Pui (Hunedoara)

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Pui
Hühnendorf
Puj
Pui (Hunedoara) führt kein Wappen
Pui (Hunedoara) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Hunedoara
Koordinaten: 45° 31′ N, 23° 6′ O45.51523.0925416Koordinaten: 45° 30′ 54″ N, 23° 5′ 33″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 416 m
Fläche: 228,79 km²
Einwohner: 4.122 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 337345
Telefonvorwahl: (+40) 02 54
Kfz-Kennzeichen: HD
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Pui, Băiești, Federi, Fizești, Galați, Hobița, Ohaba-Ponor, Ponor, Râu Bărbat, Rușor, Șerel, Uric
Bürgermeister: Victor Tiberiu Stoica (USL)
Postanschrift: Str. Republicii, nr. 64
loc. Băcia, jud. Hunedoara, RO–337345
Webpräsenz:

Pui (veraltet Puiu; deutsch Hühnendorf, ungarisch Puj)[2] ist eine Gemeinde im Kreis Hunedoara in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage von Pui im Kreis Hunedoara

Die Gemeinde Pui liegt nördlich des Retezat-Gebirges, an der Mündung des Baches Râu Bărbat in den Oberlauf des Strei (Strell). In der Südhälfte des Kreises Hunedoara, an der Bahnstrecke Simeria–Petroșani und der Europastraße 79 gelegen, befindet sich der Ort ca. 18 Kilometer südöstlich der Kleinstadt Hațeg (Hatzeg); die Kreishauptstadt Deva (Diemrich) liegt ca. 65 Kilometer nordwestlich von Pui entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Pui – ein Marktflecken – wurde 1426 erstmals urkundlich erwähnt und war Sitz eines Stuhlbezirks im historischen Komitat Hunyad des ungarischen Königreichs.[3] Die Geschichte der Besiedlung des Ortes reicht jedoch - nach einem Bericht von D. V. Rosetti - bis in die Frühbronzezeit zurück. Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden nach Berichten von G. Téglás, J. F. Neigebauer, J. Ackner u.a., auf dem von den Einheimischen Grădiştea genannten Areal (ca. 4 km von Pui entfernt auf der rechten Seite des Strei) Reste einer römischen Befestigung gefunden.[4]

Die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung sind heute die Landwirtschaft, die Viehzucht und die Holzverarbeitung. Etwa 52 % der Gesamtfläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich bearbeitet. Auf ca. 870 Hektar wird Mais angebaut, das entspricht 42 % der Anbaufläche (Stand 2010).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 5.245 4.843 175 27 200
1900 6.966 6.339 416 95 116
1941 6.520 6.246 134 48 92
1977 5.788 5.706 63 6 13
2002 4.745 4.624 29 3 89

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl (7.432) – gleichzeitig die der Rumänen (6.610) und die der Ungarn (606) – 1910 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Deutschen wurde 1900 und die der Roma (196) 1850 registriert. Des Weiteren bekannten sich einige Einwohner als Serben (2 im Jahr 1930), als Ukrainer (höchste Einwohnerzahl 37 im Jahr 1966) sowie als Slowaken (2 im Jahr 1992).[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der südöstliche Ortsteil von Pui (im 19. Jh. errichtet) und die Anwesen Nr. 71–73 (im 18. Jh. errichtet) stehen unter Denkmalschutz.[6]
  • Die orthodoxe Kirche Pogorârea Sf. Duh, im eingemeindeten Dorf Ponor im 18. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz.[6]
  • Auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Ohaba-Ponor befinden sich mehrere Höhlen (Peștera Bordu Mare, Peștera Poienii), in denen Behausungen aus der Altsteinzeit gefunden wurden.[7] Die Höhle Peștera Bordu Mare steht unter Denkmalschutz.[6]
  • Der Ort ist auch Ausgangspunkt zum ca. 130 Quadratkilometer großen Retezater Nationalpark (Parcul Național Retezat).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Wörterbuch der Ortschaften aus Siebenbürgen
  3. Webpräsenz der Gemeinde Pui, abgerufen am 25. Dezember 2010
  4. Institute Of Archaeology − Pui, abgerufen am 25. Dezember 2010 (rumänisch)
  5. Volkszählung, letzte Aktualisierung 2. November 2008, S. 122 (ungarisch; PDF; 1,1 MB)
  6. a b c Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert, abgerufen am 31. März 2011 PDF 7,10 MB
  7. Institute Of Archaeology − Ohaba-Ponor, abgerufen am 25. Dezember 2010 (rumänisch)