Puschkin (Stadt)
| Stadt
Puschkin
Пушкин
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
Puschkin (russisch Пушкин; bis 1918 Царское Село, Zarskoje Selo (Zarendorf), bis 1937 Детское Село, Detskoje Selo (Kinderdorf)) ist eine Stadt südlich von Sankt Petersburg. Seit 1998 steht sie unter der städtischen Verwaltung von Sankt Petersburg, der städtische Rajon Puschkin hat eine Einwohnerzahl von 92.889 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung [Bearbeiten]
Zarskoje Selo ist eines der schönsten Residenz-Ensembles der Welt und stellt eine einzigartige Symbiose von Schlössern und Parks dar. Wichtigste Sehenswürdigkeiten sind das Puschkin-Museum, die ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren, der Katharinenpalast, die ehemalige Hauptresidenz des Zaren im Alexanderpalast, eine Vielzahl von Schlösschen und Pavillons sowie der Stadtkern der Residenzstadt. Das Ensemble von Zarskoje Selo wurde 1990 von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen.
Geschichte [Bearbeiten]
Das Gelände der späteren Sommerresidenz, ein älteres adeliges Landgut, befand sich nach der Annexion Ingermanlands durch Russland seit 1707 als Sarskaja Mysa (vorher schwedisch Saritzhof) im Besitz von Menschikow, einem Günstling Zar Peter I. Schon 1710 zwang der Zar ihn, den umfangreichen Besitz seiner heimlichen Ehefrau Katharina Alexejewna zu übereignen. Dadurch kam Sarskoje Selo zu den Palastländereien. Katharina legte bereits vor ihrer Thronbesteigung, noch zu Lebzeiten Peters, um den Herrensitz einen Kranz von Dörfern an und errichte ein kleines, steinernes Palais. Einen Aufschwung nahmen Gut und Schlossbauten unter der Regierung der Kaiserin Elisabeth, die Sarskoje Selo durch Rastrelli zu ihrer Lieblingsresidenz ausbaute. Auch Katharina II. residierte hier lieber als in Pawlowsk mit seinem streng geregelten Hofleben. Sie erweiterte die Schlossbauten, das Gut und die Parkanlagen. Bereits unter ihrer Regierung sprach und schrieb man von Zarskoje Selo, Zarendorf, jedoch hieß der Ort bis 1808 offiziell noch Sarskoje Selo (Са́рское Село́). Südlich des Flüsschens Kusminka, gegenüber ihrem Park, hatte Katharina die Kreisstadt Sophia angelegen lassen, benannt nach ihrem ursprünglichen Vornamen.
1773 wurde hier der Vertrag von Zarskoje Selo geschlossen, mit dem die Romanows auf ihren Besitz in Holstein zugunsten Dänemarks verzichteten.
Einen Bildersturm erlebten Schlosskomplex und Gut mit dem Regierungsantritt Peters III. im Jahre 1796. Erst im Jahre 1808 beendete Alexander I. die Verödung der Schlösser und des Gutes durch Neubesiedlung, eine Verschmelzung mit der Stadt Sophia und die Errichtung zahlreicher Neubauten, wobei er den Architekten Stassow bevorzugte. Alexander und seine Nachfolger residierten auch zur Winterszeit in Zarskoje Selo.
Zwischen St. Petersburg und Zarskoje Selo wurde mit der Zarskoje-Selo-Bahn 1834–1838 die erste Eisenbahnstrecke Russlands mit einer Länge von 27 km und einer Spurweite von 1829 mm errichtet und betrieben. Der verantwortliche Bauleiter war der Österreicher Franz Anton von Gerstner. Seit der Zeit Alexanders hatte sich der Ort zu einem beliebten Sommeraufenthalt der besser bemittelten Petersburger Gesellschaft entwickelt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion vom Luftwaffenstützpunkt in Puschkin zwischen August und September 1941 Angriffe sowjetischer Fliegerkräfte auf die Vororte Berlins durchgeführt (Sowjetische Luftangriffe auf Berlin), vom 17. September 1941 bis zum 24. Januar 1944 war die Stadt allerdings von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die nahezu vollständigen Zerstörungen der Paläste durch den Krieg wurden in der Folge schrittweise durch Rekonstruktion beseitigt. Das im Katharinenpalast bis Oktober 1941 befindliche originale Bernsteinzimmer ist aber bis heute nicht wieder aufgetaucht.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 22.480 |
| 1959 | 45.562 |
| 1970 | 79.089 |
| 1979 | 89.601 |
| 1989 | 95.415 |
| 2002 | 84.628 |
| 2010 | 92.889 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Sergei Mironow, russischer Politiker
- Hans von Prittwitz, kaiserlich russischer Generalmajor à la suite des Zaren Alexander II.
- Georgi Alexandrowitsch Romanow, der dritte Sohn von Alexander III., Zar von Russland, und dessen Gemahlin Maria Fjodorowna, geb. Prinzessin Dagmar von Dänemark
- Katharina Pawlowna, Königin von Württemberg
Partnerstädte [Bearbeiten]
Städtepartnerschaften:
| Bezirk Neukölln von Berlin, Deutschland | |
| Zerbst/Anhalt, Deutschland (Sachsen-Anhalt) | |
| Versailles, Frankreich | |
| Rethymno, Griechenland | |
| Mantua, Italien |
Städtefreundschaften:
| Frankenthal, Deutschland (Rheinland-Pfalz) |
Siehe auch [Bearbeiten]
- Lyzeum Zarskoje Selo – Eliteschule des zarischen Russlands in Zarskoje Selo (1811–1844)
Literatur [Bearbeiten]
- S. v. Wiltschkowski: Zarskoje Sselo. Gedruckt auf Befehl des Chefs der Palaisverwaltung, Druck von Meisenbach Riffarth, Berlin-Schöneberg o. J. [1911]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadt in russischer und englischer Sprache
- Stadtbeschreibung mit Fotos
- Galerie von Puschkin eines Petersburger Fotografen
- Fotogalerie über Zarskoje Selo
Städte: Kolpino | Krasnoje Selo | Kronstadt | Lomonossow | Pawlowsk | Peterhof | Puschkin | Sankt Petersburg | Selenogorsk | Sestrorezk
Siedlungen: Alexandrowskaja | Beloostrow | Komarowo | Lewaschowo | Lissi Nos | Metallostroi | Molodjoschnoje | Pargolowo | Pessotschny | Petro-Slawjanka | Pontonny | Repino | Sapjorny | Schuschary | Serowo | Smoljatschkowo | Solnetschnoje | Strelna | Tjarlewo | Uschkowo | Ust-Ischora