Push-to-Talk over Cellular
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bei Push-to-talk over Cellular (PoC) handelt es sich um einen Standard, der eine schnelle und einfache Sprachkommunikation für Gruppen in Mobilfunknetzen beschreibt und nach dem Walkie-Talkie-Prinzip funktioniert.
Dieses Dienstangebot ermöglicht es den Kunden der Mobilfunk-Betreiber, über das Mobiltelefon mit nur einem Tastendruck eine Sprachnachricht an einen oder mehrere Empfänger zu senden. Die Mitteilung wird nicht über eine leitungsorientierte (engl.: circuit switched) Mobilfunkverbindung, sondern über eine paketvermittelnde Mobilfunkverbindung (GPRS) übertragen: Die Sprachnachricht wird in Datenpakete zerstückelt und verschickt, wodurch diese mit einer Verzögerung von bis zu zwei Sekunden bei den Empfängern ankommt. Die Sprachqualität ist gering, aber ausreichend. Im Push-to-talk-Menü lassen sich über die jeweiligen Handy-Nummern Gruppen zusammenstellen.
Technisch funktioniert die Kommunikation ähnlich wie bei VoIP. Die Gruppenteilnehmer bekommen zuerst eine Signalisierung durch das SIP-Protokoll, nachfolgend wird die Sprache, sogenannte „Talk Bursts“, über das RTP-Protokoll übertragen. Es gibt zwei Empfangsmodi: automatischer und manueller Empfang. Während beim automatischen Empfang die Sprachnachricht direkt aus dem Lautsprecher des Mobiltelefons ertönt, muss der Nutzer beim manuellen Empfang zunächst einen Knopf drücken, um die erste und alle nachfolgende Sprachnachrichten zu hören.
Um die Standardisierung kümmert sich die Open Mobile Alliance (kurz OMA). Mitte April 2005 ist die Version 1.0 der Spezifikation herausgebracht worden.
[Bearbeiten] Deutschland
| Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern. |
Als einziger Netzbetreiber hatte T-Mobile diesen Dienst seit Ende 2004 in Deutschland angeboten, den Service allerdings zum 1. Juli 2008 wieder eingestellt. T-Mobile hat dabei nicht den OMA-Standard unterstützt, sondern einen proprietären Dienst von Nokia verwendet.
Der derzeit einzige kommerzielle Betreiber eines Push-to-Talk(Poc)-Dienstes in Deutschland ist die Firma Talk-IP Ltd. in Eching, der die Nutzung von PTT netz- und systemübergreifend ermöglicht. Somit ist der Nutzer nicht an ein Mobilfunknetz gebunden. Derzeit werden von Talk-IP Clients für PCs mit Windows, sowie für Handys mit Windows Mobile- (Pocket PC) und/oder Symbian 9-Betriebssystem angeboten. Zusätzlich werden vielen Nokia-Handys mit dem originären Nokia PTT-Client (allerdings mit leicht eingeschränktem Funktionsumfang) unterstützt. Für die Nutzung müssen beim Internet-/Mobilfunkprovider allerdings einige UDP-Ports freigeschaltet sein, was in der Praxis insbesondere bei bestimmten Mobilfunkanbietern bzw. Mobilfunk-Datentarifen nicht unbedingt gewährleistet ist, da diese die technisch ähnliche VOIP-Kommunikation unterbinden wollen.
Ein weiterer Anbieter einer professionellen Push-to-Talk Lösung in Deutschland ist die Firma PSI Transcom GmbH in Düsseldorf. Dort realisiert man kombiniert mit Cell- und GPS-Ortung eine PTT Lösung basierend auf einer beliebigen IP-Verbindung unter der Bezeichnung mobiler Gruppenruf. Serversoftware wird mitgeliefert und vom Anwender betrieben. Im Fokus stehen hier Geschäftskunden, die mit dem Wegfall der Pagerfrequenzen bei der T-Com einen alternativen und dabei Mehrwertdienst suchen. PSI unterstützt Nokia N und E-Serie, Windows Mobile und auch fest verbaute Onboard Units als Embedded Systems und verfolgt damit den in den USA erfolgreichen Ansatz.
[Bearbeiten] USA
In den USA erfreut sich Push-to-talk seit langem großer Beliebtheit, insbesondere im Handwerk und bei Taxi-Unternehmen. Dort basiert der Dienst auf einer proprietären, von Motorola entwickelten Technologie namens iDEN. Insbesondere der Netzbetreiber Nextel hat sehr großen Erfolg mit seinem Dienst.
[Bearbeiten] Weblinks
- Version 1.0.1 der Spezifikation (PDF, engl.)

