Push-Back (Flugzeug)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Germanwings A319 beim Pushback
Pushback-Fahrzeug und Boeing 777

Als Pushback (en. für zurückschieben) wird das Zurücksetzen eines Flugzeuges bezeichnet, das mit dem Bug an einem Flugplatzgebäude (Gate) steht (sogenannte „Nose-in-position“). Das Zurückschieben ist notwendig, da die meisten Strahlflugzeuge keine Möglichkeit besitzen, aus eigener Kraft rückwärts zu rollen bzw. nicht rückwärts rollen dürfen.

Pushback-Vorgang[Bearbeiten]

Der Pushback wird von speziell dafür entwickelten Fahrzeugen, den Flugzeugschleppern durchgeführt. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird eine Schubstange (Schleppstange, englisch: Towbar) verwendet (ähnlich einer Abschleppstange) – der Pushback geht hier im Schritttempo vonstatten. Oder es wird ein Hubschlepper eingesetzt, der das Bugrad der Maschine umgreifen kann – damit kann das Flugzeug wesentlich schneller geschoben werden.[1]

Das Flugzeug wird durch den Pushback auf den Rollweg geschoben, um dann aus eigener Kraft den Weg zur Startbahn fortzusetzen.[1]

Während des Pushbacks wird die Steuerung des Bugrades deaktiviert, was durch einen am Bugrad angebrachten Steering Pin geschieht, welcher einen Schalter oder ein Ventil steuert. Nach dem Pushback sollte darauf geachtet werden, dass dieser wieder entfernt ist, sonst kann vom Cockpit aus nicht gesteuert werden und das Flugzeug rollt nur geradeaus.[1]

Während des Pushbacks wird bei ausreichendem Sicherheitsabstand vom Gebäude bereits begonnen die Triebwerke zu starten, um die Rollwege möglichst bald für folgende Flugzeuge freizugeben. Ebenso wird dadurch eine kürzere Bodenzeit erreicht.

Während des Pushbacks steht das Cockpit auch in Sprechkontakt mit dem Ramp Agent, einem Mitarbeiter des Bodenpersonals, der entweder neben dem Bugrad des Flugzeuges mitläuft oder auf dem Schlepper mitfährt. Die Sprechverbindung (Interphone) wird mittels Kabel hergestellt. Er teilt dem Piloten mit, wann die Entfernung zu Gebäuden und Gegenständen groß genug ist, um die Triebwerke sicher starten zu können („Engine Area Clear“). So wird sichergestellt, dass sich keine Personen, Fahrzeuge oder andere Objekte während des Triebwerksstarts hinter dem Flugzeug befinden und beschädigt werden. Außerdem kann der Pilot noch über eventuelle Probleme informieren. Der Agent am Headset ist der letzte, der das Flugzeug „verlässt“ und gibt mit einem am Steering Pin befindlichen Band mit der Aufschrift „Remove before flight“ das Zeichen, dass alles Equipment der Abfertigung entfernt wurde und das Flugzeug zum Rollen bereit ist.[2][3]

Bildserie zum Pushback[Bearbeiten]

Powerback[Bearbeiten]

Auf manchen Flugplätzen ist es erlaubt, einen Powerback durchzuführen. Hier verwendet das Flugzeug die Schubumkehr, um zurückzusetzen.[4][5]

Nose-out-position[Bearbeiten]

Parkpositionen für Flugzeuge werden in Nose-in-positions und Nose-out-positions unterschieden. In der Regel befinden sich Nose-out-positions in einiger Entfernung von der Pier auf dem Vorfeld (engl. apron) eines Flugplatzes. Je nachdem, aus welcher Richtung der Wind kommt, kann der Pilot entscheiden, in welcher Richtung sein Flugzeug abgestellt werden kann. Auf diesen vorgelagerten Positionen sind bei Nose-out-positions keine Pushback-Vorgänge notwendig, da der vorgeschriebene Sicherheitsbereich hinter den laufenden Triebwerken (bis zu 125 m) freigehalten werden kann. Das Flugzeug darf dann aus eigener Kraft von seiner Parkposition losrollen. Nose-out-positions sind meistens für Regionalflugzeuge eingerichtet. Durch kurze Bodenstandzeiten brauchte man bei diesen Flugzeugen eine höhere Anzahl an Flugzeugschleppern, die durch die Nose-out-positions eingespart werden können. In ganz seltenen Fällen gibt es Push-in-Positionen, wo das Flugzeug nach der Ankunft in die Parkposition geschoben wird und für den nächsten Flug alleine rausrollt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Erklärung des Push-Back
  2. Aufgabe des Ramp Agent
  3. EFM: Wir bewegen Flugzeuge
  4. Das Miniaturwunderland über die Flugzeugschlepper am Modellflughafen Knuffingen Airport, dazu eine kleine Erläuterung zum Flugzeugschlepper
  5. Pushback bei luftfahrt.net