Pyriproxyfen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Pyriproxyfen
Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Pyriproxyfen
Andere Namen
  • (RS)-4-Phenoxyphenyl2-(2-pyridyloxy)propylether
  • (RS)-2-[1-(4-Phenoxyphenoxy)propan- 2-yloxy]pyridin
Summenformel C20H19NO3
CAS-Nummer 95737-68-1
PubChem 91753
ATC-Code

QP53AX23

Eigenschaften
Molare Masse 321,37 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,23 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

45–47 °C[1]

Dampfdruck

0,29 mPa (bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 410
P: 273​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Umweltgefährlich
Umwelt-
gefährlich
(N)
R- und S-Sätze R: 50/53
S: 60​‐​61
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Pyriproxyfen ist ein Pestizid, das gegen Gliederfüßer wirkt. Es ist ein Derivat des Pyridins und ähnlich aufgebaut wie das verwandte Fenoxycarb.

In den USA wurde es 1996 gegen Mottenschildläuse an Baumwollpflanzen eingeführt, schützt jedoch auch andere Feldfrüchte. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Pyriproxiyfen nicht als Pflanzenschutzmittel zugelassen.[6] Es wirkt gegen Katzenflöhe und wird zusammen mit Permethrin gegen die Tropische Rattenmilbe eingesetzt.

Pyriproxyfen ist ein künstliches Juvenilhormon. Es verhindert die Weiterentwicklung der Larve zum adulten Tier und damit die Fortpflanzung.

Zulassungen[Bearbeiten]

Gemäß Richtlinie 98/8/EG[7] vom 16. Februar 1998 sollen Biozidprodukte nur noch zugelassen sein, dessen Wirkstoffe im Anhang (Anhang I, IA und IB) der genannten Richtlinie (für die definierte Produktart) aufgenommen wurden. Gemäß Übergangsregelung (Art. 16 Abs. 1 der Richtlinie 98/8/EG) war das Inverkehrbringen von Biozidprodukte jedoch weiterhin zugelassen, die nicht die im Anhang der Richtlinie 98/8/EG aufgeführten Wirkstoffe enthalten, sofern diese Wirkstoffe mit Stichdatum 14. Mai 2000 bereits im Verkehr waren (auch „alte Wirkstoffe“ genannt).

Gemäß Verordnung (EG) 1896/2000 vom 7 September 2000[8] mussten Hersteller, die die Aufnahme eines „alten Wirkstoffs“ in die Anhänge I, IA und IB beantragten wollten, den betreffenden Wirkstoff bis zum 28. März 2002 zur Notifizierung für die entsprechende Produktart gemeldet haben. Diese Frist wurde mit Verordnung (EG) 1687/2000 vom 25. September 2002[9] bis zum 31. Januar 2003 verlängert. Die „notifizierten Wirkstoffe“ durften folgend bis zum definitiven Entscheid über Aufnahme oder Nichtaufnahme in Anhang I, IA und IB EU-Richtlinie 98/8/EG weiterhin in Verkehr bleiben.

Mit Verordnung (EG) 2032/2003 vom 4. November 2003 wurde der Wirkstoff Pyriproxyfen folgend für die Produktarten 3 (Hygiene im Veterinärbereich) und 18 (Insektizide) in die Liste (Anhang II) der notifizierten Wirkstoffe aufgenommen.[10] Mit der Verordnung (EG) 1451/2007 vom 4. Dezember 2007[11]über die zweite Phase des Zehn-Jahres-Arbeitsprogramms über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten wurde der Wirkstoff Pyriproxyfen in die abschließende Liste (Anhang II) der im Rahmen des Prüfprogramm zu untersuchenden Wirkstoffe aufgenommen, jedoch nur noch für die Produktart 18 (Insektizide).

Mit Erlass der Richtlinie 2013/5/EU vom 14. Februar 2013[12] liegt ein Entscheid vor, den Wirkstoff Pyriproxyfen ab 1. Februar 2015 in die entsprechende Liste (Anhang I der Richtlinie 98/8/EG) für die Produktart 18 (Insektizide) aufzunehmen. Die Abgabe von Biozidprodukten, die den Wirkstoff Pyriproxyfen enthalten, ist somit in der EU (die Schweiz hat diese Bestimmung übernommen) für die Produktart 18 (Insektizide) weiterhin (vorerst befristet bis 31. Januar 2025) erlaubt.

Handelsnamen[Bearbeiten]

Veterinärmedizin:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Pyriproxifen bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011 (PDF).
  2. Eintrag Pyriproxyfen bei ChemIDplus.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 95737-68-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b Pesticide Manual. Vol. 9, S. 745, 1991.
  6. Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 25. Januar 2009.
  7. EU:Richtlinie 98/8/EG vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 123/1 vom 24. April 1998.
  8. EU:Verordnung (EG) 1896/2000 vom 7. September 2000 über die erste Phase des Programms gemäß Artikel 16 Absatz 2 der Richtlinie 98/8/EG über Biozid-Produkte Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 228/6 vom 8. September 2000.
  9. EU:Verordnung (EG) 1687/2002 vom 25. September 2002 über eine zusätzliche Frist für die Notifizierung bestimmter Wirkstoffe Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 258/15 vom 26. September 2002.
  10. EU:Verordnung (EG) 2032/2003 vom 4. November 2003 über die zweite Phase des Zehn-Jahres-Arbeitsprogramms über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 307/1 vom 24. November 2003.
  11. EU: Verordnung (EG) 1451/2007 vom 4. Dezember 2007 über die zweite Phase des Zehn-Jahres-Arbeitsprogramms über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 325/3 vom 11. Dezember 2007.
  12. EU:Richtlinie 2013/5/EU vom 14. Februar 2013 zur Änderung der Richtlinie 98/8/EG zwecks Aufnahme des Wirkstoffs Pyriproxyfen in Anhang I Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 44/14 vom 15. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Datenblatt Pyriproxyfen bei Vetpharm, abgerufen am 11. August 2012.
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!