Pudukkottai (Distrikt)

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Distrikt Pudukkottai
புதுக்கோட்டை மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Pudukkottai
Fläche: 4.652 km²
Einwohner: 1.618.725 (2011)
Bevölkerungsdichte: 348 Ew./km²
Website: pudukkottai.tn.nic.in

Der Distrikt Pudukkottai (Tamil: புதுக்கோட்டை மாவட்டம்) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Pudukkottai.

Geografie[Bearbeiten]

Felder bei Regunathapuram

Der Distrikt Pudukkottai liegt südwestlich des Kaveri-Deltas und gehört zur Region Chola Nadu, dem historischen Kernland des Chola-Reiches. Die Fläche des Distrikts beträgt 4.652 Quadratkilometer. Nachbardistrikte sind Ramanathapuram im Süden, Sivaganga im Südwesten, Tiruchirappalli im Nordwesten und Thanjavur im Nordosten. Im Südosten hat der Distrikt Anteil an der Küste der Palkbucht, dem zwischen Indien und Sri Lanka gelegenen Teil des Golfs von Bengalen.

Der Distrikt Pudukkottai ist in die elf Taluks Iluppur, Kulathur, Gandarvakkottai, Ponnamaravathi, Pudukkottai, Karambakkudi, Thirumayam, Alangudi, Aranthangi, Avudayarkoil und Manamelkudi unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Raja von Pudukkottai in seiner Audienzhalle, 1858

Der heutige Distrikt Pudukkottai ist weitgehend deckungsgleich mit dem Gebiet des historischen Fürstenstaats Pudukkottai. Dieser war Ende des 17. Jahrhunderts von Ragunatha Tondiman gegründet worden. In den Karnatischen Kriegen im 18. Jahrhundert verbündeten sich die Rajas von Pudukkottai mit den Briten und durften daher während der britischen Kolonialzeit Pudukottai als nominell unabhängigen Fürstenstaat unter britischer Oberhoheit weiterregieren. Ein Jahr nach der indischen Unabhängigkeit wurde der Fürstenstaat Pudukkottai 1948 aufgelöst und dem Distrikt Tiruchirappalli des damaligen Bundesstaates Madras zugeschlagen. Im Zuge der Neuordnung der indischen Bundesstaaten kam das Gebiet 1956 zum neuformierten Bundesstaat Madras (heute Tamil Nadu). 1974 wurde das Gebiet von Pudukkottai wieder aus dem Distrikt Tiruchirappalli gelöst, um mit einigen Gebieten aus dem Distrikt Thanjavur den Distrikt Pudukkottai zu bilden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Pudukkottai 1.618.725 Einwohner. Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 war die Einwohnerzahl um 10,9 Prozent und damit etwas langsamer als im Durchschnitt Tamil Nadus (15,5 Prozent) gewachsen. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 348 Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem Mittelwert des Bundesstaates. Die Alphabetisierungsquote ist mit 77,8 Prozent etwas niedriger als der Durchschnitt Tamil Nadus (80,3 Prozent), liegt aber über dem Gesamtindiens (74,0 Prozent). Der Distrikt Pudukkottai ist ländlich geprägt: Nur 19,4 Prozent der Einwohner leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad liegt deutlich unter dem Durchschnitt des Bundesstaates (48,5 Prozent).[1] Nach der Volkszählung 2001 sind 70,2 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt.[2]

Unter den Einwohnern des Distriktes stellen die Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 88,7 Prozent eine große Mehrheit. Daneben gibt es Minderheiten von Muslimen (6,7 Prozent) und Christen (4,6 Prozent).[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Fort Tirumayam

Der Distrikt Pudukkottai liegt abseits der Touristenrouten, hat aber eine Reihe von kulturgeschichtlich wertvollen Stätten aufzuweisen. Im Dorf Tirumayam 20 Kilometer südlich von Pudukkottai befinden sich auf einem steilen Felsen eine 1687 erbaute Festung. Am Fuße des Felsens befinden sich zwei Höhlentempel, von denen einer dem Gott Shiva und der andere Vishnu geweiht ist. Das Vishnu-Heiligtum gehört zu den Divya Desams, den 108 heiligen Orten des tamilischen Vishnuismus.

Im 20 Kilometer von Puddukottai entfernten Dorf Kudumiyamalai erhebt sich ein großer runder Felshügel aus der Ebene. Der Ort ist ein alter Shiva-Verehrungsplatz. Am Fuß des Granitfelsens steht ein gemauerter Tempel einer Nayak-Dynastie aus dem 17. Jahrhundert. Dahinter führt ein Eingang in einen kleinen Höhlentempel aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. An der glatten Felswand ist zwischen einem eingetieften Ganesha-Relief und der Tempelwand eine drei Meter breite Felsinschrift erhalten, die eine der frühesten Quellen zur indischen Musik darstellt. Die Vokalnotation des melodischen Materials von sieben grundlegenden Ragas wird dem Pallava-Herrscher Mahendravarman I. (reg. um 600–630) zugeschrieben.[4]

16 Kilometer von Pudukkottai entfernt liegt das Dorf Sittannavasal. Hier befindet sich der jainistische Höhlentempel Arivar-koil mit verblassten Wandmalereien aus dem 7. oder dem 9. Jahrhundert. In der Nähe des Höhlentempels ist die älteste Inschrift des Distrikts, eine tamilische Brahmi-Inschrift aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. zu sehen.[5]

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[6]
Alangudi 10.742
Annavasal 7.630
Aranthangi 34.266
Arimalam 7.811
Iluppur 12.051
Karambakkudi 12.007
Keeramangalam 7.758
Keeranur 9.681
Nathampannai 6.398
Ponnamaravathi 11.710
Pudukkottai 16.896

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Paper 1 (PDF; 17,8 MB) und Paper 2. (PDF; 14,1 MB)
  2. Census GIS India
  3. Census GIS India (Religion)
  4. D. R. Widdess: The Kudumiyamalai inscription: a source of early Indian music in notation. In: Laurence Picken (Hrsg.): Musica Asiatica. Band 2. Oxford University Press, London 1979, ISBN 0-19-323235-9, S. 115–150.
  5. Sittanavasal. (PDF; 1,1 MB) indian-heritage.org
  6. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Version vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pudukkottai district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien