Putsch d’Alger (1958)

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Als Putsch d’Alger wird ein am 13. Mai 1958 durchgeführter Staatsstreich des französischen Militärs in Algerien gegen die Regierung in Paris bezeichnet. Ergebnis des Putsches war die Rückkehr von Charles de Gaulle an die Macht sowie das Ende der Vierten Republik und der Anfang der Fünften Republik.

Geschichte[Bearbeiten]

Hintergrund des Putsches war die Aufrechterhaltung der Kolonialherrschaft Frankreichs über Algerien, die Teile des Militärs und der Algerienfranzosen durch die bevorstehende Bildung einer Regierung von Pierre Pflimlin in Gefahr sahen. Dieser galt im Militär als Anhänger einer Verhandlungslösung im Algerienkrieg. Im Parlament erhielt Pflimlin am 13. Mai eine Mehrheit.

Für denselben Tag riefen Teile des Militärs und Algerienfranzosen zu Protestkundgebungen auf. Es kam zu Demonstrationen, die bald außer Kontrolle gerieten. Eine Reihe von öffentlichen Gebäuden wurden besetzt. Unter der Führung der Militärs, unter ihnen der Kommandant der Fallschirmjäger General Jacques Massu und der Oberkommandierende Raoul Salan, bildete sich daraufhin eine Wohlfahrtsregierung (Gouvernement de salut public). Präsident wurde Massu. Für Frankreich forderten die Aufständischen die Bildung einer gleichartigen Regierung. Die noch amtierende Regierung unter Premier Félix Gaillard ernannte Salan zum Generalbevollmächtigten in Algerien. Dieser war damit nicht nur Chef der Putschisten, sondern war auch mit der Beendigung der Rebellion beauftragt.

Anfangs planten die Offiziere wohl nicht, General Charles de Gaulle wieder an die Macht zu verhelfen. Allerdings nutzten die Gaullisten in Frankreich die willkommene Gelegenheit de Gaulle als Retter der Nation ins Gespräch zu bringen. Ein Vertrauter de Gaulles, Jacques Soustelle, hat in diesem Sinne in Algier verhandelt.

Am 15. Mai beendete General Salan eine Rede mit dem Ruf „Vive de Gaulle“. Daraufhin erklärte sich de Gaulle in Paris bereit eine neue Regierung zu bilden. Indirekt wandte sich de Gaulle damit an die Rebellen und forderte sie auf weiterhin Druck auszuüben, um die Regierung Pflimlin zu stürzen.

Die Parti communiste français nutzte den Putsch und forderte die Bildung einer Volksfrontregierung. Vor dem Hintergrund des kommunistischen Vorstoßes und einer möglichen Invasion der algerischen Truppen in Frankreich selbst (→ Opération Résurrection) war die Mehrheit des Parlaments bereit, General de Gaulle die Macht zu übergeben.

Filme[Bearbeiten]

  • La Guerre d’Algérie, Yves Courrière et Philippe Monnier, Reggane Films, 1972

Literatur[Bearbeiten]

  •  Roger Trinquier: Le coup d’état du 13 mai Ils ont pris Alger pour mieux la perdre. L’esprit Nouveau, 1962.
  •  Günther Haensch, Hans J. Tümmers: Frankreich. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft. München 1998, ISBN 3-406-43345-6, S. 82–84.
  •  Johannes Willms: Frankreich. München 2009, ISBN 978-3-406-57853-3, S. 120–121.