Puerto Montt

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Puerto Montt
-41.472222222222-72.94027777777814Koordinaten: 41° 28′ S, 72° 56′ W
Karte: Chile
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Puerto Montt

.

Basisdaten
Staat Chile
Region Región de los Lagos
Stadtgründung 12. Februar 1853
Einwohner 175.938 (2002)
Stadtinsignien
Flag of Puerto Montt, Chile.svg
Escudo de Puerto Montt.svg
Detaildaten
Fläche 1673 km²
Bevölkerungsdichte 105 Ew./km²
Höhe 14 m
Zeitzone UTC-4
Stadtvorsitz Rabindranath Quinteros Lara (2008)
Website www.puertomonttchile.cl
Puerto Montt mit Vulkan Osorno im Hintergrund
Puerto Montt mit Vulkan Osorno im Hintergrund
Stadtansicht
Stadtansicht

Puerto Montt ist eine Hafenstadt in Chiles Süden. Sie hat 175.938 Einwohner (Stand: 2002)[1], eine Fläche von 1.673 Quadratkilometern und ist das Verwaltungszentrum der Región de los Lagos und der Provinz Llanquihue. Hier leben 16,39 Prozent der Bevölkerung dieser Provinz.

Geographie[Bearbeiten]

Puerto Montt liegt etwa 1.100 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago.

30 Kilometer östlich der Stadt liegt der Vulkan Calbuco mit 2003 Metern Höhe. Er ist einer der aktivsten Vulkane in Chile, die letzte Eruption fand 1961 statt.

Klima[Bearbeiten]

Die Temperaturen schwanken zwischen einer mittleren Temperatur von 6,6 °C im Juni und 14,5 °C im Januar. Die Region ist regenreich (Jahresniederschlagsmenge um 1.700 mm), wobei der Südsommer trockener ist.

Puerto Montt
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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17
7
 
 
103
 
19
9
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO – Sonnenstunden, Wassertemperatur, Leuftfeuchtigkeit: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Puerto Montt
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 19,6 19,2 17,8 15,2 12,7 10,7 10,3 11,1 12,8 14,4 16,6 18,5 Ø 14,9
Min. Temperatur (°C) 9,4 9,1 8,0 6,7 6,0 4,1 3,9 4,0 4,2 5,5 7,2 8,6 Ø 6,4
Niederschlag (mm) 90,1 93,3 98,9 143,3 234,1 223,8 228,7 208,5 145,9 120,9 111,9 103,1 Σ 1.802,5
Sonnenstunden (h/d) 6,6 6,7 4,8 3,5 2,3 1,9 2,3 3,0 3,8 4,9 5,5 5,9 Ø 4,3
Regentage (d) 14 11 15 19 21 22 22 20 20 19 17 15 Σ 215
Wassertemperatur (°C) 14 15 14 13 12 11 10 10 10 11 11 12 Ø 11,9
Luftfeuchtigkeit (%) 80 83 85 88 89 90 90 88 86 84 81 79 Ø 85,3
T
e
m
p
e
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a
t
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19,6
9,4
19,2
9,1
17,8
8,0
15,2
6,7
12,7
6,0
10,7
4,1
10,3
3,9
11,1
4,0
12,8
4,2
14,4
5,5
16,6
7,2
18,5
8,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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90,1
93,3
98,9
143,3
234,1
223,8
228,7
208,5
145,9
120,9
111,9
103,1
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: WMO – Sonnenstunden, Wassertemperatur, Leuftfeuchtigkeit: wetterkontor.de

Geschichte[Bearbeiten]

Puerto Montt 1859.
Puerto Montt 1862. Panorama
Puerto Montt 1896. Stadtplan
Hafen von Puerto Montt, vermutlich um 1862. Aufgenommen auf einer der Expeditionen des Geographen Hans Steffen.

Westlich von Puerto Montt liegt der archäologische Fundort Monte Verde, der als eine der ältesten menschlichen Siedlungsspuren auf dem amerikanischen Kontinent gilt. Bereits vor 12.000–14.000 Jahren lebten Jäger und Sammler in der Region. Die Interpretation von 25.000–30.000 Jahre altem verkohltem Holz in der Fundstätte als ebenfalls menschlichen Ursprungs ist nicht allgemein anerkannt.

Anfang 1552 erreichten die spanischen Konquistadoren unter Pedro de Valdivia erstmals das südliche Extrem des chilenischen Zentraltals im Bereich des heutigen Puerto Montt.[2] Die ausdauernde und heftige Gegenwehr der indigenen Bevölkerung, der von den Spaniern so genannten Araukaner, führte dazu dass keine beständige Kolonisierung gelang. Nach dem Tod von Valdivia konnten die Araukaner die Spanier sogar erfolgreich zurückdrängen. Es ist überliefert, dass Anfang des 17. Jahrhunderts im heutigen Stadtgebiet von Puerto Montt eine Siedlung der Huilliche existierte, an der Mündung des Estero Cayenel in den Golf von Reloncaví, wo sich heute die Straße Lota befindet. Deren Kazike Cayenel soll 1603 den letzten vernichtenden Angriff auf die spanische Kolonie Osorno ausgeführt haben.[3][4]

Aufgrund der von Präsident Manuel Montt und seinem Berater Bernhard Philippi ab dem europäischen Revolutionsjahr 1848 geförderten Einwanderung aus Deutschland, die zur territorialen Integration der Seenregion in den chilenischen Staat beitrug, wurden deutsche Kolonisten angesiedelt.

Am 12. Februar 1853 wurde von Vicente Pérez Rosales die Siedlung Melipulli gegründet, was in der Sprache der Mapuche etwa Vier Hügel bedeutet. Der Grundriss wurde in der für koloniale Gründungen typischen schachbrettartigen Form angelegt, sodass geradlinige Straßen von 20 m Breite quadratische Blöcke mit 50 m Seitenlänge umschlossen. Am 22. Oktober 1861 wurde die Siedlung zur Stadt erklärt und zu Ehren des Präsidenten Manuel Montt Torres in Puerto Montt (Montt-Hafen) umbenannt. Im Jahr 1885 hatte die Stadt 3.480 Einwohner[5], darunter viele Deutsche, die eine eigene protestantische Kirche und Schule hatten. Auch in der Umgebung gab es mehrere deutsche Kolonien[6].

Am 22. Mai 1960 wurde die Stadt von einem schweren Erdbeben stark zerstört.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vor allem die Seenregion um Puerto Montt ist sehenswert. Die Stadt selbst bietet einen kunsthandwerklichen Markt und Fischspezialitäten im Hafengebiet Angelmo. Puerto Montt ist Station und Ausgangspunkt diverser Kreuzfahrten (v. a. Patagonien und Chiloé) und auch bei Trekking-Freunden als Ausgangspunkt für Touren beliebt.

Vor Puerto Montt liegt die kleine Insel Tenglo. Nördlich der Stadt liegt der riesige Llanquihue-See, ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Der Schwerpunkt des Wirtschaftslebens liegt im Handel und Verkehr, daneben spielen der Fischfang und die Fischverarbeitung sowie die Verschiffung von Holz aus den Urwäldern eine Rolle.

Flughafen und Hafen der Stadt bilden den Ausgangspunkt für die Versorgung des chilenischen Südens (Patagonien); außerdem ist Puerto Montt der primäre Anlaufpunkt des Verkehrs von der Insel Chiloé. Faktisch endet der ausgebaute Teil der Panamericana in Puerto Montt. Richtung Süden führt die Fernstraße Carretera Austral.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Raúl Ruiz (1941–2011), chilenisch-französischer Filmregisseur und Drehbuchautor
  • Patricio Almonacid (* 1979), chilenischer Radrennfahrer

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puerto Montt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Instituto Nacional de Estadistica http://www.ine.cl/canales/chile_estadistico/censos_poblacion_vivienda/censo2002/mapa_interactivo/decima.swf (aufgerufen am 5. November 2008)
  2.  Vicente Carvallo Goyeneche (1740-1816): Descripción-histórico-jeográfica del reino de Chile, Band 1. In: Colección de historiadores de Chile y de documentos relativos a la historia nacional, Band 8. Imprenta del Ferrocarril, Santiago de Chile 1875 (Memoria Chilena - Dokumente). S. 60
  3.  César A. Sánchez Vera: El barrio que tomó el nombre de legendario guerrero sureño. In: El Llanquihue. Puerto Montt 11. Juni 2004 (El Llanquihue – Online Artikel, abgerufen am 14. November 2008).
  4.  Alejandro Torres: Puerto Montt, Imágenes de un pasado: Hoy Barrio Cayenel. In: El Repuerto. Puerto Montt 9. November 2008 (El Repuerto – Online Artikel, abgerufen am 14. November 2008).
  5.  Espinoza, Enrique (1848- ): Jeografía descriptiva de la República de Chile : arreglada según las últimas divisiones administrativas, las más recientes esploraciones i en conformidad al censo jeneral de la República levantado el 28 de noviembre de 1895. Imprenta i Encuadernación Barcelona, Santiago de Chile 1897 (Memoria Chilena - Dokumente). S. 432f
  6.  Meyers Konversations-Lexikon. Bibliographisches Institut, 1888 (Puerto Montt, abgerufen am 5. November 2008).