Puttin’ on the Ritz
Puttin' on the Ritz ist ein US-amerikanischer Popsong, der 1929 von Irving Berlin geschrieben und veröffentlicht wurde. Das Lied wurde durch den gleichnamigen Film Puttin' on the Ritz von 1930 berühmt, interpretiert von Harry Richman mit Earl Burtnett & His Los Angeles Biltmore Hotel Orchestra. Der Titel ist umgangssprachlich und bedeutet „sich für's Ritz anziehen“; diese Wendung geht auf das mondäne Hotel Ritz zurück. Der Text/die Melodie hat ein sehr außergewöhnliches Versmaß. Das Lied wird von Musikwissenschaftlern als „komplex und provokant“ beschrieben. Es gehört heute zu den sogenannten Jazzstandards und existiert in zahlreichen Transkriptionen und Arrangements.
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Geschichte [Bearbeiten]
Die Original-Version des Liedes spielt auf die seinerzeit populären Fimmel der gutgekleideten, aber armen Schwarzen aus Harlem an, die die Lenox Avenue auf- und abspazierten. Es wurde 1939 mit dem originalen Text von Idiot's Delight herausgebracht, mit dem es von Clark Gable aufgeführt wurde. Diese Darbietung wurde legendär und zum Beispiel auch 1974 in dem Film That's Entertainment adaptiert. Für den Film Blau ist der Himmel (1946), bei dem es Fred Astaire sang und tanzte, änderte Berlin den Text. Fortan waren es Weiße, die die Park Avenue in Manhattan auf und ab spazierten. Das Original wurde jedoch 1929/1930 von Harry Richman und Fred Astaire aufgenommen, mit dem das Lied seitdem assoziiert wird.
Musikalischer Aufbau und Interpretationen [Bearbeiten]
Irving Berlin schrieb Puttin' on the Ritz in der Tonart f-Moll und gibt als Tempo moderately (mäßig) an. Das Stück weist durchgehend den 4/4-Takt auf und setzt sich aus einer viertaktigen instrumentalen Einleitung, gefolgt von einem 16-taktigen Satz mit Gesang in F-Dur (Have you seen the well-to-do...) und schließlich der einmal wiederholten 32 Takte langen Strophe mit dem Text If you're blue and you don't know where to go to... und dem Refrain Puttin on the Ritz.[1] Das Stück dauert in der originalen Klavierfassung nur etwa eineinhalb Minuten, die meisten Arrangements verlängern es jedoch durch die Wiederholung der einzelnen Motive mit instrumentalen Soli und Tanzeinlagen auf meist über drei Minuten. Harry Richman brachte den Song 1930 in über vier Minuten, Fred Astaires bekannte Sequenz aus dem Film Blue Skies (Blau ist der Himmel) aus dem Jahr 1946 präsentiert das Stück ebenfalls in über vier Minuten. Notenrollen für Pianolas gab es für Puttin' on the Ritz ab April 1930.[2]
Coverversionen (Auswahl) [Bearbeiten]
Von dem Stück existieren zahlreiche Coverversionen:
- Ein Lied in Stil des Swing von Benny Goodman (1930)
- Lied und Tanzschritte von Clark Gable im Film Idiot's Delight (1939)
- Blue Skies mit geändertem Text von Fred Astaire (1946)
- Ella Fitzgerald (1958)
- Judy Garland (1960)
- Heidi Brühl (1965, deutsche Version “Liebe ist dabei“)
- 1974 in einer humorvollen Version, aufgeführt von Gene Wilder und Peter Boyle in Mel Brooks' Frankenstein Junior
- Taco (1982)
- Jiří Korn (1984, tschechische Version)
- Pasadena Roof Orchestra (1993)
- Neil Diamond (1998)
- Right Said Fred (2004)
- Leningrad Cowboys (Zombies Paradise) (2006)
- Alex Swings Oscar Sings! (2009)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Irving Berlin: The Definitive Songbook, Faber Music, Harlow 2007, ISBN 0-571-52950-X, S. 136 ff.
- ↑ Pianola-Vorführung