Pyramidenschnecken

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Dieser Artikel behandelt die zu den Landlungenschnecken gehörende Familie Pyramidulidae. Für die parasitischen Meeresschnecken der Familie Pyramidellidae siehe dort.
Pyramidenschnecken
Pyramidula rupestris

Pyramidula rupestris

Systematik
Unterklasse: Orthogastropoda
Überordnung: Heterobranchia
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Überfamilie: Pupilloidea
Familie: Pyramidenschnecken
Wissenschaftlicher Name
Pyramidulidae
Kennard & Woodward, 1914

Die Gattung Pyramidula ist die Typusgattung (und einzige Gattung) der Pyramidenschnecken (Pyramidulidae) aus der Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora). Die wenigen Arten (derzeit ca. zwölf Arten) sind Bewohner trockener, warmer und felsiger Standorte.

Merkmale[Bearbeiten]

Die rechtsgewundenen Gehäuse sind flach-konisch mit stark abgestuften, stark gewölbten Umgängen ("pyramidenförmig"). Sie messen ca. 2,5 bis 2 mm in der Höhe und ca. 2,5 bis 3 mm im Durchmesser. Die Gehäuse haben rund 4,5 Umgänge, die Endwindung ist bei manchen Populationen sogar etwas abgelöst, gewöhnlich jedoch nicht oder nur wenig aus der Windungsebene abgesenkt. Die rundliche Mündung ist gegenüber der Windungsebene etwas abgeschrägt. Der Mundsaum ist nicht verdickt oder umgeschlagen. Es kommen auch keine Vorsprünge ("Zähne") in die Mündung hinein vor. Die Oberfläche ist rotbraun bis dunkelbraun und mit unregelmäßigen Anwachsstreifen versehen. Ältere Tiere sind ausgebleicht und fast weiß. Im männliche Teil des Geschlechtsapparates weist der Penis einen sackähnliche Fortsatz auf. Der Penisretraktormuskel setzt ungefähr in der Mitte des Epiphallus an. Der Stiel der Spermathek ist ohne Divertikel. Die Fortpflanzung erfolgt ovovivipar.

Vorkommen und Lebensweise[Bearbeiten]

Die Familie ist von Westeuropa (Irland), über Mitteleuropa, Kleinasien, Krim, Kaukasus und den Himalaya bis nach Japan verbreitet. Sie fehlt in Skandinavien, im Süden reicht das Verbreitungsgebiet über Südeuropa bis nach Nordafrika. Die Tiere leben auf trockenen, felsigen Standorten auf kalkreichen Felsen. Sie leben versteckt in den Felsritzen und -spalten und sind bei feuchtem Wetter aktiv. Sie ernähren sich von Flechten, die auf den Felsen wachsen. Die Tiere sind ovovivipar.

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie der Pyramidenschnecken (Pyramidulidae) ist eine von 13 Familien der Überfamilie Pupilloidea. Sie enthält im Moment nur eine Gattung, die namengebende Gattung Pyramidula. Nur zwei Arten kommen auch in Mitteleuropa vor.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arten der Gattung nach Animalbase [1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rosina Fechter und Gerhard Falkner: Weichtiere. 287 S., Mosaik-Verlag, München 1990 (Steinbachs Naturführer 10) ISBN 3-570-03414-3
  • Jürgen H. Jungbluth und Dietrich von Knore: Trivialnamen der Land- und Süßwassermollusken Deutschlands (Gastropoda et Bivalvia). Mollusca, 26(1): 105-156, Dresden 2008 ISSN 1864-5127 PDF
  • Michael P. Kerney, R. A. D. Cameron & Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. 384 S., Paul Parey, Hamburg & Berlin 1983 ISBN 3-490-17918-8
  • Anatolij A. Schileyko: Treatise on Recent terrestrial pulmonate molluscs, Part 1. Achatinellidae, Amastridae, Orculidae, Strobilopsidae, Spelaeodiscidae, Valloniidae, Cochlicopidae, Pupillidae, Chondrinidae, Pyramidulidae. Ruthenica, Supplement 2(1): 1-127, Moskau 1998 ISSN 0136-0027

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pyramidenschnecken (Pyramidulidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien