Puck (Polen)

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Puck
Wappen von Puck
Puck (Polen)
Puck
Puck
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Puck
Fläche: 4,90 km²
Geographische Lage: 54° 42′ N, 18° 24′ O54.718.4Koordinaten: 54° 42′ 0″ N, 18° 24′ 0″ O
Einwohner: 11.480
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 84-100
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GPU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WładysławowoDanzig
Schienenweg: Bahnstrecke Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 4,90 km²
Einwohner: 11.480
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 2343 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2211031
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Marek Rintz
Adresse: ul. 1 Maja 13
84-100 Puck
Webpräsenz: www.miasto.puck.pl

Puck [puʦk] (deutsch Putzig, kaschubisch Pùck) ist eine Hafen- und Kreisstadt an der Danziger Bucht etwa 30 Kilometer nördlich von Gdynia in der Wojewodschaft Pommern in Polen. Puck hat etwa 11.300 Einwohner.

Die Gmina Puck ist eine Landgemeinde, die ihren Sitz in Puck hat, zu der die Stadt selbst aber nicht gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Putzig am Abend
Putzig nördlich von Danzig (auf der Karte rechts, durch Anklicken vergrößerbar) und nordöstlich von Neustadt an der Rheda auf einer Landkarte von 1910.

Nach Goldbeck wurde die Ortschaft zuerst von dem pommerschen Fürsten Bugislaus († 1150) angelegt, der ihr den Namen Bugustin gegeben und den an sie grenzenden Meerbusen der Ostsee, die spätere Putziger Wiek, Buguswick genannt habe.[3] Der Ort kam 1308 zusammen mit Dantzike zum westlichen Preußen. Die Stadtrechte erhielt der Ort 1348 vom Deutschen Orden, der ihn Bautzig nannte.[3] Später wurde die Stadt auch Pautzke genannt, woraus schließlich Putzig wurde. Zusammen mit anderen Orten in Preußen trat die Stadt dem Preußischen Bund bei, der sich im Jahr der Heirat (am 10. Februar 1454) der Kaiserstochter Elisabeth von Habsburg mit dem Jagiellonen Kasimir IV. vom Deutschen Orden lossagte.

Pautzke wurde mit dem Zweiten Thorner Frieden 1466 zum Sitz des königlichen Starosten. Bis 1544 hatte sich das Gebiet von Putzig eine Zeitlang im Pfandbesitz der Stadt Danzig befunden, die sich dieses Besitzes jedoch nach Zahlung einer Abfindung in Höhe von 6.000 Ungarischen und 2.000 Preußischen Gulden durch den polnischen König wieder begeben musste.[4][5] Da die Stadt Danzig keine für den polnischen König gecharterten Schiffe im Danziger Gebiet erlaubte, mussten diese 1567 in dem kleinen Fischerhafen Pautzke an der Pautzker Wiek ankern. 1626 wurde die Stadt von Schweden erobert, 1627 von Polen eingenommen, 1703 schließlich erneut von den Schweden besetzt.

Zur Zeit der Teilungen Polens kam die Stadt im westlichen Preußen zum Königreich Preußen. Um 1789 gehörte Putzig zu den vier Städten des Dirschauer Kreises,[3] später zum Landkreis Neustadt (Westpr.); ab 1878 war Putzig Kreisstadt. Um 1835 hatte Putzig eine katholische Kirche, eine evangelische Kirche und eine Synagoge.[6] 1898 erhielt die Stadt einen Bahnhof an der Strecke von Reda, die später noch nach Norden bis Richtig Krokowa und zur Halbinsel Hel verlängert wurde.

Ab 1919 lag die Stadt im Polnischen Korridor, der nach dem Versailler Vertrag an Polen abgetreten wurde. Hier vollzog der polnische General Józef Haller von Hallenburg am 10. Februar 1920 die Zeremonie der „Heirat Polens mit dem Meer“. Der Tag wird seitdem jährlich gefeiert. In der Zwischenkriegszeit war Putzig das Hauptquartier der 1918 gegründeten polnischen Kriegsmarine und der einzige polnische Ostseehafen, bevor Gdingen in den 1920er Jahren zum großen Militärhafen ausgebaut wurde.

Die Stadt ist eine der Hochburgen der Kultur der Kaschuben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • DeutschlandDeutschland Seit dem 6. März 2001 besteht eine Partnerschaft zwischen den Landkreisen Puck und Trier-Saarburg, aus der am 14. November 2003 die Städtepartnerschaft von Putzig mit der deutschen Stadt Konz hervorging. Andere Partnerstädte sind
  • DeutschlandDeutschland Stein (Mittelfranken) und
  • PolenPolen Teschen in Schlesien.
  • DeutschlandDeutschland Zwischen Putzig und der niedersächsischen Samtgemeinde Oldendorf besteht seit dem 8. Juli 2005 eine Partnerschaft.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Anzahl Bemerkungen
1831 1.939 teils Katholiken, teils Evangelische, auch Juden[6]
1875 2.095[7]
1880 2.019[7]
1890 1.869 darunter 452 Evangelische und 62 Juden (700 Polen)[7]
2012 11.545 Stand vom 30. Juni 2012[8]

Politik[Bearbeiten]

Stadtwappen[Bearbeiten]

Das ungewöhnliche Stadtwappen von Puck zeigt in Blau einen goldenen Löwen, der an einem silbernen Lachs nagt. Nach einer Legende zeigte das alte Wappen nur den silbernen Fisch in Blau, der Löwe soll dem Stadtwappen vom König Karl VIII. (Schweden) (Karl Knutsson Bonde) beigefügt worden sein, der die Stadt in den Jahren 14571460 als Pfand hielt, und stammt von dem Löwen der Goten (Göta lejon) im Großen Staatswappen von Schweden. Zur Wappengeschichte gibt es auch eine alte kaschubische Legende: ein Lachs und ein Aal kämpften um die Vorherrschaft in der Ostsee. Ermüdet und entkräftet, ineinander verschlungen, waren sie dem Tode nahe. Plötzlich näherte sich ihnen ein Boot, auf dem ein Löwe saß. Der Löwe nahm den Aal in sein Boot, während der befreite Lachs zum Putziger Hafen schwamm. In Putzig angelangt, nahm der Löwe den Lachs in sein Maul und trug ihn zur Turmspitze des Rathauses hinauf. Seitdem sind beide Tiere unzertrennlich im Wappen der Stadt vereint.

Rathaus in Puck

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Rathaus von 1865
  • Museum des Putziger Landes
  • Pfarrkirche St. Peter und Paul
  • Bürgerhäuser am Hauptmarkt (pl. Wolności)
  • Neu angelegter Yachthafen

Landgemeinde Puck[Bearbeiten]

Rittergut Starsin um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Zur Landgemeinde Puck gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name
Beka Békô Beka
Błądzikowo Błãdzëkòwò Blondszikau (1874-1945 Blansekow)
Brudzewo Brudzéwò Brusdau
Celbówko Célbòwkò Tannenburg
Celbowo Célbòwò Celbau (1942-45 Zelbau)
Czarny Młyn Czôrnë Młën Czarnauermühle
Darżlubie Darżlëbié Darslub (1942-45 Darpstedt)
Domatówko Domôtówkò Klein Dommatau
Domatowo Domôtowò Groß Dommatau
Gnieżdżewo Gniéżdżewò Gnesdau (1942-45 Nesten)
Kaczyniec Kaczënëcò
Łebcz Łebcz Löbsch
Leśniewo Lésniéwò Leßnau
Łyśniewo Łësniéwò Lißnau (1942-45 Lissen)
Mechowo Mechòwa Mechau
Mieroszyno Miérëszëno Miruschin
Mrzezino Mrzezëno Bresin
Muza Mùza Musa
Osłonino Òsłonino Oslanin (1942-45 Truchsassen)
Mała Piaśnica Mołô Piôsznica Klein Piasnitz
Wielka Piaśnica Wiôlgô Piôsznica Groß Piasnitz
Połchowo Pôłchòwò Polchau
Połczyno Pôłczëno Polzin (1942-45 Konradswiese)
Radoszewo Redëszéwò Reddischau
Rekowo Górne Rekòwò Rekau
Rzucewo Rzucéwò Rutzau
Sławutówko Sławùtowkò Klein Schlatau
Sławutowo Sławùtowò Groß Schlatau
Smolno Smòlëno Schmolln
Starzyno Starzno Groß Starsin (1942-45 Großstarsen)
Starzyński Dwór Môłé Starzno Klein Starsin (1942-45 Kleinstarsen)
Strzelno Strzélno Strellin
Swarzewo Swôrzéwò Schwarzau
Werblinia Warblëniô Werblin
Wiedlino Wiedlëno Wedlin
Zdrada Zdrôdô Zdrada (1942-45 Mechenhof)
Żelistrzewo Żelëstrzewò Sellistrau (1942-45 Sellen)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig, 1907.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 52-53, Nr. 3.)
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 412, Nr. 28.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puck – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 12. Dezember 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 12. Dezember 2013.
  3. a b c Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 52-53, Nr. 3.)
  4. Daniel Gralath: Versuch einer Geschichte der Stadt Danzig. Band 2, Danzig 1790, S. 70-76.
  5. Justus Gotthart Rabener: Deutsche Acta eruditorum, Band 85, Leipzig 1723, S. 709 ff.
  6. a b August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 412, Nr. 28.
  7. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Landkreis Putzig (2006).
  8. http://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/l_ludnosc_stan_struktura_30062012.pdf