Puttkamer

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Wappen der Familie von Puttkamer

Puttkamer ist der Name eines Adelsgeschlechts aus Hinterpommern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Amtsbezeichnungen sind als Familiennamen bei adligen Geschlechtern, nicht nur in deutschen, sondern gelegentlich auch in fremdsprachigen Formen anzutreffen. Der Name „Puttkamer“ stammt von der slawischen Amtsbezeichnung „putcumer“ („Unterkämmerer“, lateinisch „subcamerarius“, polnisch „podkomorzy“) ab.

Als Ahnherr dieses Geschlechts wird der 1257 bis 1260 nachweisbare „subdapiser Svecza de Slauna“, das heißt, ein zu Schlawe (Sławno) als Untertruchsess des Herzogs Swantopolk II. von Pomerellen wirkender Beamter namens „Swanto“, angesehen. Der zwischen dem Nestbach am Gollenberg und der Leba gelegene, zuvor von den Ratiboriden beherrschte Teil Hinterpommerns, mit den Hauptburgen Schlawe, Dirlow an der Wippermündung und Stolp, war im 13. Jahrhundert für drei Generationen (1236–1308) an das polnische Teilherzogtum Pommerellen gefallen.[1] Damit ist die Familie als Agnaten der Swenzonen anzusehen. Der zu Swantos Nachkommen gerechnete hinterpommersche Ritter Peter Putcumer, auch schon Puthkamer geschrieben, tritt im ersten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts häufiger hervor; auch er war ein herzoglicher Unterkämmerer. In der Folgezeit wurde dann die Amtsbezeichnung zum Familiennamen, dessen Träger weite Verbreitung und großes Ansehen, sowie zahlreiche hohe Ämter erlangten.

Gutshaus Wollin, von 1457 bis 1878 im Familienbesitz, Stammhaus aller heute noch lebenden Freiherren v. Puttkamer

Es bildeten sich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zwei große Linien, die sich wiederum in viele einzelne Äste teilten. Sie waren über viele Jahrhunderte in Pommern weit verbreitet, wurden aber auch in anderen Gegenden Deutschlands ansässig. Ein Zweig der Linie zog im 16. Jahrhundert nach Livland und später weiter nach Polen. Dieser Zweig wurde im Jahre 1802 in den Grafenstand unter dem Namen Werschowetz-Sekerka Puttkamer erhoben. Anderen Zweigen der Familie, die das zum Namen nicht passende „von“ aufgenommen hatten, wurde zu verschiedenen Zeiten die Freiherrenwürde verliehen; dies erfolgte teils durch Diplom, teils gewohnheitsrechtlich, sowie durch kaiserliche Verleihung im Jahre 1682.

Die Familie unterteilt sich nach ihren jeweiligen vormaligen Besitztümern in die Häuser Barnow, Norkallen, Schickerwitz und Wollin.

Ein Geschlechtsverband, gegr. 1859 in Köslin, bestätigt 1865 in Berlin, hält heute an verschiedenen Orten Familientage ab.

Seit dem 6. September 1895 hatte das Geschlecht das Präsentationsrecht zum Preußischen Herrenhaus.[2]

Wappen [Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt einen blauen Schild mit einem roten Greif mit Goldkrone, der von der Leibesmitte ab in einen nach vorn gekrümmten silbernen Störschwanz ausläuft. Auf dem Helm mit rot-blauen bzw. rot-silber-blauen Decken sind zwei auswärts gekehrte silberne Beile (Streitäxte) auf einem sparrenartigen goldenen Gestell, dessen Spitze mit drei Straußenfedern in der Farbfolge Rot - Silber - Blau besteckt ist.

Dieser sogenannte Fischgreif aus dem Familienwappen der Puttkamer, der auch im Stadtwappen hinterpommerscher Städte wie z.B. im Wappen von Rügenwalde oder Zanow vorkommt, gilt als ursprüngliches Wappen eines im Mittelalter auftretenden und in der Geschichtsschreibung als Swenzonen bezeichneten Adelsgeschlechts.

Der Wappenspruch lautet: Artificiosa non durant (Künstliches ist nicht von Dauer).

Schlösser und Herrenhäuser der Familie [Bearbeiten]

Namensträger [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Siehe auch [Bearbeiten]

Liste deutscher Adelsgeschlechter N - Z

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Puttkamer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Ellinor von Puttkamer: Die Swenzonen und das Land Schlawe, in: Der Kreis Schlawe - Ein pomersches Heimatbuch (M. Vollack, Hrsg.), Band 1: Der Kreis als Ganzes, Husum 1986, ISBN 3-88042-239-7, S. 445-450.
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, Band A XI, Seite 340, C.A. Starke-Verlag, Limburg, 1971
  3. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 679; Alberta von Puttkamer auf der Seite des Verbandes des Geschlechts von Puttkamer (mit Bild)
  4. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 697; Anne-Marie Crome auf der Seite des Verbandes des Geschlechts von Puttkamer (mit Bild)
  5. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 449
  6. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 469; Erich von Puttkamer auf der Seite des Verbandes des Geschlechts von Puttkamer (mit Bild)
  7. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 387–388
  8. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Hamburg 1937, Bd. 3, S. 83, Nr. 1007
  9. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 467
  10. Ellinor von Puttkamer (Bearbeiterin): Geschichte des Geschlechts v. Puttkamer (= Deutsches Familienarchiv, Band 83–85). 2. Auflage, Degener, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-5064-2, S. 774