Pustelpilzverwandte

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Pustelpilzverwandte
Rot-Pustelpilz (Nectria cinnabarina)

Rot-Pustelpilz (Nectria cinnabarina)

Systematik
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Sordariomycetes
Unterklasse: Hypocreomycetidae
Ordnung: Krustenkugelpilzartige (Hypocreales)
Familie: Pustelpilzverwandte
Wissenschaftlicher Name
Nectriaceae
Tul. & C. Tul.

Die Pustelpilzverwandten (Nectriaceae) sind eine Familie aus der Ordnung der Krustenkugelpilzartigen (Hypocreales). Neben saprobiontischen Arten befinden sich ökonomisch wichtige Pflanzenparasiten in dieser Familie.

Merkmale[Bearbeiten]

Sie bilden als Fruchtkörper kleine kugelige Perithecien mit häutigen Peridien aus. Sie sind meist orangerot bis violett gefärbt, mit Kaliumhydroxid oder Milchsäure verändern sie ihre Farbe. Die Öffnung des Peritheciums (Ostiolum) ist durch Periphysen verdeckt. Die Schläuche sind zylindrisch und dünnwandig und oft mit einem kleinen apikalen Ring. Die Ascosporen sind normalerweise querseptiert, hyalin bis gelb oder hellbraun, manchmal auch ornamentiert. Die Nebenfruchtform bildet zahlreiche Hyphen aus, ist hyalin oder hell gefärbt, die Konidien sind sehr variabel in ihrer Form, oft aber gekurvt und können in speziellen Strukturen, sogenannten Sporodochien oder auch Synemmata gebildet werden.

Ökologie und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Pustelpilzverwandten leben meist saprobiontisch oder parasitisch auf verschiedenem Pflanzenmaterial, können aber auch aus dem Boden isoliert werden. Unter ihnen befinden sich wichtige Pflanzenschädlinge, die verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel die Fusarium-Welke auslösen können. Die Familie hat eine kosmopolitische Verbreitung.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Nectriaceae beinhalteten ursprünglich alle Pyrenomyceten, also solche Pilze, die als Fruchtkörper Perithecien ausbilden[1]. Erst 1999 wurden die Bionectriaceae aufgrund ihrer zum Teil mycophagen, also sich von anderen Pilzen ernährenden Lebensweise und auch aufgrund molekularbiologischer Merkmale als eigene Familie zusammengefasst.[2]

Ausgewählte Gattungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  David Brayford, Barry M. Honda, Feky R. Mantiri, Gary J. Samuels: Neonectria and Cylindrocarpon: the Nectria mammoidea group and species lacking microconidia. In: Mycologia. 96, Nr. 3, 2004, S. 572-597 (PDF; 1,07 MB).
  2.  Amy Y. Rossman, Gary J. Samuels, Clark T. Rogerson, Rosalind Lowen: Genera of Bionectriaceae, Hypocreaceae and Nectriaceae (Hypocreales, Ascomycetes). In: Studies in Mycology. 42, Centraalbureau voor Schimmelcultures, Baarn (NL) 1999, ISBN 978-90-70351-38-0, S. 1–248.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nectriaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien