Puderzucker

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Puderzucker oder Staubzucker (Letzteres in Österreich, Südtirol, in Teilen Bayerns, Sachsen, Thüringen und auch im südlichen Sachsen-Anhalt) [1] wird durch Mahlen von raffiniertem weißen Zucker gewonnen. Der Name erklärt sich aus der Tatsache, dass der Zucker hierbei so fein gemahlen wird, bis er eine staub- oder puderähnliche Konsistenz bekommt. Da dieser Puder jedoch hygroskopisch ist und daher aus der Luft Feuchtigkeit aufnehmen würde, werden etwa 3 % Maisstärke hinzugegeben. Deshalb löst sich Puderzucker in kaltem Wasser nicht, sondern bildet Klumpen. Bäcker verwenden stattdessen sogenannten Bäckerzucker, sehr feinen oder ultrafeinen Zucker ohne diesen Stärkezusatz.[2]

Der Anteil an der Zuckerproduktion in Deutschland betrug 2003/2004 3,6 %. Eine alte Bezeichnung ist auch Farinzucker oder Farinade. Sie leitet sich vom mehlartigen Aussehen des Puderzuckers ab.

Puderzucker kommt zum Verfeinern und als Grundlage unterschiedlichster Süßspeisen zum Einsatz und ist das Rohprodukt des Zuckergusses.

Besonders feinen Puderzucker vermischt man mit Reisstärke zu Dekorierzucker. Da er weniger leicht schmilzt, ist er besonders zur Verschönerung von warmem Gebäck geeignet.

In Österreich wird in der Konditor-Fachsprache Staubzucker als Begriff für fein vermahlenen und gesiebten Kristallzucker verwendet, während Puderzucker als Begriff für feinst vermahlenen Staubzucker verwendet wird.

Verwendung als Reduktionsmittel[Bearbeiten]

Wird Staubzucker mit Oxidationsmitteln vermischt, ergibt das eine explosionsfähige Mischung. Trotz der vielen gebundenen Sauerstoffatome kann Zucker weitere binden und wirkt daher als Reduktionsmittel. Die davon ausgehende Gefahr – die Mischung kann schon während des Mischens explodieren – wird oft unterschätzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephan Elspaß, Robert Möller: Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA) – Vierte Runde: Ergebnisse , Puderzucker/Staubzucker, 21. Dezember 2007
  2. Robert L. Wolke: Was Einstein seinem Koch erzählte. Piper, München, Zürich 2002, ISBN 3-492-04496-4, Seite 28