Putlitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Stadt. Für den Familiennamen siehe zu Putlitz.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Putlitz
Putlitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Putlitz hervorgehoben
53.2512.0557Koordinaten: 53° 15′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Putlitz-Berge
Höhe: 57 m ü. NN
Fläche: 118,49 km²
Einwohner:

2.780 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16949
Vorwahl: 033981
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 325
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zur Burghofwiese 2
16949 Putlitz
Webpräsenz: www.amtputlitz-berge.de
Bürgermeister: Bernd Dannemann (parteilos)
Lage der Stadt Putlitz im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Putlitz ist eine Stadt im nordwestlichen Brandenburg, Landkreis Prignitz. Sie ist Sitz des Amtes Putlitz-Berge, dem auch die Gemeinden Berge, Gülitz-Reetz, Pirow und Triglitz angehören.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Putlitz liegt im Norden der Prignitz an der Stepenitz. Im Bereich der Gemeinde liegen das Naturschutzgebiet Putlitzer Hainholz und Teile der Naturschutzgebiete Stepenitz und Marienfließ sowie Teile des FFH-Gebietes Mathildenhofer See.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zur Stadt Putlitz gehören Ortsteile

  • Laaske, mit dem bewohnten Gemeindeteil Jakobsdorf
  • Lockstädt
  • Lütkendorf
  • Mansfeld
  • Nettelbeck, mit dem bewohnten Gemeindeteil Krumbeck
  • Porep
  • Putlitz, mit dem bewohnten Gemeindeteil Karlshof
  • Sagast, mit dem bewohnten Gemeindeteil Neu Sagast
  • Telschow-Weitgendorf, mit den bewohnten Gemeindeteilen Telschow und Weitgendorf

Es handelt sich hierbei um ehemals selbständige Gemeinden, die am 31. Dezember 2001 nach Putlitz eingemeindet wurden.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Bergfried der Burg Putlitz
Gans im Wappen der Stadt Putlitz

Die Stadt Putlitz gehört zu den ältesten Städten der Prignitz.

Die erste urkundliche Erwähnung einer slawischen Burg gab es bereits 946, König Otto I. stattete das von ihm begründete Bistum Havelberg u.a. mit Burg und Burgbezirk „Pochlustin“ aus. Im Zuge der Landnahme nach dem Sieg über die Wenden wurde 1179 der Ritter Johannes Gans aus der Altmark mit der Burg und den Ländereien belehnt, seither gilt Putlitz als Stammsitz des mächtigsten Zweiges der Familie Gans. Die Familie gilt auch als Gründer der Stadt Putlitz, welche zunächst aber eher als eine dörfliche Siedlung neben der Burg existierte. Bis zur Reformation war der Bischof von Havelberg Territorial- und Oberlehnsherr der Herrschaft (Terra) Putlitz, die damit im Gegensatz zu anderen Prignitzstädten Mediatstadt war. 1259 wird Putlitz als Pfarrort erwähnt. 1543 erhält die Stadt das Marktrecht. In der Geschichte der Stadt gibt es mehrere große Brände. Im Jahr 1638 wurde die Stadt durch ein Feuer vollkommen zerstört und ist anschließend auch als Folge des Dreißigjährigen Krieges für einige Jahre unbewohnt. 1652 kam es durch Neusiedler aus Sachsen, Hannover und Holstein zu einem Neuanfang. Im Jahr 1700 lebten wieder circa 600 Menschen in Putlitz, 1718 wurde die letzte Hinrichtung ausgeführt. 1734 entsteht eine Schule. 1885 gab es laut Meyers Konversations-Lexikon 1852 evangelische Einwohner. Am 4. Juni 1896 wurde die Bahnstrecke von Pritzwalk nach Putlitz eröffnet, es folgte im Jahr 1911 die Kreisringbahn Putlitz – Berge – (Perleberg) und 1912 die Verbindung Putlitz – Suckow. Die Strecke von Putlitz nach Berge wird seit 1969, die nach Suckow seit 1980 nicht mehr bedient. Bis 1898 war Putlitz Gerichtssitz, danach fanden im Rathaus noch mehrere Gerichtstage im Jahr statt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwüsteten wieder mehrere Brände die Stadt, so dass man seither auf die Errichtung von Fachwerkhäusern verzichtete. Seit 1921 gibt es in Putlitz elektrischen Strom. 1926 wurde die Badeanstalt eingeweiht und 1962 das Wasserwerk eröffnet. Seit 1995 ist Putlitz an das Erdgasnetz angeschlossen. 2010 bekam die Kirche ihre Kirchturmspitze wieder. Im Jahr 2010 wurde die Friedenseiche vor dem Rathaus, der größte Baum der Stadt gefällt, was zahlreiche Proteste mit sich zog. Die Stadtverwaltung begründete die Fällung damit, dass wegen der Einsturzgefahr die Krone zurückgeschnitten werden müsste und die Eiche damit ihre Pracht verloren hätte. An jener Stelle sollte im Frühjahr 2011 eine Linde gepflanzt werden, was jedoch noch nicht geschah. Denn einige Stadträte fordern, dass wieder eine Eiche gepflanzt wird.

[Bearbeiten] Politik

Rathaus

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 16 Stadtverordneten nebst ehrenamtlichem Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[3]

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde am 10. Januar 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden eine flugbereite gold-bewehrte silberne Gans.“[4]

[Bearbeiten] Flagge

Die Flagge der Stadt ist Grün - Weiß - Rot gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche
ehemaliges Schrankenwärterhäuschen am Bahnhof, jetzt Museum

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Burgruine mit Bergfried und Wallanlage
  • Rathausplatz mit Rathaus und Apotheke
  • Schloss Philipshof
  • Gutsanlagen in Laaske und Nettelbeck
  • Kuppelgrab Nettelbeck
  • Grabdenkmale auf dem Friedhof für britische, indische und polnische Kriegsgefangene, die samt ihrem deutschen Bewacher im April 1945 von SS-Männern erschossen wurden
  • Gedenkstein aus dem Jahre 1954 von dem Bildhauer Gerhard Genz vor dem Rathaus in der Ernst-Thälmann-Straße 35 für die Opfer des Faschismus
  • siehe auch: Liste der Baudenkmale in Putlitz

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

In Putlitz findet jedes Jahr im Sommer das VuuV Festival statt, eines der größten Psytrance/Goa Festivals Europas mit jährlich zwischen 10.000 und 20.000 Besuchern.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Putlitz erhielt 1896 Eisenbahnanschluss mit einer Verbindung nach Pritzwalk. Der Zugverkehr auf dieser Strecke (Linie PE70 der Prignitzer Eisenbahn) wurde am 10. Dezember 2006 vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg abbestellt. Seit dem Jahr 2007 findet jedoch durch den Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein wieder ein wochentäglicher Zugverkehr zwischen Putlitz und Pritzwalk statt.[5] Am Wochenende verkehren Linientaxis im Zweistundentakt nach Pritzwalk.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Putlitz ist der Sitz der PE Arriva, einem privaten Bahnunternehmen, welches Nahverkehrsstrecken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen bedient. Außerdem sitzt hier die Prignitzer Leasing AG, eine der größten brandenburgischen Leasinggesellschaften.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Quellen

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  3. http://www.amtputlitz-berge.de/politik/mitglieder.php?gremium=2460
  4. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  5. http://www.prignitzer-eisenbahn.de/aktuell/prw_west_schule.html

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Putlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen