Pylos

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Dieser Artikel behandelt die griechische Hafenstadt Pylos und den zugehörigen Gemeindebezirk. Zum gleichnamigen Brettspiel siehe Pylos (Brettspiel) [1].
Gemeindebezirk Pylos
Δημοτική Ενότητα Πύλου
(Πύλος)
Pylos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Peloponnes

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Regionalbezirk: Messenien
Gemeinde: Pylos-Nestor
Geographische Koordinaten: 36° 54′ N, 21° 41′ O36.921.683333333333Koordinaten: 36° 54′ N, 21° 41′ O
Höhe ü. d. M.: 3 m
Ortsmitte
Fläche: 143,911 km²
Einwohner: 5.287 (2011[2])
Bevölkerungsdichte: 36,7 Ew./km²
Code-Nr.: 440501
Gliederung: f121 Stadtbezirk
10 Ortsgemeinschaften
Website: www.pylos.gr
Lage in der Gemeinde Pylos-Nestor und im Regionalbezirk Messenien
Datei:DE Pylou.svg

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Pylos (griechisch Πύλος (f. sg.), italienisch: Navarino) ist eine Hafenstadt in Messenien in Griechenland. Mit der Verwaltungsreform 2010 wurde Pylos Sitz der neu geschaffenen Gemeinde Pylos-Nestor, in der die ehemals selbständige Gemeinde Pylos als Gemeindebezirk aufgegangen ist.

Geografie[Bearbeiten]

Der Gemeindebezirk Pylos nimmt den westlichen Teil des messenischen „Fingers“ im Südwesten der Halbinsel Peloponnes ein. Die eigentliche Kleinstadt Pylos liegt am Südeingang der gleichnamigen Bucht, die auch als Bucht von Navarino bekannt ist. Am westlichen Ausgang der Bucht liegt die Insel Sfaktiria.

Die Bucht von Pylos oder Navarino war Schauplatz zweier bedeutender Seeschlachten:

Das moderne Pylos[Bearbeiten]

Der Gemeindebezirk Pylos hat etwa 5.300 Einwohner. Davon leben rund 2.300 Menschen im Hauptort Pylos. Zur weiteren Untergliederung siehe Pylos-Nestor#Gemeindegliederung.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Jahr Hauptort Veränd. Gemeinde Veränd.
1981 2.594 - - -
1991 2.014 - 580/- 22,36 % 5.340 -
2001 2.104 90/4.47 % 5.402 62/1,16 %

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kastell (Neo-Kastro)
  • Paliokastro (altes Kastell) nördlich der Bucht gelegen
  • Aquädukt aus der Osmanenzeit (am südlichen Ortseingang)
  • Kirche Maria Himmelfahrt (1989 umfassend restauriert und teilweise neu gebaut)
  • Erinnerungsstätte an die Schlacht von Navarino
  • Bucht Voidokilia (das sogenannte „Omega“)
  • Agia Nicola, der Berg bei Pylos mit einer kleinen Kirche und 360°-Panorama
  • Archäologisches Museum

Die historischen Orte[Bearbeiten]

Mykenische und Klassische Zeit[Bearbeiten]

Karte der Distrikte des mykenischen Reiches von Pylos

Pylos ist der Name zweier benachbarter Orte in der Landschaft Messenien an der südlichen Westküste der Peloponnes in Griechenland. An einem dieser Orte (s. Palast des Nestor) befinden sich die Überreste eines großen mykenischen Palasts aus der späthelladischen Zeit, der als Palast des Nestor bekannt wurde. Der andere Ort erlangte Berühmtheit in klassischer Zeit: durch den Sieg der athenischen Streitkräfte über Sparta und dessen Besetzung während des Peloponnesischen Krieges. Außer dem Namen Pylos, griechisch für „Tor“, haben die beiden Orte keine Gemeinsamkeiten.

Das alte Pylos und seine Umgebung sind Fundorte von Siegeln und einer großen Anzahl von Tonplomben mit Siegelabdrücken.[3] Das Corpus der minoischen und mykenischen Siegel enthält auch die Funde aus Pylos und seiner Umgebung.

Der Ort aus klassischer Zeit liegt sehr wahrscheinlich im felsigen, heute Coryphasum genannten Vorgebirge an der Nordseite der Bucht von Navarino. Dieser Ort nimmt eine herausragende Stellung in Thukydides’ Geschichte des Peloponnesischen Krieges ein – aufgrund des Erfolges, den der athenische General Demosthenes mit der Besetzung des Ortes und der Gefangennahme einiger spartanischer Truppen auf der nahegeliegenden Insel Sphakteria (heute Sphagia) erzielte. Eine detaillierte Beschreibung der dramatischen Ereignisse wird bei Thukydides in Buch 4, Kapitel 2–41 gegeben. Die Gefangenen, die auf der Insel gemacht wurden, brachte man als Geiseln nach Athen. Die Sorge der Spartaner um ihre Rückkehr trug dazu bei, dass sie 421 v. Chr. dem Nikiasfrieden zustimmten (Thukydides 5, 15, 1). Bis 409 v. Chr. unterhielt Athen in Pylos eine Garnison.

Venetianische und türkische Zeit[Bearbeiten]

Die Einfahrt in die Bucht von Navarino aus dem Blickwinkel der Festung in Pylos

Unter venetianischer Herrschaft entstanden Festungen in Alt- und Neu-Pylos. 1499 eroberte das Osmanische Reich die Siedlungen und Festungen. 1572 wurden die Festungsanlagen modernisiert. Zwischen 1686 und 1715 nahm Venedig die Festungen im Zuge der Eroberung der gesamten Peloponnes (Morea) wieder in Besitz. Nach dem Verlust der Morea geriet das Gebiet wieder unter Osmanische Herrschaft. Um 1770 wurde die Festung in Neu-Pylos wieder hergestellt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. eng. Pylos (Brettspiel)
  2. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  3. Ingo Pini (Hrsg.), Die Tonplomben aus dem Nestorpalast von Pylos, Mainz, Verlag Philipp von Zabern, 1997, 120 S. und 46 Tafeln

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pylos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien