebergbahn auf (1800 m ü. A.) und wurde zur Erinnerung an die ermordete Kaiserin Elisabeth in den Jahren 1899 bis 1901 errichtet. Dort wird zumindest einmal jährlich eine Messe gefeiert. Kaiser Franz Joseph besuchte 1902 die Kirche und nahm an einer Messe teil.[26]

Ebenfalls einmal jährlich wird bei der Schoberkapelle auf der Schoberalm an der Gemeindegrenze zu Gutenstein eine Messe gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gipsabbau nahe der Ascherstraße
Historische Sägemühle Zenz vulgo „Nandler Michel“ um 1890
Gattersäge im Ortsteil „Im Prater“

Arbeitsstätten und Beschäftigte[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es in Puchberg 154 Arbeitsstätten mit 860 Beschäftigten, wovon 724 unselbständige Beschäftigte waren. Wichtigste Branche in der Gemeinde ist demnach das Beherbergungs- und Gaststättenwesen mit 39 Betrieben (190 Beschäftigte). Weiterhin von Bedeutung ist die Branche Handel; Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern mit damals 25 Arbeitsstätten (98 Beschäftigte) sowie die Sachgütererzeugung mit 124 Beschäftigten und 14 Arbeitsstätten. Die eher geringen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gemeinde verursachen eine hohe Pendlerrate. Bei 332 Einpendlern waren 2001 671 Einwohner von Puchberg außerhalb ihrer Heimatgemeinde beschäftigt.[21]

Gips- und Sägewerke[Bearbeiten]

Auf der Suche nach Kohle wurde in den 1860er Jahren in Puchberg Gips gefunden. Der Mitbegründer der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik, Wenzel Günther, richtete daraufhin in Bruck, einem Abhang des Eichbergs, einen Brennofen samt Gipsmühle ein. 1888 bestanden zwei Gipswerke; den Betrieb von Jurnicek im Eigentum des späteren Bürgermeisters von Puchberg am Schneeberg, Wilhelm Frey, in Bruck und jenes von Johann Clemens Riglers Betrieb in Vierlehen (seit 1868). Der Gipsabbau wurde früher ausschließlich unter Tage betrieben, wobei das in den Stollen gewonnene Material mit Hunten zu Tage gefördert wurde. Seit der zweiten Hälfte der 20. Jahrhunderts wird Gips nur mehr im Tagebau gewonnen. Die Abbauflächen befinden sich nunmehr, deutlich sichtbar, auf der Pfennigwiese.

Eine Bestandsaufnahme der industriellen Struktur im Jahr 1888 listet weiters zwei Kalköfen beim Hengstberg, neun Getreidemühlen und 38 Sägewerke auf.

Dank des Waldreichtums der Region war in Puchberg über Jahrhunderte die Sägeindustrie vorherrschend. An fast jedem Bach wurde die Kraft des Wassers zum Schneiden der Bretter genutzt. Die Sägen des Puchberger Gebietes waren nach dem Prinzip des so genannten Venezianer Gatters konstruiert – eine Entwicklung, die auf Leonardo da Vinci zurückgeht. Die Säge wurde dabei nicht an dem Stamm, sondern der Stamm an das Sägeblatt herangeführt. Das Sägeblatt wurde durch ein vom Wasserrad angetriebenes Kurbelsystem bewegt. Die fortschreitende Elektrifizierung im 20. Jahrhundert führte zum Verfall vieler Sägewerke, da diese auf die neue Technik nicht angepasst werden konnten. Während es in Puchberg um 1900 insgesamt 38 Sägewerke gab, bestehen gegenwärtig nur mehr drei Gattersägen; diese werden nicht mehr mit Wasserkraft betrieben, sondern von Dieselmotoren.

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

1999 bestanden in Puchberg 164 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt rund 7346 Hektar Fläche bewirtschafteten. 52 Betriebe wurden im Haupterwerb und 103 im Nebenerwerb geführt. Neun Betriebe waren im Eigentum von juristischen Personen. Gegenüber 1995 hat sich der Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe insbesondere im Bereich der Nebenerwerbslandwirte fortgesetzt, während sich die Zahl der Betriebe im Haupterwerb um 2 % erhöhte. Insgesamt reduzierte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 1995 und 1999 um 19,6 %, während die bewirtschaftete Fläche beinahe unverändert blieb. Diese Betriebe beschäftigen 350 Arbeitskräfte.

Viehbestand 1999 (Quelle: Statistik Austria)
Rinder 1726 Pferde 77
Hühner 436 Schweine 33
Schafe 344 Sonstiges Geflügel 30
Zuchtwild 136 Ziegen 17

Insgesamt gab es bei der Viehbestand-Zählung 1999 in Puchberg 154 Viehhalter mit 2799 Nutztieren. Rund 62 % der Nutztiere (von 68 Rindhaltern) waren Rinder auf den Weiden in Puchberg und am Hochplateau des Schneebergs. Die meisten davon (457) waren Milchkühe. Dahinter folgt die Kategorie Nutz- und Zucht-Kalbinnen mit 397 Tieren. Lediglich 19 Rinder waren Schlacht-Kalbinnen. Da es in Puchberg keinen Betrieb zur Milchverarbeitung gibt, wird die Milch an die Niederösterreichische Molkereigenossenschaft verkauft. Ein geringer Teil wird zum eigenen Verbrauch verwendet. Das Fleisch wird größtenteils ebenfalls verkauft.[21]

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus ist seit der Wende zum 20. Jahrhundert Haupteinnahmequelle der Marktgemeinde. Der Schneeberg war schon früher ein beliebtes Ausflugsziel; die Schutzhütten hatten damals bereits jährlich etwa 10.000 Besucher. Puchberg ist dank der Doppelsaison eine der bestbesuchten Gemeinden in Ostösterreich. In Puchberg bestehen zwei Hauptattraktionen: die Schneebergbahn und das Salamander-Skigebiet, die beide von der NÖ-Schneebergbahn GmbH betrieben werden.

Salamander-Triebzug Nummer 2 mit Vorstellwagen („Salamander-Baby“) im Bahnhof Puchberg am Schneeberg
Die Zahnradbahn-Dampflok 999.05 “Puchberg”
Das Skigebiet im Ortsteil Losenheim
2006 wurde die neue Sesselbahn eröffnet

Die Zahnradbahn auf den Hochschneeberg wurde am 1. Juni 1897 bis zur Station Baumgartner und am 25. September 1897 bis zur Station Hochschneeberg eröffnet. Sie hatte den größten Anteil an dem Wandel zum Tourismus. Die Streckenlänge vom Ort Puchberg über den Hengst zum Schneeberg beträgt 9,7 Kilometer. Dabei überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 1218 Meter. Die Spurweite beträgt einen Meter und die maximale Steigung 200 ‰. Als Betriebsmittel stehen der Schneebergbahn zwei dieselbetriebene Salamander-Triebzüge, ein Triebkopf und fünf Dampflokomotiven aus der Zeit des Bahnbaus sowie mehrere historische Personenwagen zur Verfügung. Von den Dampflokomotiven sind aus Kostengründen gegenwärtig allerdings nur mehr zwei betriebsfähig. 2011 soll ein dritter Salamander-Triebzug beschafft werden.

Das Skigebiet befindet sich im Ortsteil Losenheim, etwa 6 Kilometer vom Ort Puchberg entfernt. Es wurde nach dem Leitbild der Schneebergbahn GmbH, dem Feuersalamander, benannt und weist Pisten mit einer Gesamtlänge von rund 7,5 Kilometer auf. Die Infrastruktur besteht aus drei Liftanlagen, einer Sesselbahn, einem Schlepplift und einem Kinderlift.

Nachdem der 1949 errichtete Zweier-Sessellift nicht mehr den Anforderungen entsprochen hatte, wurde nach zweijährigem Planungs- und Finanzierungsvorlauf eine Vierer-Sesselbahn vom Typ 4 CLD der Firma Doppelmayr 2005 neu errichtet und am 8. Dezember eröffnet. An der Finanzierung waren neben der NÖ Schneebergbahn GmbH mehr als 40 private Investoren aus Puchberg beteiligt. Überdies wurde das Projekt vom Land Niederösterreich und der Gemeinde Puchberg gefördert. Die Gesamtkosten betrugen rund 4,5 Millionen Euro.[27] Mit einer Gesamtlänge von 1145 Metern legt der Sessellift eine Höhendifferenz von 337 Meter zurück. Die Bergstation befindet sich auf 1207 Meter Seehöhe. Die Anlage ist eine kuppelbarere Sesselbahn, bei der sich der Abstand der Sessel zueinander selbsttätig regelt. Dadurch ist es möglich die Bahn im Sommer mit 30 Sesseln zu betreiben, während im Winter 40 Sessel zum Einsatz kommen. Die maximale Fahrgeschwindigkeit beträgt fünf Meter pro Sekunde.

Die Schlepplifte wurden vor mehreren Jahren vom Inhaber eines nahe gelegenen Gasthauses eingerichtet, um den Wintertourismus anzukurbeln. Das Skigebiet ist sehr gut besucht. Für Schneesicherheit sorgt eine Beschneiungsanlage samt Speicherteich. Außerdem sind regelmäßig Skischulen während der Öffnungszeiten im Einsatz.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gemeindezentrum
Ein typischer Wanderweg in Puchberg
  • Straßenverkehr:
    In Puchberg kreuzen sich die Neunkirchner Straße, die Schneebergstraße und die Wiener Neustädter Straße. Durch den Ort führen die Puchberger Straße (B 26), die von Wiener Neustadt nach Neunkirchen verläuft und Anschluss an die Wiener Neustädter Straße (B 17) sowie die L 138 von Puchberg über den Ascher und durch Miesenbach nach Reichental im Piestingtal mit Anschluss an die Gutensteiner Straße (B 21) hat. Rund um das Ortszentrum wurden die Straßen als Einbahnstraßen eingerichtet.
    Im Bereich des Bahnhofs wurden zwei Park & Ride-Anlagen errichtet, die sowohl Einheimischen, als auch Touristen ausreichende Parkmöglichkeiten bieten. Für den Fremdenverkehr besteht überdies ein eigener Parkplatz für Autobusse.
    Im öffentlichen Verkehr bestehen Autobuslinien von und nach Wiener Neustadt, Neunkirchen und Pernitz.
    Auf die umliegenden Berge führen mehrere Forststraßen, die jedoch nur von Berechtigten befahren werden dürfen.
  • Bahnverkehr:
    Der Bahnhof Puchberg am Schneeberg liegt im heutigen Zentrum der Gemeinde. Er ist Endstation der normalspurigen Schneebergbahn von Wiener Neustadt und gleichzeitig Ausgangsbahnhof der schmalspurigen Zahnradbahn auf den Hochschneeberg. Von und nach Wiener Neustadt besteht tagsüber ein Stundentakt. An Samstagen besteht überdies eine Nachtverbindung (Schneeberg Nachtexpress) von Wiener Neustadt. Die Zahnradbahn hat eine Wintersperre und verkehrt nur in den Monaten April bis Oktober.
  • Fahrradverkehr:
    In Puchberg bestehen keine eigenen Radwege. Es dürfen jedoch nahezu alle Gehwege und Forststraßen mit dem Rad befahren werden. Mit Mountainbikes können sämtliche Berge bis auf eine Seehöhe von etwa 1350 Meter befahren werden.
  • Luftverkehr:
    Der nächstgelegene Flughafen ist Wien-Schwechat, etwa 80 Kilometer östlich von Puchberg entfernt. In Puchberg selbst gibt es den privaten Flugplatz Icarus mit Flugschule.

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Puchberg beherbergt das Marktgemeindeamt, ein von der Gemeinde betriebenes Tourismusbüro und eine Gemeindebücherei.

Für die medizinische Versorgung sorgen zwei praktische Ärzte, ein Zahnarzt und eine Apotheke. Weiters ist im Ort ein Tierarzt.

Für die Hilfe bei Notfällen in den Bergen sorgt der Österreichische Bergrettungsdienst, Ortsstelle Puchberg, dem durch den Schneeberg besondere Bedeutung zukommt. Zudem gibt es eine Ortsstelle des Roten Kreuzes. Außerdem ist in Puchberg eine Polizeiinspektion eingerichtet.[28] Weiters gibt es eine Filiale der Österreichischen Post AG.

Die Betreuung von alten Menschen von der Bezirksstelle Neunkirchen der Volkshilfe Niederösterreich vorgenommen. Weiters besteht für Menschen mit Behinderungen eine Niederlassung der NÖ-Lebenshilfe.

In Puchberg am Schneeberg bestehen drei Freiwillige Feuerwehren: eine in Puchberg (gegründet 1876), eine in Schneebergdörfl (gegründet 1898) und eine in Rohrbach im Graben (gegründet 1912). Diese gehören zum Bezirksfeuerwehrkommando Neunkirchen, Abschnittsfeuerwehrkommando Ternitz.[29]

Freibad beim Kurpark

Das am 8. Juli 1894 eröffnete Freibad war eine der ersten öffentlichen Badeanstalten in Niederösterreich. Die Errichtung erfolgte nach einer Initiative des Verschönerungsvereins, der Teil-Schuldscheine auflegen musste, um die Baukosten von 1900 Gulden finanzieren zu können. Seitens der Gemeinde wurde der Grund im Ausmaß von 907 „Geviertklafter“ (Quadratklafter) beigestellt. Wegen des großen Zuspruchs musste das im Bereich des heutigen Kurparks gelegene Areal bereits ein Jahr später erweitert werden. Nach Errichtung des Teichs, wurde dieser zur Wasservorwärmung für das Bad genutzt. In den frühen 1950er Jahren übernahm die Gemeinde den Betrieb des Bades. 1954 wurde dieses saniert, erweitert und mit einer Vorwärmanlage ausgestattet. 1971 übernahm der neu gegründete Fremdenverkehrsverein den Betrieb des Bades. Das Becken wurde mit Polyester abgedichtet und eine ölbeheizte Wassererwärmungsanlage errichtet. Nachdem 1987 die behördlichen Auflagen nicht mehr erfüllt werden konnten, wurde das alte Schwimmbad geschlossen. Im Zusammenhang mit der Errichtung der Schneeberghalle wurde neben diesem das Bad neu angelegt und am 1. Juli 1989 eröffnet. Das Bad wurde nach modernsten Erkenntnissen als Stahlwandbecken mit Wasserpilz, Wasserkanone, Bodensprudel und Kinderrutsche errichtet. Für die Wassererwärmung wurde auf dem Dach der Halle eine 450 Quadratmeter große Solaranlage installiert.[30]

Bildungseinrichtungen und Bildung[Bearbeiten]

Die Puchberger Burg mit den Schulen und der Kirche

In Puchberg bestehen zwei Kindergärten mit insgesamt drei Gruppen, eine Volksschule und eine Hauptschule. Die nächsten Gymnasien sind in Wiener Neustadt und Ternitz. Die nächsten Universitäten sind in Wien, Sankt Pölten und Krems. In Wiener Neustadt befindet sich eine Fachhochschule. Zur Erwachsenenbildung trägt das Bildungs- & Heimatwerk der Ortsstelle Puchberg bei.[31] Von den 2447 Menschen, die im Jahr 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 66 einen Hochschulabschluss, 61 hatten eine Hochschulverwandte Ausbildung, 143 hatten eine berufsbildende höhere Schule, 79 hatten eine Allgemeinbildende Höhere Schule, 267 hatten eine Fachschule, 1049 hatten eine Lehre und 782 hatten eine Allgemeinbildende Pflichtschule, als ihre höchste abgeschlossener Ausbildung absolviert.[8]

Die Schulsituation in Puchberg wird erstmals im Jahre 1832 in der Pfarrchronik erwähnt. Sie bestand aus einer Pfarrschule mit Filialschulen in Rohrbach und Schneeberg (heute Schneebergdörfl). Interessant ist eine Erwähnung von 1839, nach der die Burgruine Puchberg damals teilweise als Schulgebäude genutzt wurde.

Die Volksschule liegt direkt neben der Burgruine Puchberg und der Pfarrkirche St. Vitus. Das heutige Gebäude der Volksschule, welches 1913 errichtet worden ist, wurde früher als Gemeindeamt benutzt. Sie umfasst vier Schulklassen mit vier Lehrern und rund 100 Schülern. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein war in den Jahren 1923 bis 1925 Lehrer an der Schule.[32]

Die Hauptschule, mit je einer Klasse für jede der vier Schulstufen, acht Lehrern und ebenfalls rund 100 Schülern, befindet sich neben der Volksschule. Die Schüler arbeiten unter anderem in Form von Lehrausgängen eng mit den Vereinen von Puchberg zusammen. Geleitet wird die Hauptschule von Erika Grundtner.[33]

Der Geschichts- und Kulturpfad, welcher durch die Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg und auch auf den Schneeberg führt, soll den Besuchern die Geschichte der Gemeinde und ihrer Umgebung bei 43 historischen Plätzen vermitteln. Er beginnt bei der Burgruine Puchberg und endet bei der Fischerhütte am Schneeberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nordostansicht der Pfarrkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Puchberg am Schneeberg
  • Pfarrkirche hl. Vitus
    Die Kirche befindet sich im Süden des platzartig ausgeweiteten Südostarmes der Burggasse. Der Chor und das niedrigere Langhaus sind spätgotisch. Einer der abgetreppten Strebepfeiler im Süden und Osten ist mit 1526 bezeichnet (datiert). Der vorgestellte viergeschossige Westturm wurde im vierten Viertel des 15. Jahrhunderts errichtet, wobei das jetzige Keildach aus dem Jahr 1956 stammt.[34] Am 22. April 1945 brannte die Kirche durch die Kriegseinwirkung des Zweiten Weltkrieges total aus.[35] In den Jahren 1948 bis 1949 erfolgte ein Wiederaufbau beziehungsweise Wiederinstandsetzung nach den Plänen des Architekten Rudolf Sedlaczek. Unter anderem erfolgte im Norden ein Anbau und das Innere wurde wesentlich verändert. Auf dem gezimmerten Empore mit vertäfelter Brüstung befindet sich eine 17-registrige Orgel, die 1982 von der Oberösterreichische Orgelbauanstalt St. Florian gebaut wurde.[34]

Burgruinen[Bearbeiten]

Kurpark mit Springbrunnen
Zahnradbahn-Haltestelle Hengsttal
Der Sebastian-Wasserfall
Vorderansicht der Schneeberger Sägemühle
Wasserrad der Schneeberger Säge
Siegertafel für den Blumenschmuckwettbewerb 2007
  • Burgruine Puchberg
    Die Burgruine Puchberg wurde um 1200 als Adelssitz erbaut. Erstmals erschien ein Geschlecht der Puchberger im Jahre 1230 (Rudiger de Puchbperc). Gesichert ist für Puchberg zumindest die Nennung eines Eberhard von Puchperch ab 1260. Die Nutzung der Burg endete im 19. Jahrhundert, wo sie nach der Abtragung des Schüttkastendaches immer mehr zu einer Ruine verfiel. Im Jahr 2001 wurde ein Burgverein gegründet, dessen Vereinsziel die Renovierung ist. Die Burg ist damit für verschiedene Veranstaltungen (Museums- und Adventveranstaltungen, Agapen und andere mehr) benutzbar.[1]
    Weiterführende Informationen im Unterartikel → Burgruine Puchberg
  • Burgruine Losenheim
    Die Burgruine Losenheim befindet sich im Gemeindeort Losenheim und wurde im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts von Dienstmannen des Babenbergers Leopold VI. errichtet. Die Anlage dürfte bereits recht früh abgekommen sein und bis in die 1990er Jahre zeugten lediglich spärliche Mauerreste von der einstigen Burg. Ein Rechtsanwalt bemüht sich seither um die Renovierung der Burgruine.
    Weiterführende Informationen im Unterartikel → Burgruine Losenheim
  • Burgstelle Stolzenwörth
    Die Burgstelle Stolzenwörth befindet sich auf dem Hausstein nordwestlich der Klaus und gibt der Katastralgemeinde Stolzenwörth den Namen. Der Name Stolzenwörth bedeutet Burg auf der prächtigen Insel.
    Weiterführende Informationen im Unterartikel → Burgruine Stolzenwörth
  • Burgstelle Romaikogel
    Die Burgstelle auf dem Romaikogel dürfte gemeinsam mit den Burgen Puchberg und Losenheim entstanden sein.[36] Bearbeitungsspuren an Steinen lassen auf eine einstige Bautätigkeit schließen, doch sind bislang weder mittelalterliche noch frühgeschichtliche Funde bekannt.

Denkmäler[Bearbeiten]

In Puchberg befinden sich zahlreiche Denkmäler. Viele davon sind den Personen gewidmet, die im 20. Jahrhundert die touristische Erschließung in Puchberg auslösten oder Gäste während dieser Zeit in Puchberg waren. Eines dieser Denkmäler ist der Kaiserstein (2061 M) am Hochschneeberg, der zur Erinnerung an die Besteigung des Schneebergs durch Kaiser Franz I. in den Jahren 1805 und 1807 errichtet wurde. Leo Arnoldi, dem Erbauer der Zahnradbahn ist ein Denkmal beim Talbahnhof der Schneebergbahn gewidmet. Nach dem letzten Wiener Hofballmusikdirektor Carl Michael Ziehrer wurden die Gasse und die Sitzbank, an der sich 1915 täglich niederließ, benannt.

Weiterführende Informationen im Unterartikel → Liste der Denkmäler in Puchberg am Schneeberg

Kurpark[Bearbeiten]

Der rund einen Hektar große Kurpark befindet sich im Vorfeld des Bahnhofs der Schneebergbahn. Er besteht aus einem künstlich angelegten Teich mit einem Springbrunnen in der Mitte. Für die Errichtung des Bahnhofs wurde Material benötigt, um das Gelände aufzuschütten. Dieses wurde neben dem Bahnhof entnommen, wo später der Teich entstand. Dieser ist von einer Promenade und Bäumen umrandet. Neben dem Teich befindet sich eine überdachte Bühne in Form eines Pavillons, die für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird. In den Sommermonaten findet dort jeden Sonntag ein Kurkonzert statt, das meist von der Trachtenkapelle Puchberg dargeboten wird.

Museen[Bearbeiten]

  • Schneebergmuseum
    Im Museum sind historische Alltags- und Handwerksgegenstände, eine Rauchkuchl (Küche) und eine Schusterwerkstatt zu sehen. Die Geschichte der Gemeinde, der Kirche, der Vereine, des Schneebergs und des Skiareals wird dargestellt. Informationen über die Erforschung der Burgruine Puchberg und Sonderausstellungen ergänzen das Programm.
  • Eisenbahnmuseum
    Am Bahnhof der Schneebergbahn befindet sich im ehemaligen Magazin eine Ausstellung über die Eisenbahn und die Geschichte der Schneebergbahn, die von der Gewerkschaft der Eisenbahner, Ortsgruppe Puchberg gestaltet wurde. Neben alten Bildern werden Modelle der Strecke und der Lokomotiven sowie historische Werkzeuge präsentiert. Darüber hinaus werden Videos einer Fahrt mit der Dampflokomotive und über technische Einzelheiten gezeigt.

Sebastian-Wasserfall[Bearbeiten]

Der Sebastian-Wasserfall befindet sich ungefähr fünf Kilometer vom Puchberger Ortszentrum entfernt. Er wird vom Sebastianbach, der aus der Mamauwiese bei der Sebastianhütte entspringt und dann in Richtung Puchberg am Schneeberg fließt, gespeist. Der Wasserfall ist nicht nur Sehenswürdigkeit, sondern dient auch sportlichen Zwecken. Der felsige Hang wird zum Klettern und Eisklettern benützt.

Schneeberger Sägemühle[Bearbeiten]

Die am Hengstbach gelegene Schneeberger Sägemühle wurde 1631 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist die letzte im Originalzustand erhaltene Gattersäge der gesamten Region. Die Schneeberger Säge war ebenfalls nach dem Prinzip eines Venezianischen Gatters konstruiert. Bis 1965 wurde sie noch mit Wasserkraft betrieben, ehe danach bis zur Stilllegung im Jahr 1974 ein Dieselmotor für den Antrieb sorgte. Danach wurde die Säge dem Verfall preisgegeben.

Der 1997 gegründeten Verein Gemeinschaft der Freunde der Schneeberger Säge konnte dieses Kulturdenkmal in der ursprünglichen Bauweise des 17. Jahrhunderts wieder neu erbauen und renovieren.

Nach Beseitigung der bürokratischen Probleme – wegen Verweigerung des Wasserrechts durch die EVN AG musste sogar der Weg bis zum Verfassungsgerichtshof beschritten werden – konnte der Verein mit einem Aufwand von 84.000 Euro in tausenden Arbeitsstunden die historische Säge so weit restaurieren, dass deren provisorische Wiederinbetriebnahme am 16. September 2006 mit einem Festakt gefeiert werden konnte. Ab Sommer 2007 konnte ein Schaubetrieb aufgenommen werden.[37]

Blumenschmuck-Wettbewerbe[Bearbeiten]

Da die Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild legt, sind im Sommer der Ort und die Häuser der Bewohner mit Blumen geschmückt. Die Gemeinde nimmt seit vielen Jahren erfolgreich an Blumenschmuck-Wettbewerben teil. Bereits 1984 ging Puchberg erstmals als niederösterreichischer Landessieger der Gruppe III daraus hervor (die Gruppe richtet sich nach der Gemeindegröße). Dieser Erfolg konnte 2002 und zuletzt 2007 wiederholt werden.[38] Dazwischen gab es mehrere zweite und dritte Plätze. Die Auszeichnungen werden beim Musikpavillon im Kurpark präsentiert.

Sport[Bearbeiten]

Sportanlage des ATSV Puchberg

In Puchberg gibt es zahlreiche Sportvereine und Skischulen. Für sportliche Aktivitäten stehen eine Sporthalle, mehrere Tennisplätze und ein Fußballfeld zur Verfügung. Im Ortsgebiet Losenheim wurde vom Betreiber des Forellenhofs ein Bogenpfad angelegt. Als Ziele wurden 28 dreidimensionale Tiere aufgestellt.

Außerdem befinden sich in Puchberg drei Laufstrecken, die beim Kurpark ihren Ausgang haben und rund um Puchberg verlaufen. Weiters bestehen zwei Radrouten, die ebenfalls um den Puchberger Talkessel führen.[39]

Dazu sind noch einige Wanderwege auf die umliegenden Berge vorhanden. Zudem wurde ein drei Kilometer langer Gesundheitspfad mit 16 nummerierten Stationen angelegt. Ausgangspunkt ist entweder der Kurpark oder das Kneippkurhotel.[39]

Der LC Running Puchberg richtet jährlich zwei sportliche Veranstaltungen aus:

  • Seit dem Jahr 1997 findet jeweils Ende September der Schneeberglauf statt. Es ist ein Vergleich zwischen Mensch und Maschine auf den höchsten Berg Niederösterreichs. Der Läufer misst sich dabei im direkten Duell mit dem Nostalgie-Dampfzug der Schneebergbahn. Die Strecke verläuft größtenteils parallel zu den Gleisen. (→ weiterführende Informationen im Unterartikel Schneeberglauf)
  • Der Fadensteiglauf ist ein Laufbewerb auf den Schneeberg, der seit dem Jahr 2007 jährlich Ende August stattfindet. Die Strecke verläuft von der Talstation der Vierer-Sesselbahn in Losenheim hinauf zur Edelweißhütte, weiter auf den Fadensteig, über das Hochplateau bis hin zur Fischerhütte, wo sich das Ziel befindet.

Ein eher bescheidenes Dasein führt der Fußballverein ATSV Puchberg. Nachdem Verein drei Jahre in der 1. Klasse Süd (siebente Leistungsstufe) gegen den Abstieg kämpfte und 2008 schließlich abstieg, spielt der ATSV Puchberg in der Saison 2008/09 in der 2. Klasse Wechsel in der achten Leistungsstufe. Neben der Kampfmannschaft nimmt der Verein mit der Reservemannschaft, einer U-15- und einer U-10-Mannschaft an der Meisterschaft teil. Der ATSV Puchberg hat 261 Mitglieder. Den letzten Meistertitel erreichte der Verein in der Saison 2003/04 in der 2. Klasse Steinfeld nach 38 Jahren. Die Heimstätte des Klubs liegt direkt neben dem Sebastianbach.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Standerlpartie beim Au-Fest
  • Für Einheimische und Gäste wird in den Sommermonaten jeden Sonntag in dem dafür errichteten Pavillon im Kurpark ein Kurkonzert geboten.
  • Vom Tourismusverein wird jedes Jahr am letzten Wochenende im Juli ein Parkfest veranstaltet. Den Abschluss bildet ein Feuerwerk, das unmittelbar neben dem Teich abgeschossen wird.
  • Rock am Teich findet jedes Jahr Anfang Juli im Kurpark statt. Die Musik wird meist von einheimischen Gruppen dargeboten.
  • Das Au-Fest findet alle zwei Jahre im Sommer in der Au, im Schneebergdörfl statt und wird von der Freiwilligen Feuerwehr Schneebergdörfl während des ganzen Wochenendes veranstaltet.
  • Die Museumsveranstaltung Erlebnis Mittelalter wird in der Burgruine Puchberg ebenfalls alle zwei Jahre am ersten Wochenende im August – abwechselnd mit dem Au-Fest – durchgeführt. Sie wird vom Burgverein Puchberg und vom Schneeberg Museumsverein veranstaltet.
  • Jeweils am zweiten Wochenende im Advent findet rund um den Teich der Puchberger Lichterlpark statt, der von den Puchberger Vereinen veranstaltet wird. Der Reinertrag dieser Veranstaltung wird Bedürftigen gewidmet.

Vereine[Bearbeiten]

Trachtenkapelle im Pavillon

In Puchberg am Schneeberg bestehen insgesamt 36 Vereine (Stand 2008), die unter anderem regelmäßig Veranstaltungen durchführen. Zu den namhaftesten zählen:

  • Bergrettung Puchberg
    Die 1896 gegründete Bergrettung in Puchberg am Schneeberg ist eine der Gründergruppen des österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD). Da sich am Schneeberg immer wieder Berg- und Lawinenunfälle ereignen, kommt dem Verein große Bedeutung zu. Die Ferdinand-Bürkle-Hütte ist eine Diensthütte der Bergrettung in der Breiten Ries. Die nahe gelegene Rieshütte gehört der ÖAV-Sektion Burgenland.
  • Trachtenkapelle Puchberg
    Die Trachtenkapelle Puchberg wurde im Jahr 1877 gegründet. Der Name Trachtenkapelle kommt von den in Trachten gekleideten Musikanten. Im Jahr 2007 feierte die Trachtenkapelle ein großes, 130-jähriges Jubiläums-Fest. Die Trachtenkapelle ist neben der Standerlpartie der bekannteste und erfolgreichste Musikverein aus Puchberg und zählt etwa 50 Mitglieder. Der Verein tritt regelmäßig im Kurpark beim Kurkonzert auf und bei sämtlichen Früh- und Dämmerschoppen.
  • Standerlpartie
    Die Standerlpartie besteht aus zwölf Mitgliedern und ist eine jüngere Blaskapelle, deren musikalischer Schwerpunkt auf böhmischer und mährischer Musik liegt. Sie besteht seit 1995 und tritt zu Früh- und Dämmerschoppen auf. Der Name kommt daher, da sie am Anfang nur kleine Ständchen darboten. Neben lokalen und regionalen Engagements tritt die Standerlpartie ebenso regelmäßig außerhalb Niederösterreichs sowie bei Franz Posch und zahlreichen ORF-Frühschoppen auf.[40]
  • Burgverein Puchberg
    Der Burgverein Puchberg wurde im Jahr 2001 gegründet und hat sich als Ziel die Erhaltung der Burgruine in Puchberg am Schneeberg gesetzt. Die Schwerpunkte des Vereines sind aber in der Erforschung und Darstellung mittelalterlicher Lebensverhältnisse und deren Sachkultur aus der Zeit um 1300. Neben dem Vorführen alter Handwerkstechniken, der Präsentation von Alltags- und Gebrauchsgegenständen, Waffen und Rüstungen, versucht der Verein ebenso die damaligen Lebensverhältnisse darzustellen. Den „modernen“ Menschen soll damit das Gefühl zu vermittelt werden, wie die Menschen zu dieser Zeit gelebt haben. Dabei spielt sich alles in der Burgruine Puchberg in Form einer Museumsveranstaltung ab, welche alle zwei Jahre stattfindet. [41]

Galerie[Bearbeiten]

Der Puchberger Künstler VOKA, mit bürgerlichem Namen Rudolf Vogl, hat sein Atelier in Puchberg. Unter dem Namen VOKA-Galerie dient es auch als Ausstellungsraum seiner Werke und befindet sich bei der Haltestelle Hengsttal der Schneebergbahn.[42][43][44]

Zitate[Bearbeiten]

  • J. Widemann 1805 über Puchberg:[45]
„Der Städter, überdrüssig der erstickenden Stadtluft…
sehnt sich hinaus in Gottes freie Natur,
wo ewig reine Luft vom heiteren Himmel weht…“

Persönlichkeiten, die mit Puchberg am Schneeberg verbunden sind[Bearbeiten]

  • Leo Arnoldi (* 1843, † im Frühjahr 1898, begraben in Puchberg am Schneeberg)[11] Architekt, Planer und Bauleiter der Schneebergbahn
  • Ferdinand Bürkle (* 1857 Bürs; † 1945 Brandnertal) Mitbegründer des Wiener alpinen Rettungswesens, arbeite 20 Jahre als Lehrer in Puchberg und erkundete systematisch den Schneeberg
  • Ottokar Freiherr von Chiari (* 1853 Prag; † 1918 Puchberg) Laryngologe, hatte die Jagd in Puchberg gepachtet
  • Ludwig Damböck (* 1798; † 1850) Spitzenfabrikant, war im 19. Jahrhundert in Puchberg tätig
  • Friedrich Ehrbar (* 1827 Hildesheim; † 1905 Gloggnitz) Klavierbauer, war im 19. Jahrhundert in Puchberg tätig
  • Kaiserin Elisabeth (* 1837 München; † 1898 Genf) Kaiserin von Österreich, besuchte mehrmals Puchberg
  • Kaiser Franz Joseph I. (* 1830 Wien; † 1916 ebenda) Kaiser von Österreich, besuchte mehrmals Puchberg und bestieg den Schneeberg
  • Paul Kammerer (* 1880 Wien; † 1926 Puchberg) Biologe, erschoss sich in Puchberg
  • Paula Mark-Neusser (* 1869 Wien; † 1956 Bad Fischau) Opernsängerin, ihr Mann erbaute für sie eine Villa in Puchberg
  • Edmund von Neusser (* 1852 Sworzowicze; † 1912 Bad Fischau) Arzt, ließ für seine Frau eine Villa in Puchberg bauen
  • Ludwig Wittgenstein (* 1889 Wien; † 1951 Cambridge) Philosoph, 1923–1925 Volksschullehrer in Puchberg
  • Carl Michael Ziehrer (* 1843 Wien; † 1922 Wien) Hofballmusikdirektor, verbrachte den Sommer 1915 in Puchberg
  • Unter anderem verbrachten Christine Busta (* 1915 Wien; † 1987 ebenda), Lyrikerin, Friederike Mayröcker (* 1924 Wien), Schriftstellerin, und Ernst Jandl (* 1925 Wien; † 2000 ebenda), Dichter und Schriftsteller, mehrere Sommer in Puchberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Gernot Schuster: Geschichts- und Kulturpfad Puchberg am Schneeberg. Tourismus und Dorferneuerungsverein und Markt- & Kurgemeinde Puchberg am Schneeberg, 2008.
  • Rainmund Rhomberg, Andreas Bichler: Burgruine Puchberg am Schneeberg – Bauhistorische Analyse und Sanierung. Burgverein Puchberg, Puchberg 2006, ISBN 3-85028-407-7.
  • Friedrich Brettner: Die letzten Kämpfe des Zweiten Weltkrieges im südlichen Niederösterreich. Niederösterreich 2005, ISBN 978-3950066920.
  • Friedrich und Josef Zwickel: Vom Wasserrad zur modernen Industrie, Puchberg einst und jetzt. Montanhistorischer Verein für Österreich, Leoben.
  • Peter Zöchbauer: Haltestelle Puchberg am Schneeberg, Porträts berühmter Gäste und Gönner. Berger, Wien/Horn 1997, ISBN 3-85028-287-2.
  • Willibald Rosner: Österreich im Mittelalter. Bausteine zu einer revidierten Gesamtdarstellung. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 1999, ISBN 3-85006-108-6.
  • Wilfried Scherzer: Puchberger G’schichten. Edition Terra Nova, 2004.
  • Rudolf Krenn: Puchberger Heimatbuch. Wiener Neustädter Verlagsgesellschaft, 1996, ISBN 3-9500607-0-7.
  • Werner Tippelt und Bernhard Baumgartner: Schifahren in Niederösterreich. Niederösterreichisches Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft, St. Pölten 1979, ISBN 3-85326-484-0.
  • Karl Tisch: 50 Jahre Ferdinand Bürkle Hütte am Schneeberg. Bergrettungsakademie für Wissenschaft und Forschung. Eigenverlag der Ortsstelle Puchberg am Schneeberg 2008.
  • Friedrich Zwickl: Puchberg Einst & Heute. Puchberg, 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rainmund Rhomberg, Andreas Bichler in: Burgruine Puchberg am Schneeberg – Bauhistorische Analyse und Sanierung. Burgverein Puchberg, Puchberg, 2006, ISBN 3-85028-407-7
  2. Wiener Alpen, Zeitschrift 2008, S. 56
  3. Geologische Bundesanstalt: Bericht über geologische Aufnahmen auf Blatt 2, Puchberg (PDF-Datei, abgerufen am 8. August 2008; 246 kB)
  4. „Puchberger Franzerl“, Ausgabe Juli 2002: Hochwasserschäden (abgerufen am 31. August 2008)
  5. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimadaten von Österreich 1971–2000 (abgerufen am 5. August 2008)
  6. Puchberg aktuell, Zeitschrift 2008, S. 3
  7. Katasterplan der Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg
  8. a b c Statistische Daten über Puchberg (Stand 1. Jänner 2007)
  9. Rudolf Krenn in Puchberger Heimatbuch. Wiener Neustädter Verlagsgesellschaft, 1996, ISBN 3-9500607-0-7
  10. a b c d e f g Gernot Schuster in Geschichts- und Kulturpfad Puchberg am Schneeberg. Tourismus- und Dorferneuerungsverein und Markt- & Kurgemeinde Puchberg am Schneeberg, 2008
  11. a b A. Adam und F. Bürkle in „Illustrirter Führer der Schneebergbahn“, herausgegeben von der Betriebsdirection der Schneebergbahn, 1898
  12. Franz Xaver Embel in „Allgemeine Literatur-Zeitung“ (Jahrgang 1801, Band 4): Fußreise von Wien nach dem Schneeberge (abgerufen am 25. August 2008)
  13. Monika Rode-Paunzen: Leopold Figl Observatorium für Astrophysik. S. 162 in: Communications in Asteroseismology. Vol. 149, Verl. d. Österr. Akad. d. Wiss., Wien 2008 pdf ;Karl Kostersitz:Eine Sternwarte auf dem Schneeberg @univie.ac.at, abgerufen am 7. März 2012
  14. Gabriele Haiden in den Niederösterreichischen Nachrichten, Ausgabe Neunkirchen: Wie vor hundert Jahren (Folge 37, vom 8. September 2008)
  15. Erdbeben in Österreich: Erdbeben in Puchberg (abgerufen am 10. August 2008)
  16. a b Herbert Roisky in 100 Jahre Gendarmerieposten Puchberg am Schneeberg, 1892–1992. Gendarmerieposten Puchberg am Schneeberg, Selbstverlag des Gendarmeriepostens Puchberg am Schneeberg, 1992
  17. Krieg am Fuß des Schneeberges, in: Hans Egger: Brände an der Donau ISBN 3-7020-1053-X
  18. Haltestelle Puchberg am Schneeberg, Buch 1997, ISBN 3-85028-287-2
  19. Homepage der Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg: Freizeithalle (abgerufen am 18. September 2008)
  20. Statistik Austria: Punkt 2.2: Bevölkerungsentwicklung durch Geburten- und errechnete Wanderungsbilanz (PDF-Datei; 6 KB, abgerufen am 17. August 2008)
  21. a b c d e Daten von Puchberg laut Volkszählung 2001 (Stand 18. August 2008)
  22. noe.gv.at: Gemeinderatswahlen 1990/1995 (abgerufen am 3. Februar 2009)
  23. noe.gv.at: Gemeinderatswahlen 2000/2005 (abgerufen am 3. Februar 2009)
  24. Ergebnis der Landtagswahlen 2008 in Puchberg (Version vom 14. März 2008 im Internet Archive)
  25. Wappen von Puchberg: Geschichte vom Wappen von Gemeinde Puchberg (abgerufen am 8. August 2008)
  26. Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche am Hochschneeberg, Zeitschrift 2006, S. 18–20
  27. „Puchberger Franzerl“, Ausgabe September 2005: Bau der neuen 4er Sesselbahn
  28. Landespolizeikommando Niederösterreich: Polizeiinspektion Puchberg am Schneeberg (abgerufen am 31. August 2008)
  29. Bezirksfeuerwehrkommando Neunkirchen: Abschnittsfeuerwehrkommando Ternitz (abgerufen am 31. August 2008)
  30. Walter Diertl in 100 Jahre Schwimmbad (1994)
  31. Bildungs- & Heimatwerk Niederösterreich: Regionen (abgerufen am 4. September 2008)
  32. Volksschule Puchberg: Vergangenheit und Gegenwart unserer Schule (abgerufen am 6. August 2008)
  33. Hauptschule Puchberg: Startseite der Hauptschule Puchberg (abgerufen am 4. September 2008)
  34. a b Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 2. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 1866f, ISBN 3-85028-365-8
  35. Schneebergpfarren: Geschichte der Pfarrkirche; abgerufen am 9. Okt. 2013
  36. Max Weltin in: Wehrbauten und Adelssitze Niederösterreichs, Das Viertel unter dem Wienerwald, Bd.2, NÖ Institut für Landeskunde, St. Pölten 2003.
  37. Die Schneeberger Sägemühle, Informationsblatt 2008, S. 2–3
  38. Gärtnervereinigung Niederösterreich: Blumenschmuck-Siegerehrung 07 (abgerufen am 2. September 2008)
  39. a b Marktgemeinde Puchberg am Schneeberg in Puchberger Franzerl: Gemeindezeitung Ausgbe Juni 2008 (abgerufen am 25. August 2008)
  40. Angaben über die Standerlpartie laut eigener Website
  41. Angaben über den Burgverein laut eigener Website
  42. [1] derstandard.at
  43. [2] kurier.at
  44. Galerie VOKA auf Schneebergbahn.at
  45. Zeitschrift Wiener Alpen. 2008