Pythagoraszahl
Die Pythagoraszahl eines Körpers
ist definiert als das kleinste
, so dass sich jede endliche Summe von Quadraten in
schon als Summe von
Quadraten schreiben lässt.[1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
Für einen Körper
sei
die Menge der endlichen Quadratsummen, die ungleich Null sind.
Mit
bezeichnen wir die Menge der Quadratsummen in
, die höchstens Länge
haben. Offensichtlich gilt
für alle
. Unklar ist dagegen, ob immer ein
existiert, so dass
. Als Pythagoraszahl von
bezeichnen wir die folgende Größe:
wobei
genau dann, wenn
für alle
gilt. Es ist stets
.
[Bearbeiten] Die Pythagoraszahl einiger Zahlenkörper
- Nach dem Satz des Pythagoras gibt es für
ein
, so dass
. Damit ist die Pythagoraszahl der reellen Zahlen
. Anders ausgedrückt: Man kann aus jeder Quadratsumme in
die Wurzel ziehen. Es ist wahrscheinlich, dass die Pythagoraszahl ihren Namen aus dieser Überlegung herleitet. - Die Pythagoraszahl der komplexen Zahlen
. - Nach dem Satz von Euler-Lagrange ist die Pythagoraszahl der rationalen Zahlen
, d.h. jede Summe von Quadraten rationaler Zahlen lässt sich schon als Summe von höchstens vier Quadraten schreiben.
[Bearbeiten] Weitere Beispiele und Beweise
Satz Falls
nicht-reeller Körper (d.h.
), lässt sich die Pythagoraszahl von
abschätzen durch die Stufe
von
:
Beweis: Siehe
Satz (Pythagoraszahl nicht-reeller Körper)
Falls
ein nicht-reeller Körper mit positiver Charakteristik ist, gilt ein Lemma aus dem Buch Squares von A. R. Rajwade [2], nach dem für einen beliebigen Körper
mit
gilt, dass
(zum Beweis vgl. Stufe).
Damit gilt für alle nicht-reellen Körper mit positiver Charakteristik, dass
.
Ganz exakt kann man im Fall
werden, wo
eine ungerade Primpotenz ist. Es gilt:
Satz
für alle
wo
prim und
ist.
Beweis: Siehe
Satz (Pythagoraszahl von Körpern mit Charakteristik einer Primpotenz)
[Bearbeiten] Die Pythagoraszahl bei Körpererweiterungen der rationalen Zahlen
Sei
eine endlich erzeugte Körpererweiterung über den rationalen Zahlen, sei weiter
der Transzendenzgrad von
über
.
Unter Verwendung der Milnorschen Vermutung (vgl. K-Theorie: Milnorvermutung), die von Wladimir Wojewodski bewiesen wurde, lässt sich zeigen, dass
für alle
gilt.
Wegen
ist diese Abschätzung scharf für
.
Für
wurde bisher
gezeigt [3]. Vermutlich gilt aber sogar
, was dann wegen
eine scharfe Abschätzung wäre. [4]
Eine ausführliche Darstellung des Beweises von
findet sich in der Arbeit Über die Pythagoraszahl von Funktionenkörpern, s.u.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bröcker L., Über die Pythagoraszahl eines Körpers, Archiv der Mathematik, Birkhäuser Basel, Volume 31, Number 1, Dezember 1978, S. 133-136
- ↑ A.R. Rajwade, Squares, Cambridge University Press, 1993
- ↑ Florian Pop, bislang unveröffentlichter Artikel
- ↑ Y. Pourchet, Sur la representation en somme de carres des polynomes a une indeterminee sur un corps de nombres algebraiques, Acta Arith. 19, 1971



ein
, so dass
. Damit ist die Pythagoraszahl der
. Anders ausgedrückt: Man kann aus jeder Quadratsumme in
die Wurzel ziehen. Es ist wahrscheinlich, dass die Pythagoraszahl ihren Namen aus dieser Überlegung herleitet.
.